Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch
Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch stellt klare Forderungen: Ein neues Stadion muss her. Bild © Imago

Das Darmstädter Stadion am Böllenfalltor steht nach den Warnschüssen der DFL vor dem Aus. Lilien-Präsident Fritsch erhöht deshalb den Druck auf die Stadt. Dort zeigt man sich hilfsbereit - wären da nicht die zu erwartenden hohen Kosten.

Videobeitrag

Video

zum Video Strenge Auflagen für Lilien-Stadion

Ende des Videobeitrags

Was im Jahr 1921 modern war, ist im Jahr 2017 nicht mehr zwangsweise up to date. Das Stadion am Böllenfalltor, das rund 100 Jahre nach der Errichtung temporär den Namen des verstorbenen Jonathan Heimes trägt, wird auf Dauer nicht mehr als Profifußball-Spielstätte für den SV Darmstadt 98 fungieren können. Nach den strengen Lizenz-Auflagen der DFL, die gleich eine ganze Reihe von baulichen Maßnahmen beinhalteten, schlug Präsident Rüdiger Fritsch am Donnerstag Alarm. "Das ist eine sehr, sehr ernstzunehmende Thematik", sagte er im Gespräch mit hr-iNFO.

Fritsch will sich gegen DFL wehren

Man wisse zwar nicht erst seit gestern, dass das aktuelle Stadion "ein Problemfeld" darstelle, das konkrete Ausmaß der DFL-Forderungen habe die akuten Schwierigkeiten aber noch einmal verschärft. Die Notwendigkeit, schnell eine dauerhafte Lösung zu finden, sei "existenziell", so Fritsch. "Ansonsten stehen all die tollen Dinge, die hier gemeinsam mit dem Fußball entstanden sind, auf dem Spiel." Ohne vernünftiges Stadion wird es in Zukunft keinen Profifußball mehr in Südhessen geben.

Audiobeitrag
dpa Fritsch

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fritsch: "Das ist eine sehr, sehr ernstzunehmende Thematik"

Ende des Audiobeitrags

Doch was tun? Die DFL hat die Lilien unmissverständlich aufgefordert, die Gegengerade bis zum 31. Januar 2018 mit einem Dach auszustatten und auch im Umfeld weitere kleine Verbesserungen vorzunehmen. Sollte das nicht passieren, müssten Darmstädter Heimspiele künftig in Ausweichstätten wie Offenbach oder Frankfurt ausgetragen werden. "Eine Katastrophe", wie Fritsch betont, der deshalb im ersten Schritt rechtlich gegen die Vorgaben vorgehen will. Alles andere sei fahrlässig, ein Tribünenbau während des Spielbetriebs schlicht nicht realisierbar.

Ein neues Stadion muss her

Der zweite – und entscheidende Schritt – müsse dann aber sein, das Hickhack um Aus-, Neu-, oder Umbau endlich zu beenden und eine für alle zufriedenstellende Lösung zu präsentieren. Eine Lösung, die laut Fritsch nur ein komplett neues Stadion sein kann. "Wir brauchen definitiv einen Plan für einen Neubau", stellte er klar. Ob am jetzigen oder einem neuen Standort spiele dabei keine Rolle. "Mit dem aktuellen Zustand kommen wir nicht weiter. Wir müssen diese Thematik lösen", appellierte der Clubboss. Ohne die Hilfe der Stadt sei diese Herkulesaufgabe jedoch nicht zu bewältigen.

Mit klaren Zusagen hielt man sich im Rathaus aber zunächst zurück. So arbeite man laut Mitteilung zwar daran, das Böllenfalltor auch in der kommenden Saison zu sichern und habe bereits ein entsprechendes Gutachten in Auftrag gegeben. Der Haken: "Nach ersten Erkenntnissen kann die Überdachung der Gegentribüne wie gefordert ermöglicht werden, allerdings in einem bautechnisch sehr aufwendigen und teuren Verfahren." Daher sei diese DFL-Auflage die denkbar härteste.

Audiobeitrag
Torsten Frings, SV Darmstadt 98

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Frings zum Stadion: "Es wäre eine Katastrophe, woanders zu spielen"

Ende des Audiobeitrags

Das könnte Sie auch interessieren

zum Artikel Wieder kein Testspiel-Sieg : Eintracht sucht die Topform

Frankfurt: Die Frankfurter Eintracht kommt auch im vierten ernsthaften Test in der Vorbereitung nicht zu einem Sieg. Gegen den US Sassuolo reichte es am Rande des Trainingslagers in Gais trotz guter Möglichkeiten nur zu einem Remis. Immerhin stach ein Mittelfeldspieler positiv hervor.