Konstantin Rausch sieht die Gelbe Karte.
Auch Konstantin Rausch ging mit einer Gelbsperre aus der Leverkusen-Partie. Bild © Imago

"Zufall" sagen die einen, "Absicht" die anderen: Darmstadt 98 muss am Samstag bei Bayern München auf sage und schreibe fünf gelbgesperrte Stammspieler verzichten. Der Vorwurf der Unsportlichkeit steht im Raum. Doch das wollen Trainer und Spieler der Lilien so nicht akzeptieren.

Der FC Barcelona, Paris St. Germain – und Darmstadt 98. Der Elfmetertrick von Lionel Messi, die starke Champions-League-Leistung von Zlatan Ibrahimovic – und die fünf gelbgesperrten Spieler aus Südhessen. In Sachen Gesprächsthemen unter Fans kann der Bundesligist in diesen Tagen locker mit den ganz Großen des europäischen Fußballs mithalten. Gleich fünf Stammkräfte der Lilien haben sich bei der 1:2-Niederlage gegen Leverkusen am vergangenen Wochenende die fünfte beziehungsweise zehnte Gelbe Karte eingehandelt.

Das Ergebnis: Die vermeintlich unlösbare Auswärtsaufgabe bei Bayern München am kommenden Samstag (15.30 Uhr) werden sie gesperrt verpassen, beim ungleich wichtigeren Kellerduell in Bremen eine Woche später sind sie wieder dabei. Zufall? Oder Absicht? Legitim? Oder unsportlich? Seit Tagen geht in Fußball-Deutschland die Frage um, ob der SV98 auf diese Weise wichtige Spieler zu einem offensichtlich günstigeren Zeitpunkt aus dem Spielbetrieb nehmen lässt. Denn: Vier der fünf Gelben Karten hagelte es in den letzten sechs Spielminuten (84. bis 90.). Kurios ist das allemal.

Was Schuster von den Vorwürfen hält

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"Ich habe das schon wahrgenommen, dass da einige Diskussionen aufgetreten sind", sagte Trainer Dirk Schuster während der Pressekonferenz am Donnerstag – und lenkte die Aufmerksamkeit anschließend geschickt auf ein anderes Thema: "Uns hat das aber gar nicht groß interessiert, weil wir der Meinung sind, den Blick nach vorne richten zu müssen – aufstellungstechnisch." Als Schuster die Nachfrage, was er zum Vorwurf der Unsportlichkeit sage, kurz und knackig mit "gar nix" beantwortete, war die Sache abgehakt.

Aytac Sulu, Peter Niemeyer, Jérôme Gondorf, Konstantin Rausch und Marcel Heller fallen aus. Oder anders gesagt: der Kapitän, das komplette defensive Mittelfeld sowie die bevorzugten Optionen auf beiden Außenbahnen. "Jeder Spieler, der ein Spiel gegen Bayern München vor der Brust hat, möchte da auch spielen", beschwichtigte Schuster und nahm damit indirekt die gesperrten Akteure in Schutz: "Es geht immerhin um Einsätze, um Prämien, um Geld und Reputation. Freiwillig wird kein Spieler so eine Gelegenheit, sich vor einem Millionenpublikum in Deutschland und europaweit zu zeigen, verstreichen lassen."

Vrancic spricht von Zufall - Rausch auch

Einer, der nun so eine Gelegenheit erhalten könnte, ist Mario Vrancic. Der Mittelfeldspieler ist ein Kandidat für eine der beiden vakanten "Sechser"-Positionen. Dass die Flut an Gelbsperren ein Thema für Fans und Experten ist, spielt für den im Sommer vom SC Paderborn verpflichteten Vrancic keine große Rolle. "Sollen sie doch darüber diskutieren. Meiner Meinung nach ist es ein Zufall gewesen", sagte er dem hr-sport. Die Diskussionen der vergangenen Tage habe er deshalb auch gar nicht verfolgt. "Es ist ganz normal im Fußball, dass es Gelbsperren gibt."

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Etwas weniger diplomatisch hatte sich Flügelspieler Konstantin Rausch bereits Anfang der Woche geäußert. "Über das Spiel selbst wird gar nicht mehr gesprochen", ärgerte sich der 25-Jährige am Montag im hr-heimspiel! mit Blick auf die Partie gegen Leverkusen. Rausch war in der 87. Minute eingewechselt worden und sah in der Nachspielzeit die Gelbe Karte. Seiner Meinung nach hätte man genauso gut über eine Abseitsstellung und ein mögliches Foul an Sulu vor dem 1:1 sowie ein "eventuelles Foul" an Vrancic vor dem 1:2 reden können. Ob es diese Themen mit Lionel Messi aufnehmen können, ist allerdings fraglich.

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