Felix Stamm Gläserzell
Felix Statt wird wohl Hessens jüngster Ortsvorsteher. Bild © osthessen-news.de (Julius Böhm)

Anstatt fürs Abitur zu lernen, hat Felix Statt aus Fulda in den vergangenen Wochen Wahlkampf gemacht. Mit Erfolg: Der 18-Jährige wird bald wohl zum jüngsten Ortsvorsteher Hessens gewählt. Das Abi kriegt er auch noch hin.

Felix Statt aus dem Fuldaer Ortsteil Gläserzell erlebt einen aufregenden Monat. Am vergangenen Sonntag gewann er mit der CDU die Ortsbeiratswahl, nächsten Montag schreibt er seine erste Abiturprüfung. "Ich habe früh angefangen zu lernen", sagte er am Freitag zu hessenschau.de. Ein Glück - denn viel Zeit für die Abivorbereitung hatte Statt bisher nicht. "Aber der Stoff sollte eh schon im Kasten sein."

Statt verschaffte der CDU in Gläserzell 58,9 Prozent der Stimmen, ein Plus von 26,5 Prozentpunkten. Die Wochen vor dem Wahltermin seien schon anstrengend gewesen, sagt er. Er ging zu Seniorenabenden und sprach mit Menschen auf der Straße.

Der 18-Jährige bekam Unterstützung von Sozial-Staatssekretär und Parteifreund Wolfgang Dippel. Der ehemalige Bürgermeister fördert Statt, seit dieser mit 16 Jahren zum Vorsitzenden des CDU-Ortsverbands in Gläserzell gewählt wurde.

"Habe gleich ja gesagt"

Zu diesem Zeitpunkt hatte Statt in seiner Heimatstadt schon die Schüler-Union gegründet und im Kreisvorstand mitgewirkt. "Als mich der damalige Vorsitzende des Ortsverbands gefragt hat, ob ich den Vorsitz übernehmen wollte, habe ich gleich ja gesagt. Ich fand es total interessant, der Erwachsenen-CDU beizutreten", sagt er heute dazu. Sein Alter war für die Parteifreunde kein Thema.

Felix Statt Wahlkampf
Felix Statt (am Rednerpult) beim Wahlkampf in Fulda Bild © Felix Statt

Vor fünf Jahren war der junge Felix auf die Politik aufmerksam geworden. "Beim Politikunterricht ging es um Fragen wie: Was macht der Kreistag, was macht der Ortsvorsteher? In dem Jahr waren auch Kommunalwahlen", sagt er, "dann bin ich auf die Junge Union gestoßen. Wie die Jungfrau zum Kinde."

Neue Wege für 1.200-Einwohner-Stadtteil

Mitte April wird er aller Voraussicht zum jüngsten Ortsvorsteher Hessens gewählt. "Ich bin es ja noch nicht", betont er. Pläne für Gläserzell hat Statt allerdings genug: "Wir sind mit ganz konkreten Themen angetreten. Für die Jugendlichen möchte ich einen Freiraum schaffen, ein Haus nur für die Jugend. Und die schlechten Busverbindungen in die Stadt sind ein Thema."

Auch für die älteren Einwohner soll es im 1.200-Einwohner-Stadtteil etwas zu tun geben. "Ich möchte da neue Wege gehen", sagt Statt. "Ich denke zum Beispiel an Autorenlesungen."

Bei dem vollen Terminkalender bleibt nicht immer Zeit für Freunde. "Gerade in der Abiturvorbereitung fanden sie es schon komisch, dass ich mir für den Wahlkampf so viel Zeit genommen habe", sagt der junge Politiker. "Aber die nehmen das ganz locker. Wir treffen und öfter mal Abends oder zu eher ungewöhnlichen Zeiten. Es ist mir wichtig, dass Freundschaften nicht zu kurz kommen."

Kein Berufspolitiker

Die Wahl zum Ortsvorsteher soll vorerst Statts letzte Wahl sein. Wenn er das Abitur besteht, will er in Fulda ein Theologiestudium anfangen. Ein Leben als Berufspolitiker kann er sich nicht vorstellen. "Ich möchte mein Leben leben und die politische Arbeit als Hobby weiterführen. Jemand, der gerne Bücher liest, wird auch nicht gleich Autor."

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