AfD-Internetseite lahmgelegt
Der Internetzugang zur hessischen AfD-Seite ist gestört. Bild © picture-alliance/dpa

"Network Error" steht auf dem Bildschirm, wenn man derzeit den Internet-Auftritt der AfD Hessen aufrufen will. Hervorgerufen wurde dieser "Netzwerkfehler" durch einen Hackerangriff. Über die Urheber kann die Partei derzeit nur spekulieren.

Seit Dienstagnachmittag habe man beim hessischen AfD-Landesverband gemerkt, dass die Internetseite angegriffen werde, sagte Landesgeschäftsführer Thomas Orth hessenschau.de. Er kümmert sich auch einen Tag später noch darum, den Internetauftritt wieder ans Laufen zu bringen, bislang mit mäßigem Erfolg. Zwar habe es in der Vergangenheit schon mehrere Hackerangriffe auf die Seite gegeben, diesmal sei es aber "ein anderes Kaliber".

Zwar kenne man den Angreifer nicht. Die Attacke komme aber offenbar aus dem Ausland, von wo aus automatisierte Computerprogramme den AfD-Server mit Anfragen überhäuften. "Das ist eine Art des Angriffs, mit der auch multinationale Konzerne lahmgelegt werden", so Orth. Momentan arbeite man an einer technischen Lösung des Problems. Bis Freitag, so hofft er, soll der Server wieder funktionieren.

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„Ich verurteile das, aus meiner Sicht ist es eine undemokratische Handlung“ Zitat von Peter Münch, Sprecher der AfD Hessen
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Weil auch mehrere Kreisverbände ihre Internetauftritte auf dem AfD-Server gespeichert haben, darunter der von Groß-Gerau, sind auch diese Seiten zurzeit nicht zugänglich. Und das wenige Tage vor der hessischen Kommunalwahl am 6. März. Orth bringt die Cyberattacke mit dem Kommunalwahlkampf in Verbindung: "Wir sind uns bewusst, dass die Angriffe erst nach der Kommunalwahl aufhören werden." AfD-Sprecher Peter Münch verurteilte den Angriff als "undemokratische Handlung".

Das frühere Mitglied der Republikaner vermutet linke Gruppen hinter dem Cyber-Angriff: "Davon gehe ich aus. Die CDU wird kaum unsere Webseite angreifen." Solche Angriffe seien aber kein Mittel der politischen Auseinandersetzung. Münch hofft, "dass sich bald alle bewusst sind, dass wir hier Meinungsfreiheit haben." Erst vor wenigen Tagen hatte es einen anderen Angriff gegeben: Die AfD-Politikern Beatrix von Storch war während einer Veranstaltung in Kassel mit einer Torte beworfen worden.

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