Helmut Kohl
Helmut Kohl Bild © picture-alliance/dpa

Hessische Politiker haben den verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl (CDU) parteiübergreifend als Macher der Einheit und überzeugten Europäer gewürdigt. Die Welt habe Kohl viel zu verdanken, sagte Ministerpräsident Bouffier (CDU).

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"Wir verlieren mit Helmut Kohl einen großen Staatsmann, wahrhaftigen Europäer und den Kanzler der Einheit" - so äußerte sich Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Freitag zum Tode Helmut Kohls. Als Kanzler der Deutschen Einheit und Ehrenbürger Europas werde "der Name Helmut Kohl stets untrennbar mit der Wiedervereinigung Deutschlands sowie der Einigung Europas verbunden bleiben - Hessen, Deutschland, Europa und die Welt haben ihm viel zu verdanken", sagte Bouffier.

Kohl war am Freitagmorgen im Alter von 87 Jahren nach langer Krankheit in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim gestorben. Er war mit seiner Amtszeit von 1982 bis 1998 der am längsten regierende Kanzler der Bundesrepublik.

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Die Hessen-CDU nannte Kohl in einer Mitteilung "eine der maßgeblichen historischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts". Der Generalsekretär der Bundes-CDU Peter Tauber aus Gründau (Main-Kinzig) teilte mit: "Die CDU Deutschlands trauert um einen großen deutschen Europäer. Danke Helmut Kohl. Für die Einheit. Für Europa."

Die frühere Frankfurter CDU-Oberbürgermeisterin Petra Roth sagte, ihr CDU-Leben sei ein Leben mit Helmut Kohl gewesen. Er habe sich als Kanzler für die Belange Frankfurts stark gemacht. Kohl hatte als Student auch einige Semester in Frankfurt studiert.

Schäfer-Gümbel: "Chance zur Einheit ergriffen"

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Volker Bouffier

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Ähnlich wie Bouffier äußerte sich SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel. "Helmut Kohl war ein großer Europäer und hat die historische Chance zur Einheit ergriffen. Das bleibt bei aller politischen Auseinandersetzung!", teilte Schäfer-Gümbel über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Die FDP-Generalsekretärin Nicola Beer aus Wiesbaden erklärte: "Mit ihm verliert nicht nur Deutschland, sondern Europa einen Politiker, der eine ganze Generation geprägt hat. [...] Mein Mitgefühl gilt seinen Hinterbliebenen."

Der Vorsitzende der hessischen Grünen, Kai Klose, verband auf Twitter seine Würdigung Kohls mit angedeuteter Kritik. Er befand: "Ein Vater der Einheit, ein Europäer aus tiefer Überzeugung, aber auch ein Wegbereiter für Rot-Grün '98."

Kirchenpräsident: "Außerordentlich bedeutender Staatsmann"

Trauer auch bei der Kirche. Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, bezeichnete Kohl als "außerordentlich bedeutenden Staatsmann". Die deutsche Wiedervereinigung und die Stärkung Europas seien "fest mit seinem politischen Wirken verbunden".

Die Point Alpha Stiftung nannte Kohls Wirken "eine bis heute unumstrittene politische Meisterleistung an Mut, kluger staatsmännischer Weitsicht und diplomatischem Geschick". Der ehemalige US-Beobachtungsposten an der hessisch-thüringischen Grenze Point Alpha ist heute eine Mahn- und Gedenkstätte, deren Träger die Stiftung ist.

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