Eiserner Steg in Frankfurt
In der Silvesternacht soll es am Eisernen Steg zu sexuellen Übergriffen gekommen sein. Bild © picture-alliance/dpa

Auch in Frankfurt hat es in der Silvesternacht Übergriffe auf Frauen gegeben. Die Polizei ermittelt inzwischen in sieben Fällen wegen sexueller Nötigung.

In Frankfurt erstatten noch immer Frauen Anzeige wegen sexueller Übergriffe in der Silvesternacht. Die Polizei ermittelt in sieben Fällen wegen sexueller Nötigung. Zum Vergleich: In der Silvesternacht 2014/15 war nur ein solcher Fall angezeigt worden, wie Polizeisprecher Rüdiger Reges sagte.

Am Donnerstag gingen Hinweise auf vier Frauen unterschiedlichen Alters ein, die im Gedränge am Hintern, der Brust oder im Intimbereich angegrapscht worden sind. Bei einer dieser Frauen sei auch versucht worden, ein Handy zu stehlen. Zudem hat die Polizei mit einer Gruppe von Frauen Kontakt aufgenommen, die sich bei einem Fernsehsender wegen solcher Belästigungen gemeldet hatten. Alle Taten spielten sich rund um Mitternacht am Eisernen Steg am Main ab.

"Die Männer haben den Frauen an den Hintern gegriffen"

Die neue sechsköpfige Polizei-Sondergruppe "Steg" beschäftigt sich außerdem mit zwei bereits am Dienstagnachmittag eingegangenen Anzeigen. Der erste Vorfall ereignete sich gegen 23 Uhr im Bereich des Eisernen Stegs am Main. Eine Gruppe von vier jungen Frauen sei von drei Männern unsittlich berührt worden, teilte Polizeisprecherin Virginie Wegner am Mittwoch den Inhalt der Anzeige der Frauen mit.

"Die Männer haben den Frauen an den Hintern gegriffen", sagte die Sprecherin. Wenig später stellten die Frauen fest, dass einer von ihnen das Handy gestohlen worden war. Die Täter seien nach der Schilderung der Frauen ebenso vorgegangen wie in Köln, hieß es. Sie hätten die Menschenmenge in der Stadt ausgenutzt und die Frauen separiert. Eine genaue Beschreibung der Täter gibt es in diesem Fall nicht.

Anders bei einem Vorfall, der sich gegen 0.20 Uhr ebenfalls am Mainufer am Eisernen Steg ereignete. Hier sollen drei Frauen im Alter von 20 und 21 Jahren von einer Gruppen von zehn Männern bedrängt, berührt und sexuell genötigt worden sein. Die Opfer schildern die Angreifer in diesem Fall als Nordafrikaner. In der Neujahrsnacht herrschte in dem Bereich so großes Gedränge, dass die Polizei den Eisernen Steg kurzzeitig schließen musste.

Polizei ruft mögliche weitere Opfer auf, sich zu melden

Dass die Frauen erst fünf Tage nach den Vorfällen Anzeige erstatten, sei nicht ungewöhnlich, erklärte Wegner. Gerade bei Sexualdelikten sei das Anzeigeverhalten unterschiedlich. "Manche melden sich sofort, viele Opfer brauchen aber auch einige Tage, weil sie sich schämen oder sich erst einer Freundin anvertrauen müssen." Noch am Dienstagvormittag hatte die Polizei in Frankfurt erklärt, es seien keine Vorfälle wie in Köln bekannt.

Auch das enorme Medienecho auf die sexuellen Übergriffe und Diebstähle in Köln und Hamburg könnte eine Erklärung dafür sein, dass sich die Frauen aus Frankfurt nun doch noch gemeldet haben, räumte Wegner ein. Sie rief mögliche weitere Opfer auf, sich ebenfalls noch zu melden. Auch auf Twitter und Facebook forderte die Polizei dazu auf. Gesucht werden auch private Fotos und Videos der Silvesternacht, um mögliche Tatverdächtige zu identifizieren. Trickdiebstähle durch den sogenannten Antanztrick seien nicht neu, erklärte Wegner. Großveranstaltungen seien nun mal ein Paradies für Trickdiebe.

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Innenminister sichert für Fastnacht erhöhte Polizeipräsenz zu

Unabhängig von den am Dienstag angezeigten Fällen hatte die Polizei in der Silversternacht in der Innenstadt und in Sachsenhausen zehn Personen wegen des Verdachts auf Trickdiebstahl festgenommen.

Für die bevorstehende Fastnachtszeit hat Innenminister Peter Beuth (CDU) am Mittwoch erhöhte Polizeipräsenz zugesichert. "Wir werden mit hoher Polizeipräsenz und einer Reihe zusätzlicher verdeckter und offener Maßnahmen die Sicherheit in Hessen gewährleisten", erklärte Beuth. Dazu gehöre auch ein verstärkter Videoeinsatz durch die Polizei.

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