Rathaus-Schild
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Die Wähler im mittelhessischen Leun sollen ihren Bürgermeister absetzen, weil er zu oft wegen Krankheit fehle. Da sind sich die Stadtverordneten einig. Sie haben schon einen Terminplan.

Die Stadtverordneten in Leun (Lahn-Dill) haben ein gemeinsames Ziel: Bürgermeister Joachim Heller (parteilos) soll seinen Posten räumen. Ein Antrag aller 25 Abgeordneten werde auf der nächsten Sitzung am 8. Mai gestellt, teilte Stadtverordneten-Vorsteher Jürgen Ambrosius (SPD) am Dienstag dem hr mit und bestätigte damit einen entsprechenden Bericht der Wetzlarer Neuen Zeitung (WNZ).     

Grund für das geplante Abwahlverfahren sind demnach die häufigen Fehlzeiten des Rathauschefs. Krankheitsbedingt habe sich Heller in der Vergangenheit immer wieder längere Phasen abgemeldet, schreibt die WNZ. Wichtige Belange des 6.000-Einwohner-Städtchens seien auf der Strecke geblieben.   

Erklärung angekündigt

Stadtverordneten-Vorsteher Ambrosius wollte sich auf Nachfrage nicht zu Details äußern und verwies auf eine für Donnerstag geplante Erklärung, in der offenbar auch Bürgermeister Heller zu Wort kommen soll. Läuft alles nach Plan der Abgeordneten aus fünf Fraktionen, soll das Abwahlverfahren am 8. Mai in die Wege geleitet werden. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit ist nötig.

Sollte der seit 2013 regierende Heller danach nicht innerhalb einer Woche freiwillig zurücktreten, würden letztlich die Leuner Bürger über eine Amtsenthebung entscheiden. Mindestens 30 Prozent der Wahlberechtigten müssten sich an einer Abstimmung beteiligen, die parallel mit der Bundestagswahl am 24. September stattfinden könnte.

Bereits am 7. Mai findet in Hirzenhain (Wetterau) ein Abwahlverfahren gegen den wegen Wahlfälschung verurteilten Bürgermeister Freddy Kammer (parteilos) statt.

Sendung: hr-iNFO, 25.04.2017, 13.30 Uhr

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