Ein Mitarbeiter der WISAG fräst sich am 10.01.2017 in Wiesbaden durch den Schnee auf einem Bürgersteig.
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Viel Schnee und orkanartige Böen - in der Nacht zum Freitag erreicht Tief "Egon" Hessen. Vor allem am Freitagmorgen könnte es nach Einschätzung der hr-Wetterredaktion für Autofahrer und Berufspendler ungemütlich werden.

Schnee oder Sturm? Tief "Egon" kann sich offenbar nicht so recht entscheiden und beschert Hessen zum Wochenende beides. Am Abend war es noch ruhig. Doch in der Nacht zum Freitag seien im ganzen Land Unwetter möglich, sagt hr-Wetterexperte Mark Eisenmann am Donnerstag: bis zu 30 Zentimeter Neuschnee im Bergland und orkanartige Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 110 km/h.

Ursprünglich waren Meteorologen davon ausgegangen, dass "Egon" - je nach Zugbahn - entweder nur Niederschlag oder Sturm mit sich bringen würde. "Nach derzeitigem Stand trifft Hessen nun beides", sagt hr-Wetterexperte Eisenmann. "Das ist eine prekäre Lage."

Bis zu 20 Zentimeter Neuschnee in Niederungen

Nachdem bereits am Donnerstagabend Schnee auf Höhen oberhalb von 300 bis 600 Metern fiel, bringt die zweite Nachthälfte zum Freitag von Südwesten her ein Sturmfeld mit sich. Am stärksten trifft der Wind nach den bisherigen Vorhersagen Hessen im südlichen Teil, bis in die Niederungen sind orkanartige Böen möglich. Bis Freitagmittag werde das Hauptsturmfeld nach Osten hin abziehen, sagt der hr-Meteorologe.

Auch die starken Niederschläge treten demnach ab Donnerstagabend auf. Zunächst nur im Bergland, sollen sie ab dem frühen Freitagmorgen bei Temperaturen von +2 bis -2 Grad auch in den Niederungen in Form von Schnee oder Schneeregen auf die Erde fallen.

Einsatzkräfte wappnen sich

"Das wird zum Teil heftig", sagt Eisenmann: Regional seien selbst in den Niederungen bis zu 20 Zentimeter Neuschnee möglich. Besonders viel Schnee soll in Nordhessen fallen, auch in Mittelhessen wird mit größeren Verkehrsbehinderungen durch heftigen Schneefall gerechnet.

Der Deutsche Wetterdienst hat bereits für Donnerstagabend Unwetterwarnungen wegen starker Schneefälle veröffentlicht. Die Meteorologen warnen vor entwurzelten Bäumen und herunterstürzenden Dachziegeln. Sie empfehlen, von Gebäuden und Strommasten Abstand zu halten oder sich am besten gar nicht im Freien aufzuhalten. "Vermeiden Sie alle Autofahrten", warnt der DWD zudem am Abend.

Auch Rettungsdienste und die Polizei wappnen sich für die stürmische Nacht. So haben das THW und die Polizei in Osthessen Voralarm ausgelöst, wie sie bei Facebook mitteilten. Einsatzkräfte, Abschleppdienste, Räum- und Streufahrzeuge bringen sich in Stellung. "Es geht auch darum, die Autofahrer zu warnen", sagt ein Polizeisprecher. Diese sollten zum Beispiel eine wintertaugliche Ausrüstung mitführen, wie Eiskratzer, Besen sowie Decken.

Winterliches Wochenende

Freitagnachmittag sollen die Hessen das Gröbste überstanden haben. Gemütlich wird es auch dann aber nicht.

Schon für Freitagabend kündigen sich neue Schneefälle an. "Das ganze Wochenende verläuft winterlich", stellt Eisenmann Temperaturen um den Gefrierpunkt in Aussicht. Die kommende Woche verlaufe nach den bisherigen Erkenntnissen ruhiger.

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