Generalsekretär der Bundes-CDU: Peter Tauber
Generalsekretär der Bundes-CDU: Peter Tauber Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Erst "Arschloch", jetzt "Drecksnazi": Der hessische Generalsekretär der Bundes-CDU, Peter Tauber, hat in den sozialen Medien wieder ausgeteilt. Ein Nutzer hatte ihn nach einem Trauer-Tweet für die Toten des Zugunglücks von Bad Aibling provoziert.

"Wahrheit kommt mit wenigen Worten aus." Diese Weisheit des chinesischen Philosophen Lao-Tse twitterte der Generalsekretär der Bundes-CDU, Peter Tauber, Anfang Januar, nachdem er einen Pöbler auf seiner Facebook-Seite "Arschloch" genannt hatte. Der Nutzer hatte damals gefragt, ob Tauber wisse, wie lange Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schon unter Geisteskrankheit leide und wie lange man sie noch Politik gegen das deutsche Volk machen lasse.

Sechs Wochen später beweist der Bundestagsabgeordnete aus dem Main-Kinzig-Kreis: Er will es weiterhin mit Lao-Tse halten. Denn am Dienstagabend platzte Tauber in den sozialen Netzwerken erneut der Kragen: Einen Twitter-Nutzer nannte er "Drecksnazi".

Tauber hatte zuvor in einem Tweet die Trauer der CDU über das Zugunglück mit zehn Toten im bayerischen Bad Aibling zum Ausdruck gebracht. Ein anonymer Nutzer adressierte ihn daraufhin mit der Aussage: "Bei den Toten Deutschen in der Türkei habt ihr vergessen zu klagen?" (Rechtschreibfehler im Original, d. Red.). Daraufhin entwickelte sich ein kurzer, heftiger Schlagabtausch zwischen dem Nutzer und Tauber.

@USRAELSklave Wie kommen Sie darauf? Auch diese Toten haben wir betrauert. Allerdings disqualifiziert sich ihr Profil von selbst.

Das Twitter-Profilbild des anonymen Pöblers trägt den Schriftzug "Refugees NOT welcome" (dt. "Flüchtlinge NICHT willkommen"), als Wohnort gibt er "Deutsches Reich 1871-1918" an, sein Nutzername lautet @USRAELSklave - ein Wortspiel aus USA, Israel und Sklave. In seinen Tweets hetzt er gegen Israel, Medien und "PolitikVerbrecher", dazu nutzt er immer wieder Nazi-Vokabular ("vor einem Volksgerichtshof mit dem Pack").

Tauber, promovierter Historiker, konfrontierte den Pöbler öffentlich mit dessen Aussagen auf Twitter ("Allerdings disqualifiziert sich ihr Profil von selbst.") und nannte ihn schließlich "Drecksnazi". Am Mittwoch stellte Tauber auf Twitter klar: Er habe nicht irgendeinen Twitter-Nutzer beschimpft, "sondern jemanden, der das Unglück nutzt, um gegen Fremde und Israel zu hetzen ..."

@ZDFheute Nicht "einen User", sondern jemanden, der das Unglück nutzt, um gegen Fremde und Israel zu hetzen...

Wie bereits sein "Arschloch"-Post auf Facebook wurde Taubers "Drecksnazi"-Tweet in den sozialen Medien kontrovers diskutiert. Neben Zustimmung ("adäquat angeprochen", "stark!", "weiter so") erntete die Aussage auch Kritik. Nutzer bewerteten Taubers Wortwahl unter anderem als falsches Vokabular, niveaulos oder nicht angemessen.

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Peter Tauber

Der 41-Jährige aus dem Main-Kinzig-Kreis ist seit 2009 Bundestagsabgeordneter der CDU. Seit seiner Wiederwahl 2013 vertritt er dort den Wahlkreis 175 (Main-Kinzig / Wetterau II / Schotten). Im Dezember 2013 wählte ihn die Bundes-CDU zu ihrem Generalsekretär. Tauber promovierte an der Universität Frankfurt im Fach Geschichte. Er ist bekennender Anhänger des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach.

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Der CDU-Generalsekretär will offenbar weiter deutliche Worte finden für jene, die - wie er bereits im Januar schrieb - in sozialen Netzwerken "andere wegen ihrer Meinung herabwürdigen, die rechtsradikalen Dreck und antisemitische Hetze verbreiten". Denen müsse man sagen, was sie sind: "Nazis, Antidemokraten und mancher von denen ist schlichtweg ein Arschloch."

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41 Kommentare

  • Endlich wird das rechte Pack beim Namen genannt. Kurz und knapp, bravo!

  • Ich finde er hat die richtigen Begriffe für den Adressaten gefunden. Für menschenverachtendes Gedankengut sollte es in unserer aufgeklärten Gesellschaft keinen Raum geben und wer sich dennoch auf solch ekelhafte Weise öffentlich äußert muß, auch von prominenter Stelle als das benannt werden was er/sie ist: ein widerliches, menschenverachtendes ARSCHLOCH. Ich bin absolut kein Freund solch vulgärer Sprache aber die Geschichte sollte uns gelehrt haben, daß wir Menschen, die eine Gesinnung haben wie der Adressat von Herrn Tauber mit der konzertierten Verachtung aller anständigen Bürger dieses Landes begegnen müssen.

  • Mit "Arschlöchern ..." scheint sich Dr. Tauber recht gut auszukennen.

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