Zivile Beamte bringen Sanel M. am Donnerstagmorgen zur Bundespolizei am Frankfurter Flughafen.
Zivile Beamte bringen Sanel M. (mit Kapuze) am Donnerstagmorgen zur Bundespolizei am Frankfurter Flughafen. Bild © Michael Seeboth (hr)

Zweieinhalb Jahre nach dem Tod der Studentin Tugce Albayrak ist der Täter nach Serbien abgeschoben worden. Sanel M. darf jahrelang nicht mehr nach Deutschland einreisen. Der Innenminister begrüßte die Abschiebung.

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Sanel M. vor Gericht

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Sanel M. ist am Donnerstagmittag nach seiner Abschiebung aus Deutschland in seiner Heimat Serbien gelandet. Das teilte das Amt für Zuwanderung und Integration der Stadt Wiesbaden mit. Der 20-Jährige war am Morgen von zivilen Beamten der Offenbacher Kriminalpolizei zum Frankfurter Flughafen gebracht worden, dort ging seine Maschine. In Serbien wurde Sanel M. wohl von einem Verwandten am Flughafen abgeholt.

Den Abschiebetermin hatte das zuständige Amtsgericht Wiesbaden festgelegt. Sanel M. saß bis zuletzt in der Landeshauptstadt in Jugendhaft. Die Abschiebung hatte das Wiesbadener Zuwanderungs- und Integrationsamt eingeleitet, wie eine Sprecherin der Stadt sagte.

Auf dem Parkplatz eines Fastfood-Restaurant starb Tugce

Das Landgericht Darmstadt hatte Sanel M. im Juni 2015 wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt. Ende der Strafe wäre nach Angaben des Amtsgerichts im November. Dann ist es drei Jahre her, dass Sanel M. die 22 Jahre alte Studentin Tugce Albayrak auf dem Parkplatz eines Fast-Food-Restaurants in Offenbach so geschlagen hat, dass sie auf den Kopf fiel. Sie starb wenige Tage später. In Serbien wird Sanel M. in Freiheit leben.

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Peter Beuth

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Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) betonte die Unnachgiebigkeit des Staates gegen Gewalttäter. "Mehrfachstraftäter sind eine Bedrohung für die Gesellschaft, und wenn sie keine deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, müssen sie so schnell wie möglich abgeschoben werden", sagte er dem hr. "Wer keine Reue und keinen Integrationswillen zeigt, ist in unserem Land nicht willkommen und muss wieder gehen."

Ausweisung für acht Jahre

Allerdings bereut Sanel M. nach Angaben des Amtsgerichts Wiesbaden die Tat inzwischen. Im Gefängnis begann er zudem eine Schlosserlehre. Gegen seine von der Ausländerbehörde verfügte Ausweisung wehrte er sich erfolglos vor Gericht. Er ist in Deutschland aufgewachsen und spricht fließend Deutsch, auch mit seinen Kumpels, wie sein Anwalt aus dem Strafprozess sagt. In Serbien lebten lediglich seine Großeltern; die Eltern sind im Rhein-Main-Gebiet zu Hause. Die deutsche Staatsbürgerschaft hat Sanel M. allerdings nicht.

Der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH) entschied Mitte März in letzter Instanz, dass der 20-Jährige für die Dauer von acht Jahren nach Serbien ausgewiesen werden kann. Sollte er in dieser Zeit nach Deutschland zurückkehren, droht Sanel M. eine Verhaftung. Die Gefahr, dass er weitere Straftaten begehe und seine Resozialisierung scheitere, sei angesichts seiner mangelnden Integration in der Bundesrepublik nicht hinnehmbar, argumentierten die Richter in zweiter Instanz. Sie bestätigten damit die Entscheidung der Behörden und der ersten Instanz.

Gericht befürchtet weitere Straftaten

Das Verwaltungsgericht in Wiesbaden sei unter anderem aufgrund von Sanel M.s Verhaltens in der Haft zu der "zutreffenden Einschätzung gelangt, dass der Antragsteller noch immer nicht in der Lage ist, sich dauerhaft regelkonform zu verhalten", stellte der Kasseler VGH fest. Vielmehr sei zu befürchten, dass der Verurteilte in Konfliktsituationen erneut aggressiv und gewalttätig reagieren werde.

Nach Auffassung der Kasseler Richter hat das Wiesbadener Gericht auch die Integrationsfähigkeit von Sanel M. in der Republik Serbien zutreffend beurteilt. "Danach könne dem alleinstehenden und kinderlosen Antragsteller, der über einen Schulabschluss verfügt, zugemutet werden, neue Beziehungen und Bindungen in Serbien zu knüpfen." Es sei auch nicht ersichtlich, dass seine Eltern nicht in der Lage oder willens wären, ihn dabei insbesondere finanziell zu unterstützen.

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