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Wieder eine Massenschlägerei im Main-Kinzig-Kreis: In Hanau prügelten sich rund 30 junge Männer. Ein Passant erlitt schwere Verletzungen.

In der Hanauer Innenstadt ist es am Freitagabend zu einer Massenschlägerei gekommen. Eine größere Gruppe Jugendlicher habe sich in der Gegend um den Freiheitsplatz eine Prügelei geliefert, teilte das Polizeipräsidium Südosthessen am Samstag mit. "Laut Zeugenaussagen soll es sich bei der ca. 30 Mann umfassenden Gruppe um Ausländer gehandelt haben", heißt es in der Mitteilung. Unklar blieb zunächst, ob dies wirklich so war.

Ein 38 Jahre alter Passant aus Bruchköbel (Main-Kinzig)war ersten Ermittlungen zufolge als Unbeteiligter in die Prügelei geraten. Der Mann sei durch Schläge schwer am Auge verletzt und in eine Fachklinik gebracht worden. "Durch die hinzugezogenen Streifen aus Stadt und Land" seien weitere Auseinandersetzungen verhindert worden, erklärte die Polizei.

Verdächtige vernommen

Was zu der Schlägerei führte, ist nach Angaben der Polizei Gegenstand der Ermittlungen. Mehrere Verdächtige seien vernommen worden. In jüngster Zeit hatte es schon ähnliche Vorfälle gegeben.

Vor zwei Wochen hatten Besatzungen von 15 Polizeistreifenwagen eine Massenschlägerei im nahegelegenen Gelnhausen beendet. Dort waren abends 30 Jugendliche aus Hanau angereist, um sich in der Bahnhofsgegend mit 70 jungen Menschen aus der Stadt zu prügeln. Vier Beteiligte wurden verletzt.

Bei den Schlägern aus Hanau soll es sich um junge Männer im Alter zwischen 16 und 21 Jahren handeln, die alle aus Hanau stammen und sich vermutlich kennen, weil sie miteinander in der Stadt aufgewachsen sind. Nach Informationen aus Polizeikreisen sind unter ihnen sowohl Deutsche als auch Deutsche mit Migrationshintergrund und Ausländer. Als Treffpunkt der Gruppe gilt der Hanauer Schlossgarten.

Ermittlungen "in alle Richtungen"

Bereits Anfang März hatten sich rund 150 junge Männer aus dem gesamten Main-Kinzig-Kreis laut Polizei zu einer Prügelei in der Innenstadt zusammengerottet. Ein Großaufgebot an Beamten sei stundenlang im Einsatz gewesen und habe eine Auseinandersetzung unterbunden..

Wie damals heißt es auch nun: Ob es einen Zusammenhang der Ereignisse gebe, sei ebenso unklar wie die Hintergründe. "Es wird in alle Richtungen ermittelt", sagte ein Polizeisprecher am Samstag zu hessenschau.de. Die Polizeipräsenz sei nach dem ersten Vorfall verstärkt worden. In welcher Form das geschehen sei, könne man aus polizeitaktischen Gründen nicht sagen.

Sendung: hr-iNFO, 25.03.2017, 12.00 Uhr

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