Darmstädter Schloss
Das Darmstädter Schloss Bild © Imago

Auch in Darmstadt hat die AfD auf Anhieb ein zweistelliges Ergebnis erzielt. Während CDU und SPD laut Trendergebnis deutlich verloren, mussten die Grünen nur wenig abgeben. Die grün-schwarze Koalition in der Wissenschaftsstadt steht auf der Kippe.

Nach dem aktuellen Trendergebnis verlor die CDU bei der Stadtverordnetenwahl am Sonntag 6,7 Prozentpunkte und liegt nur noch bei 18,1 Prozent. Die Grünen büßten 1,9 Prozentpunkte ein und kamen auf 31,0 Prozent, bleiben damit aber stärkste Fraktion.

AfD auch in Darmstadt stark

Die SPD ist weiter drittstärkste Kraft, verlor aber 6,2 Prozentpunkte und rutsche auf 15,1 Prozent ab. Gewinner in Darmstadt ist wie in vielen anderen Kommunen auch die AfD, die im ersten Anlauf auf 12,2 Prozent kam und somit die viertstärkste Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung stellt.

Kommunalwahl Darmstadt Grafik Ergebnis
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Die Bürgerbewegung Uffbasse legte mit 7,0 Prozent leicht zu (2011: 6,5), die Linke steigerte sich von 3,9 Prozent (2011) auf 6,5 Prozent. Die FDP verbesserte ihr Ergebnis um 1,8 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent. Die Wählerverinigung Uwiga blieb mit 3,4 Prozent stabil (2011: 3,5).

Grün-schwarze Regierung fraglich

Zusammen kämen CDU und Grüne, die bislang in Darmstadt regierten, damit nur noch auf 49,1 Prozent. Eventuell müssen sie einen dritten Partner mit ins Boot nehmen, um eine stabile Regierung zu bilden.

Das Trendergebnis ist aber noch mit Vorsicht zu genießen, denn in der Wissenschaftsstadt wurde besonders stark von der Möglichkeit des Kumulierens und Panaschierens Gebrauch gemacht. Viele Stimmzettel sind deshalb noch gar nicht ausgezählt.

Partsch von AfD-Erfolg überrascht

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zum Video Oberbürgermeister Jochen Partsch zum Ergebnis in Darmstadt

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Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) wertete das vergleichsweise gute Abschneiden seiner Partei als Ergebnis überzeugender Arbeit. Die Menschen in Darmstadt hätten es honoriert, dass die Grünen sich für die Stadtteile, mehr Kinderbetreuungsplätze und Haushaltssanierung stark gemacht hätten, sagte er.

Vom starken Abschneiden der AfD, der er im Vorfeld nur 4 Prozent zugetraut habe, zeigte sich Partsch überrascht. Offenbar sei es bei bestimmten Bevölkerungsschichten möglich, mit sehr einfachen Erklärungsmustern Wähler zu überzeugen. Der SPD als möglichem Koalitionspartner erteilte Partsch eine Abfuhr. Diese habe sich im Wahlkampf als "anti-moderne" Partei dargestellt.

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