Etwa 25.000 Menschen beteiligten sich am Samstag an der Großdemonstration gegen die Handelsabkommen TTIP und Ceta.
Etwa 25.000 Menschen beteiligten sich laut Polizei am Samstag an der Großdemonstration gegen die Handelsabkommen TTIP und Ceta. Die Veranstalter sprachen von 50.000. Bild © picture-alliance/dpa

Bei einer Demonstration gegen die Freihandelsabkommen CETA und TTIP sind laut Veranstalter 50.000 Menschen in Frankfurt auf die Straße gegangen. Die Polizei zählte 25.000 Teilnehmer. Zum Nachlesen: Der hessenschau.de-Liveticker von der Demonstration.

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Es war eine friedliche und bunte Demonstration in Frankfurt: Zehntausende protestierten am Samstag gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA. In ganz Deutschland waren hunderttausende Menschen zum Aktionstag "Stop CETA und TTIP" in sieben deutschen Großstädten auf der Straße - die Veranstalter sprachen von insgesamt 320.000 Menschen. In Frankfurt kamen laut Veranstalter 50.000 Teilnehmer, die Polizei sprach von 25.000 Menschen. Das Wichtigste zur Frage, warum gegen die Freihandelsabkommen demonstriert wird und wie die Befürworter argumentieren, können Sie hier nachlesen.

Unsozial, unökonomisch und unfair sind die Freihandelsabkommen TTIP und CETA - sagen die Kritiker. Unter dem Motto "Für einen gerechten Welthandel" waren Bauern mit ihren Treckern ebenso gekommen wie Vertreter von Gewerkschaften, Umweltschutzverbänden und Parteien. Auch Flughafengegner waren unter den Demonstranten, die friedlich, bunt und laut durch die Innenstadt zogen.

"Keine wirtschaftskonforme Demokratie"

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Das bundesweite Demobündnis "Stop CETA und TTIP" fühlte sich durch die zahlreichen Teilnehmer in seinen Forderungen bestätigt: "Beide Abkommen schaffen eine konzernfreundliche Paralleljustiz, beide sind eine Gefahr für die Demokratie, für Sozial- und Umweltstandards und die öffentliche Daseinsvorsorge, beide müssen gestoppt werden. CETA bedeutet TTIP durch die Hintertür", hieß es vom Bündnis.

Auf Plakaten und Transparenten forderten Demonstranten "Keine wirtschaftskonforme Demokratie", "Brecht die Macht der Konzerne" oder einfach "TTIP stoppen". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) wurden auf manchem Plakat direkt angesprochen: "Merkel & Gabriel: Still und heimlich wollt Ihr die Demokratie verkaufen". Ein als Huhn verkleideter Demonstrant verkündete: "Chlorhühnchen, nein Danke!"

Oberbürgermeister Feldmann fürchtet mehr Macht für Konzerne

Der Frankfurt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sprach auf der Abschlusskundgebung. Er sieht durch die Freihandelsabkommen die Selbstbestimmung der Kommunen gefährdet - Konzerne sollen nicht bei Bildungsfragen oder der Mietpreisbremse mitbestimmen. Auch Landwirte fürchten TTIP: "TTIP bedeutet einen direkten Angriff auf die bäuerliche Landwirtschaft", sagte Milchbauer Moritz Schäfer während der Auftaktkundgebung am Opernplatz. Alexis Passadakis vom Antiglobalisierungsbündnis Attac Frankfurt rief den Teilnehmern zu: "TTIP und Ceta sind unsozial und unökonomisch".

Zitat
„Die Zusammenarbeit der Polizei mit der Versammlungsleitung war sehr kooperativ.“ Zitat von Gerhard Bereswill, Frankfurter Polizeipräsident
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Die Demonstration verlief friedlich, seitens der Teilnehmer verzeichnete die Polizei lediglich einige Verstöße gegen das Vermummungsverbot. Am Rand der Route machten Neonazis auf sich aufmerksam. Am Eschenheimer Turm nahe der Demonstration wurden acht mutmaßliche Rechtsextreme festgenommen, laut Polizei waren sie mit Schlagstöcken und Pfefferspray bewaffnet. Zu einer Konfrontation mit Demo-Teilnehmern kam es aber nicht. Auf dem Main fuhren vier Personen mit Schlauchbooten, zündeten Bengalos und schwenkten eine Fahne dem Symbol "Hammer und Schwert", ein Hinweis auf gleichfalls rechtsextreme Gesinnung.

Der hessenschau.de-Liveticker zum Nachlesen:

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