Blick in den Sitzungssaal des Asylkonvent
Beim Asylkonvent kamen zahlreiche Experten zusammen. Bild © picture-alliance/dpa

Handwerk und Pflege: In diesen Bereichen haben Flüchtlinge nach Ansicht der Experten des Asylkonvents die besten Jobmöglichkeiten. Nun soll ihnen der Einstieg erleichtert werden.

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zum Video Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt

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Der hessische Arbeitsmarkt kann die Integration Tausender Flüchtlinge nach Einschätzung von Experten gut verkraften. Der Arbeitsmarkt sei stabil, aufnahmefähig und reiche rein quantitativ für die große Zahl der Asylsuchenden im Land aus, sagte der Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, Frank Martin, beim dritten hessischen Asylkonvent am Mittwoch in Wiesbaden. Jedoch verfüge nur eine kleiner Teil der Menschen über die notwendige Qualifikation für eine Ausbildung oder einen Beruf.

Da Hessen aber bereits seit Jahren auf Zuwanderung von ausländischen Fachkräften angewiesen ist, sei es im Interesse aller, Flüchtlinge über Sprachkurse, Qualifizierungsangebote und Praktika gezielt auf die Arbeitswelt vorzubereiten. Im Handwerk liegen laut Martin die größten Chancen für die Flüchtlinge. Vor allem in der Metall- und Elektrobranche gebe es großen Bedarf. Er sehe aber keine Notwendigkeit, die durchschnittlich drei Jahre dauernde Ausbildung für Flüchtlinge zu verkürzen, sagte der Behördenleiter.

32.000 neue Stellen im Rhein-Main-Gebiet

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zum Audio Arbeitsmarktinitiative für Flüchtlinge

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Bei dem Expertentreffen wurden Schritte zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt beschlossen. Im Mittelpunkt der Initiative sollen der berufsbezogene Spracherwerb und die Qualifikation für den Beruf stehen. Obdachlosigkeit vermeiden und Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren – das seien die zentralen Themen für den Zusammenhalt der Gesellschaft, betonte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Nach Einschätzung des Regierungschefs bieten neben dem Handwerk die Pflegeberufe eine große Chance für die Flüchtlinge. Da es aber in Deutschland für den Beruf hohe Qualitätsstandards gebe, sei das eine eher mittelfristige Möglichkeit. Handwerkskammer-Präsident Bernd Ehinger sprach von rund 32.000 neuen Stellen, die alleine die Region Frankfurt/Rhein-Main im nächsten Jahr erwarte. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) kündigte zusätzliche Landesprogramme an.

Opposition hofft auf konkrete Umsetzung

Linken-Fraktionschefin Janine Wissler kritisierte, die Ergebnisse des Expertentreffens genügten nicht. Zudem sei die Runde nicht ausgewogen zusammengesetzt. Es fehlten muslimische Verbände. Der SPD-Flüchtlingsexperte Ernst-Ewald Roth begrüßte die Initiativen und betonte die Wichtigkeit der Integrationsaufgabe. Der FDP-Sozialexperte René Rock mahnte an, dass Vorschläge nun auch konkret umgesetzt werden müssten.

Das Paket zur Integration der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt war von Vertretern aus Wirtschaft, Gewerkschaft, kommunalen Spitzenverbänden, der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände und Volkshochschulen sowie dem Wirtschafts-, Sozial- und Kultusministerium unterzeichnet worden. Die nächste große Runde des Asylkonvents ist für den 1. Juli geplant.

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