Malte Jörg Uffeln kämpft um seinen Posten als Bürgermeister von Steinau an der Straße. Für das laufende Disziplinarverfahren hat der wegen einer "Führer"-Widmung in die Kritik geratene Rathaus-Chef einen Anwalt eingeschaltet.

Malte Jörg Uffeln
Malte Jörg Uffeln will Rathaus-Chef bleiben. Bild © hr

Die Kommunalaufsicht prüft auf Antrag des Parlaments der kleinen Brüder-Grimm-Stadt im Main-Kinzig-Kreis, ob Bürgermeister Malte Jörg Uffeln mit seiner "Führer"-Widmung in einer Bormann-Biograpie ein Dienstvergehen begangen hat. Uffeln hatte nach Bekanntwerden der Widmung in dem Geschenk an den Chef des Hauptamtes betont, dass es sich um eine "Angelegenheit in der Privatsphäre" handle.

Nun schaltete der Rathauschef für das laufende Disziplinarverfahren einen Beamtenrecht-Spezialisten ein. Bis Anfang Juli werde seine Stellungnahme bei der Kommunalaufsicht eingehen, erklärte Uffeln am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Freiwillig zurücktreten will der parteilose Bürgermeister nicht.

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Uffeln will nicht zurücktreten - Bürgerentscheid am 24.9.

Auch von Seiten der Bürger droht dem polarisierenden Politiker Ungemach. Denn die Stadtverordnetenversammlung hat ein Abwahlverfahren eingeleitet. Ob der Bürgermeister abgewählt wird, darüber entscheiden die Steinauer bei einem Bürgerentscheid am 24. September.

Anlass des Ärgers ist eine fragwürdige Widmung des Bürgermeisters in einem Buch über Adolf Hitlers Sekretär Martin Bormann. Uffeln hatte das Geschenk für seinen Hauptamtsleiter mit der Widmung versehen: "Mein Sekretär! Ihnen, meinem treuen Paladin, in dankbarer Verbundenheit. Ihr Malte Jörg Uffeln ,mF' 20.04.2015." Die Abkürzung "mF" kann auch als "mein Führer" gelesen werden. Zudem ist der 20. April Hitlers Geburtsdatum. Uffeln betonte: "Ich habe keine braune Gesinnung". Es sei ein Scherz und ein Fehler gewesen. Die Staatsanwaltschaft Hanau sieht keinen Grund für Ermittlungen.

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