Nationalhymne
Bundeskanzlerin Angela Merkel (2. v. r.) singt 2014 in Köln die Nationalhymne. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

Deutschland hat eine Nationalhymne, doch im Grundgesetz steht von ihr nichts: Im März nahm sich die Junge Union Offenbach vor, das zu ändern. Seit Dienstag ist sie dabei einen großen Schritt weiter.

Im März hatte sich die CDU-Jugendorganisation Junge Union (JU) in Offenbach gefragt: Warum steht unsere Nationalhymne nicht im Grundgesetz? Dort ist zwar geregelt, dass die Bundesflagge schwarz-rot-gold ist, von der Hymne aber kein Wort. Sie ist allein durch Briefe von Kanzleramt und Bundespräsident festgeschrieben.

CDU-Bundesparteitag findet Idee gut

Zu wenig Ehre für das Lied der Deutschen, fand der Vorstand des JU Kreisverbandes Offenbach mit 125 Mitgliedern. "Einigkeit und Recht und Freiheit - für uns ist die Nationalhymne ein Bekenntnis zum Dreiklang, der unsere Gesellschaft ausmacht", sagt JU-Kreischef Marc Oliver Junker.

Seit Dienstag kann sich der JU-Kreisverband der Unterstützung der CDU Deutschlands sicher sein, wenn er darum kämpft, die Hymne ins Grundgesetz zu bringen. Beim Bundesparteitag in Karlsruhe stimmten die Delegierten für den entsprechenden Antrag. Die Bundesregierung soll sich dafür einsetzen.

JU-Bundeschef: "Ein Zeichen setzen"

Ein Erfolg für die Offenbacher, deren 23 Jahre altes Mitglied Nico Barthel den Antrag im Frühjahr formuliert hatte. Über die Junge Union in Hessen und Deutschland fand er seinen Weg bis zum Bundesparteitag der CDU.

Der Antrag sei vor der Diskussion um Flüchtlinge und Leitkultur entstanden, sagt Junker. Die Debatte aber verlieh ihm zusätzlichen Rückenwind. JU-Bundesvorsitzender Paul Ziemiak sagte am Dienstag: "Gerade jetzt, wo so viele Menschen zu uns kommen, sollten wir ein Zeichen setzen, dass unsere Nationalhymne das ausdrückt, was wir fühlen."

Noch viele Hürden

In Diskussionen mit Schülern will Junker künftig vom Antrag zur Hymne erzählen, wenn diese ihn wieder einmal fragen: Was könnt ihr erreichen in so einer großen Partei? "Das ist ein Beispiel, wie es ein Antrag von uns an der Basis bis zum Bundesparteitag schafft", sagt er. "Das hat uns sehr gefreut."

Für eine Änderung des Grundgesetzes ist allerdings eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig, die CDU bräuchte Mitstreiter bei anderen Parteien. "Noch gibt es viele Hürden", weiß Junker. Er sagt aber auch: "Wir sind ja noch jung, wir können das Thema in der Zukunft weiter verfolgen."

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Die dritte Strophe des Liedes der Deutschen

Dem Beschluss des CDU-Bundesparteitages zufolge soll Artikel 22 des Grundgesetz um folgenden Passus ergänzt werden: "Die Nationalhymne der Bundesrepublik Deutschland ist die dritte Strophe des Liedes der Deutschen mit dem Text von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben und der Melodie von Joseph Haydn."

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