Frankfurter Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne)
Grünen-Politikerin Nargess Eskandari-Grünberg Bild © Stadt Frankfurt

Nach der CDU treten auch die Grünen mit einer Frau bei der Frankfurter Oberbürgermeisterwahl 2018 an. Dabei wissen sie, dass ihre Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg für eine Gruppe ein rotes Tuch ist.

Die ehemalige Frankfurter Integrationsdezernentin Nargess Eskandari-Grünberg ist Kandidatin der Grünen bei der Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr. "Ich will die erste Migrantin sein, die in dieser Stadt zur Oberbürgermeisterin gewählt wird", sagte die 1965 in Teheran geborene Iranerin, die 1985 als politischer Flüchtling nach Frankfurt kam, am Donnerstag.

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„Für Rechtspopulisten ist die Frau mit den deutlichen Ansagen und dem iranisch-jüdischen Doppelnamen über die Grenzen Frankfurts hinaus ein rotes Tuch.“ Zitat von Aus einer Pressemitteilung der hessischen Grünen
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Laut Marina Ploghaus, Vorstandssprecherin der Frankfurter Grünen, ist die promovierte Diplom-Psychologin die "Wunschkandidatin des Vorstands". Das letzte Wort hat allerdings die Basis am 29. März auf der Kreismitgliederversammlung. Die Kandidatin sei "Migrantin, Ankommerin, Integrationsfigur", betonte Vorstandssprecher Bastian Bergerhoff. Es sei an der Zeit, dass "Frankfurt ein Zeichen für Vielfalt setzt".

"Hier ist Haltung gefragt"

Eskandari-Grünberg, die sich selbst als "Verfassungspatriotin" bezeichnete, will sich als Oberbürgermeisterin für gesellschaftlichen Diskurs stark machen. Bei aller Weltoffenheit und Toleranz sei auch Frankfurt nicht frei von Konflikten, sagte sie. "Hier darf sich ein Stadtoberhaupt nicht wegducken. Hier ist Haltung gefragt." Eskandari-Grünberg sieht sich auch offen für Konzepte, "die nicht immer auf Parteilinie liegen mögen".

Erst vor wenigen Wochen hatte der Frankfurter CDU-Vorsitzende Uwe Becker überraschend auf eine Kandidatur bei der OB-Wahl verzichtet - und Bernadette Weyland vorgeschlagen, die derzeit Staatssekretärin im hessischen Finanzministerium ist. Die 59-Jährige soll Ende April auf dem Parteitag der Frankfurter CDU als Kandidatin nominiert werden. Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) muss damit bei der Direktwahl im Frühjahr 2018 mit zwei starken weiblichen Konkurrentinnen rechnen.

Sendung: hr-iNFO, 09.03.2017, 13.00 Uhr

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