Isolierstation Frankfurt Uniklinikum Station 68
Warnschild an der Tür zur Isolierstation am Uniklinikum Frankfurt Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Das Frankfurter Uniklinikum hat einen Patienten mit dem gefährlichen Lassa-Fieber aufgenommen. Der Mann ist Bestatter und hat sich an einer Leiche infiziert.

In einem Bestattungsinstitut im rheinland-pfälzischen Alzey hat sich ein Mitarbeiter mit dem gefährlichem Lassa-Fieber angesteckt. Er wurde auf eine Isolierstation der Frankfurter Uniklinik gebracht. Auch seine Angehörigen wurden nach Informationen des SWR stationär dort aufgenommen. Sie zeigen bislang aber keine Anzeichen einer Infektion.

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Lassa-Fieber

Das Lassa-Fieber tritt in mehreren Ländern Westafrikas auf. Lassa zählt wie Ebola und Dengue-Fieber zu den sogenannten hämorrhagischen Fiebern. Lassa-Viren können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen, später sind Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich. Die Infektion kann tödlich verlaufen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts müssen Erkrankte strikt isoliert werden.

Ende der weiteren Informationen

Das Klinikum teilte am Mittwoch lediglich die am Dienstag erfolgte Aufnahme des Patienten mit. Derzeit könnten auch aus Gründen der ärztlichen Schweigepflicht keine weiteren Informationen gegeben werden, hieß es. Am Donnerstagvormittag sollten Details bekannt gegeben werden.

Verstorbener hatte als Krankenpfleger in Afrika gearbeitet

Infiziert hatte sich der Mitarbeiter des Bestattungsinstituts an der Leiche eines US-Amerikaners, wie der SWR weiter berichtete. Dieser hatte als Krankenpfleger für eine Hilfsorganisation in Togo gearbeitet und sich dort mit dem Virus infiziert. Er war nach Köln geflogen und dort wenige Tage später gestorben. Um den Leichnam nach Afrika zu überführen, wurde er zu dem darauf spezialisierten Bestatter nach Alzey gebracht.

Isolierstation 68 Frankfurt Uniklinik
Mit Masken und Spezialanzügen schützen sich Pflegekräfte auf der "Station 68". Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Dem SWR-Bericht zufolge informierte das zuständige Gesundheitsamt das Bestattungsinstitut erst über die Infektion mit dem Lassa-Fieber, als der Tote schon dort angekommen war. Offenbar hatte der Mitarbeiter zuvor die Leiche bereits berührt.

"Lassa nicht so leicht übertragbar wie Ebola"

Die "Station 68" des Klinikums Frankfurt ist eine Sonderisolierstation mit Intensivbetten. Patienten mit hochansteckenden Krankheiten werden hinter einer Schleuse behandelt, hinter der Unterdruck herrscht. Das Personal trägt Ganzkörper-Schutzanzüge. Mehr als 30 Mitarbeiter pro Tag sind nötig, um einen einzigen Patienten zu versorgen.

Experten halten die Gefahr weiterer Ansteckungen für sehr gering. "Lassa ist nicht so leicht übertragbar wie Ebola", sagte Stephan Günther, Leiter der Abteilung Virologie am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg.

Ehemaligem Ebola-Patienten geht es gut

Im Herbst 2014 war ein Mediziner aus Uganda, der sich bei einem Hilfseinsatz in Sierra Leone mit Ebola infiziert hatte, am Uniklinikum Frankfurt behandelt worden. Er wurde nach siebenwöchiger Behandlung als geheilt entlassen. Der Mann erfreute sich ein Jahr nach seiner Entlassung bester Gesundheit. Er steht nach Angaben der Klinik noch in regelmäßigem Kontakt mit den Frankfurter Ärzten.

Die Kosten für solche Fälle sind enorm. Die Uniklinik bezifferte die Behandlungskosten für den Ebola-Patienten auf 815.000 Euro. Wer diese Rechnung zahlt, war lange unklar. Die Uniklinik und die italienische Hilfsorganisation, für die der Arzt tätig war, einigten sich schließlich auf einen Vergleich.

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