Michael Siebel (SPD, l.) und Jochen Partsch (Grüne)
Michael Siebel (SPD, l.) und Jochen Partsch (Grüne) Bild © Collage (hessenschau.de)

Die Darmstädter SPD wagt, was die CDU nicht will: Sie schickt bei der OB-Wahl gegen den grünen Amtsinhaber Jochen Partsch einen eigenen Kandidaten ins Rennen.

Die SPD in Darmstadt hat ihren Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl im März 2017 benannt. Der Chef der Fraktion im Stadtparlament und Landtagsabgeordnete Michael Siebel fordert Amtsinhaber Jochen Partsch (Grüne) heraus.

Der SPD-Unterbezirksvorstand habe den 59 Jahre alten Siebel einstimmig als Kandidaten bestimmt, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstag. Ein Nominierungsparteitag im November muss die Entscheidung noch bestätigen.

"Das ist ein große Herausforderung, aber auch eine große Ehre für mich", postete Siebel am Dienstag auf seiner Facebook-Seite. Und der Politiker, der Vizefraktionschef der SPD im Landtag ist, versprach seinen Parteifreunden: "Das wird ein richtig geiler Wahlkampf."

Kein CDU-Kandidat

Mit einem CDU-Bewerber muss sich Siebel in diesem Wahlkampf nicht auseinandersetzen. Die Darmstädter Christdemokraten verzichten zugunsten ihres grünen Koalitionspartners auf einen eigenen Kandidaten und unterstützen Partsch. Diese ungewöhnliche Entscheidung hatte die Partei am Montag bekannt gegeben.

Darmstadt habe sich in den Jahren der grün-schwarzen Zusammenarbeit in Parlament und Stadtregierung "zum erheblichen Vorteil" der Bürger entwickelt. Das wolle man fortsetzen, hieß es zur Begründung.

Partsch erster grüner OB in hessischer Großstadt

Partsch hatte sich 2011 als erster Grünen-Politiker bei einer OB-Wahl in einer hessischen Großstadt durchgesetzt. In der Stichwahl holte der 56-Jährige 69,1 Prozent der Stimmen und gewann so gegen den damaligen Amtsinhaber Walter Hoffmann (SPD). Bis dahin hatte seit 1945 stets die SPD den Oberbürgermeister in Darmstadt gestellt.

Bei der Kommunalwahl im März dieses Jahres hatten die Grünen in Darmstadt alle anderen Parteien deutlich hinter sich gelassen, auch den Koalitionspartner CDU. Sie erzielten 29,7 Prozent, gefolgt von den Christdemokraten mit 18,2 Prozent.

Seitdem regiert Grün-Schwarz Darmstadt ohne eigene Mehrheit. Dazu fehlt dem Bündnis ein Sitz. Also wollte man sich vor allem auf die Fraktion Uffbasse stützen - eine linksalternative Bürgerliste. Oberbürgermeister Partsch nannte das einen "neuen Politikansatz", die Kiwi-Koalition plus Uffbasse.

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