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Auf spiegelglatten Straßen haben sich in Hessen bis Samstagmittag mehr als 200 Unfälle ereignet. Als sich die Lage zu entspannen schien, starb am Mittag bei Büdingen eine 22-Jährige bei einem Unfall.

Am Boden gefrierender Regen legte in der Nacht zum Samstag hessenweit einen Eispanzer über Straßen und Wege. Die Polizei sprach schließlich von mehr als 200 Unfällen. Meist blieb es bei Blechschäden. Doch als die größte Gefahr vorbei schien, kam eine junge Frau auf einer Landstraße bei Büdingen (Wetterau) gegen 13 Uhr ums Leben.

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Die 22-Jährige aus Gedern saß nach Angaben der Polizei als Beifahrerin in einem Wagen, dessen 24 Jahre alte Fahrerin "auf glatter Fahrbahn" auf die Gegenspur geriet. Das Auto prallte frontal mit einem Lkw zusammen. Die Beifahrerin starb noch an der Unfallstelle, die Fahrerin kam per Rettungshubschrauber mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus.

Streufahrzeug schlitterte

Noch werde untersucht, ob Glätte die einzige Ursache für den Zusammenstoß war, sagte eine Polizeisprecherin. Die Straße sei rutschig gewesen, aber nicht von Blitzeis überzogen, da gestreut worden sei.

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Stunden zuvor war in Frankfurt auf eisglatter Straße selbst ein Räumfahrzeug ins Rutschen geraten und gegen ein parkendes Auto geschlittert. Die Rettungsdienste meldeten Stürze von Fußgängern. Mehrfach konnten Autos wegen der Glätte nicht weiterfahren.

Weiter Glättegefahr in Senken und Mulden

Die Glättegefahr ließ am Samstag nur langsam nach. Erst sorgten steigende Temperaturen im Rhein-Main-Gebiet für Entspannung, bis zum frühen Nachmittag ging das Eis in anderen Landesteilen zurück. Vor allem in Senken und Mulden könne es aber eisig bleiben, warnte die hr-Wetterredaktion.

Der Deutsche Wetterdienst hatte seine Unwetterwarnung für ganz Hessen um kurz vor 7 Uhr aufgehoben. Im Laufe des Tages wurden dann auch niedrigere Warnstufen für die einzelnen Landkreise meist wieder außer Kraft gesetzt. Am Montag soll es wärmer werden. Erwartet werden Temperaturen zwischen 6 und 8 Grad. Selbst in den Hochlagen der Rhön soll das Thermometer zum Wochenanfang 4 Grad anzeigen.

Bahn und Flughafen melden nur vereinzelte Verspätungen

Die Bahn berichtete für Hessen wetterbedingt nur von vereinzelten Verspätungen. Größere Einschränkungen habe es nicht gegeben, hieß es. In Kassel fielen in der Nacht im Umland einige Busse aus, wie die Kasseler Verkehrs-Gesellschaft KVG mitteilte. Die Oberleitungen der Straßenbahnen wurden in Kassel durch Fahrten mit verstärkten Stromabnehmern eisfrei gehalten.

Auch am Frankfurter Flughafen kam es nur zu leichten Verzögerungen. "Wir haben alle Bahnen im Betrieb", sagte eine Sprecherin zu hessenschau.de.

Unfallfahrer bei Glätte und Nässe zu schnell unterwegs

Bei einem schweren Unfall stießen am Samstag gegen 6.30 Uhr auf der B459 zwischen Gravenbruch (Offenbach) und Dietzenbach zwei Autos frontal zusammen. Beide Fahrer wurden schwer verletzt. Die Straße sei gestreut, einer der Fahrer auf der nassen Fahrbahn jedoch zu schnell unterwegs gewesen, erklärte die Polizei.

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Auf der A4 bei Bad Hersfeld war am frühen Morgen eine 25-Jährige auf eisglatter Fahrbahn ebenfalls zu schnell unterwegs, wie die Polizei mitteilte. Sie pralle gegen die Mittelleitplanke und wurde leicht verletzt. Auf der A5 Richtung Hattenbacher Dreieck an der Abfahrt zur A7 überschlug sich ein Wagen auf der winterlichen Straße. Die Fahrerin blieb unverletzt.

Die meisten Unfälle zählte die Polizei in Mittelhessen

In der Nacht und am frühen Samstagmorgen hatten Wetterdienst und Polizei geraten: "Vermeiden Sie Autofahrten! Bleiben Sie im Haus!" Die meisten Unfälle gab es laut Polizei in Mittelhessen, wo es rund 50 Mal krachte, sowie in Wiesbaden und im Taunus mit bislang 78 gemeldeten Unfällen.

Vor allem auf nicht gestreuten Nebenstraßen und Gehwegen war es glatt. Etliche Autos rutschten in den Graben oder prallten beim Ausparken gegen andere Autos, wie die Polizei berichtete. Die Polizei in Südhessen lobte aber: "Die Straßenmeistereien haben eine tollen Job gemacht." Die wenigsten Unfälle wurden mit nicht einmal einer Handvoll aus Osthessen gemeldet. "Das ist ja fast weniger als in einer Sommernacht", sagte ein Sprecher.

Auf Twitter und Facebook berichteten Autofahrer und Fußgänger von der Glätte in Hessen:

Spieglein, Spieglein off de Gass, erst wars kalt und dann wurds nass... ;-)

Du steigst mit 5 Leuten aus der U-Bahn und alle legen sich aufs Eis. Wer hat die Welt auf Slapstick-Modus gestellt? #frankfurt #Eiszeit

De-icing this A8 & then onto the icy roads! (@ rowiro in Bad Vilbel, Hessen) https://t.co/lfaw0OgzNh

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