Wurde der norwegische Massenmörder Anders Breivik wenige Monate vor seinen Verbrechen mit Waffenteilen im Auto von der Polizei bei Wetzlar kontrolliert? FDP und Jungsozialisten haben Fragen an die Landesregierung zu einem entsprechenden Medienbericht.

Anders Behring Breivik 2012 in Oslo im Gerichtssaal
Anders Behring Breivik 2012 in Oslo im Gerichtssaal Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)

In einer Dokumentation des Fernsehsenders Arte ("Waffen für den Terror") heißt es, dass der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik wenige Monate vor den Anschlägen von Oslo und Utøya in eine Polizeikontrolle in der Nähe von Wetzlar geraten sein soll. Dabei soll er Waffenteile und Munition im Fahrzeug transportiert haben.

Dem TV-Bericht zufolge durfte Breivik nach der Kontrolle weiterfahren. Das Bundeskriminalamt (BKA) hätte die norwegischen Behörden darüber informieren sollen, die Erkenntnisse sollen aber nicht angekommen sein. Das BKA teilte dazu mit, dass der Vorwurf derzeit intern geprüft werde.

"Verdacht darf nicht im Raum stehen bleiben"

Die FDP und die hessischen Jungsozialisten wollen die Informationen aus der TV-Doku von der Landesregierung klären lassen. Der innenpolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Wolfgang Greilich, fragt in einer Kleinen Anfrage unter anderem, ob und aus welchem Grund Breivik kontrolliert wurde, welche Polizeikräfte beteiligt waren und ob die Informationen aus der Kontrolle an die norwegische Polizei oder andere deutsche und europäische Sicherheitsbehörden weitergegeben wurden.

Der hessische Juso-Vorsitzende Patrick Krug sagte: "Der Verdacht, dass ein späterer Massenmörder unter den Augen der Polizei Waffen und Munition durch halb Europa fahren kann, darf nicht ungeklärt im Raum stehen bleiben." Die Forderung nach Aufklärung richte sich auch an das Bundesinnenministerium.

Terroranschlag mit 77 Toten

Breivik hatte bei seinen Terroranschlägen im Juli 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen erschossen und etwa 90 verletzt. Unter seinen Opfern waren viele Kinder und Jugendliche, die ein Ferienlager der norwegischen Arbeiterpartei auf der Insel besuchten. Für seine Taten wurde er zu einer Gefängnisstrafe von 21 Jahren verurteilt.

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