Wahlplakate in Frankfurt
Der Kommunalwahlkampf hat begonnen: Plakate in Frankfurt. Bild © picture-alliance/dpa

Schwarz-Grün wäre in Frankfurt passé, und die SPD würde sich mit der CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern: Eine Meinungsumfrage sagt fünf Wochen vor der Kommunalwahl in Hessen einen Umbruch für Hessens größte Stadt voraus.

Deutliche Zuwächse sagt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der FNP den Sozialdemokraten bei den hessischen Kommunalwahlen am 6. März voraus. In Frankfurt käme die SPD demnach auf 29 Prozent der Stimmen – ein Zuwachs von 7,7 Prozentpunkten, wie die Frankfurter Neue Presse (FNP) in ihrer Dienstagsausgabe berichtet. Damit läge die SPD knapp vor der CDU, die die Meinungsforscher bei 28 Prozent sehen. Für die Christdemokraten in Frankfurt würde dies ein Minus von 2,5 Prozent bedeuten.

Mit erheblichen Verlusten müssen die Grünen rechnen, die bei den Kommunalwahlen vor fünf Jahren kurz nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima besonders gut abgeschnitten hatten. In Frankfurt verlören die Grünen der Forsa-Umfrage zufolge 8,8 Prozentpunkte und kämen auf 17 Prozent der Stimmen. Die schwarz-grüne Mehrheit im Römer wäre damit weg.

AfD in Frankfurt und Bad Homburg einstellig

Die Linke verbessert sich laut der Umfrage 3,6 Punkte auf 9 Prozent, die FDP legt um 1,1 Prozentpunkte auf 5 Prozent zu. Die rechtspopulistische AfD käme mit 6 Prozent auf ein einstelliges Ergebnis in Frankfurt.

Auch für Limburg, Hofheim und Bad Homburg hatte die FNP die Ergebnisse abgefragt. In Limburg müssten CDU (39 Prozent, -3,2 Prozentpunkte) und Grüne (15 Prozent/ -0,5 Prozentpunkte) ebenfalls mit Verlusten rechnen, während die SPD (37 Prozent/ +9,5 Prozentpunkte) zulegen kann.

Auch in Hofheim schneiden CDU (30 Prozent, -7,3 Prozentpunkte) und Grünen (19 Prozent, -3,2 Prozentpunkte) schlechter ab als noch vor fünf Jahren. Die SPD käme dagegen mit 26 Prozent der Stimmen auf ein Plus von 3,4 Prozentpunkten.

Schwere Verluste für Grüne in Bad Homburg

Anders als in den drei zuvor genannten Städten kann die CDU in Bad Homburg einen Zuwachs erwarten: Die Meinungsforscher sehen sie hier bei 46 Prozent, das wären 5,7 Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren. Die SPD gewänne leicht hinzu (+0,4 Prozentpunkte) und käme auf 15 Prozent.

Die Grünen, die zuletzt zweitstärkste Partei hinter der CDU waren, fallen mit 10 Prozent auf Platz drei zurück und müssen enorme Verluste von 13,6 Prozentpunkten hinnehmen. Die AfD, die in Limburg und Hofheim nicht antritt, kann laut Umfrage mit 9 Prozent der Stimmen rechnen.

Schäfer-Gümbel: "Guter Ansporn"

SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel nannte die Umfrageergebnisse einen "guten Ansporn für den Straßenwahlkampf": "Auch da werden wird deutlich machen, dass die kommunalfeindliche Politik der schwarz-grünen Landesregierung die Städte und Gemeinden enorm unter Druck setzt und ihre Handlungsfähigkeit bedroht."

Auch die Linke sprach angesichts der Umfrage von "Rückenwind für den Wahlkampf". In Limburg und Bad Homburg bekäme die Partei der aktuellen Umfrage zufolge 4, in Hofheim 5 und in Frankfurt 9 Prozent. "Diese Momentaufnahme motiviert uns, weiter mit voller Kraft für soziale Gerechtigkeit in lebenswerten Städten, Kreisen und Gemeinden zu kämpfen", sagte Linken-Landeschef Jan Schalauske.

Zuversicht trotz der gravierenden Einbußen demonstrierten die Grünen. Der Wahlkampf habe erst begonnen und müsse gegen die Stimmungsmache der Rechtspopulisten geführt werden, teilten die Landeschefs Daniela Wagner und Kai Klose mit. Es sei der Partei zudem klar, "dass unser Potenzial gerade im Ballungsraum Rhein-Main größer ist als die Werte, die Forsa jetzt ermittelt hat".

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