Dirk Schuster
Lilien-Trainer Dirk Schuster Bild © picture-alliance/dpa

Für Lilien-Trainer Dirk Schuster ist die Rollenverteilung vor dem Aufeinandertreffen mit Bayer Leverkusen am Samstag klar. Weil die Außenseiterrolle den Darmstädtern aber so gut liegt, hofft der Coach, dass seine Mannschaft auch zu Hause endlich mal wieder punktet.

Vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr) könnte die Stimmung bei Darmstadt 98 kaum besser sein. Schließlich feierten die Lilien gegen die Werkself in der Hinrunde den ersten Bundesligasieg seit 33 Jahren. Seitdem sammelt das Team von Trainer Dirk Schuster fleißig Punkte und schob sich mit dem jüngsten Erfolg in Hoffenheim gar auf Rang elf der Tabelle. Mit den Leverkusenern wartet nun aber nicht nur eine "Spitzenmannschaft" (Schuster) auf die Lilien, sondern auch das nächste Heimspiel.

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Dirk Schuster im Interview

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zum Audio Schuster: "Nicht auf lange Pässe reduzieren"

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Während die Partien am heimischen Böllenfalltor für die Fans noch immer etwas Besonderes sind, avanciert die Heimspielstätte für die Mannschaft langsam aber sicher zum schlechten Omen. Denn von den bereits sechs Saisonsiegen gelang den Lilien nur einer im altehrwürdigen Darmstädter Stadion – im September gegen Bremen. Seitdem warten Fans und Verantwortliche dort vergeblich auf einen Sieg und seit inzwischen 313 Minuten gar auf einen eigenen Treffer. "Es wäre für uns wichtig, auch mal zu Hause zu gewinnen", sagte Kapitän Aytac Sulu im Gespräch mit dem hr-sport. "Wir wollen gegen Leverkusen versuchen, die drei Punkte aus Hoffenheim zu vergolden."

Ohne Chicharito, aber mit Kampl

Gelingen könnte das beispielsweise, wenn die torgefährlichen Verteidiger wie Sulu auch am Böllenfalltor endlich mal treffen. Bereits im Hinspiel sorgte der Routinier mit seinem Tor für die Entscheidung. "Natürlich wäre es schön, auch mal zu Hause zu treffen", gestand er. "Wichtiger ist aber, dass wir punkten – egal, wer die Tore macht." Das würde wohl auch Trainer Schuster unterschreiben, der vor dem Aufeinandertreffen mit den Leverkusenern vor deren individueller Stärke warnt. "Vor allem vorne haben sie sehr viel Qualität", analysierte der Coach.

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„Wichtiger ist aber, dass wir punkten – egal, wer die Tore macht.“ Zitat von Aytac Sulu
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Dort muss Leverkusens Trainer Roger Schmidt wegen einer Gesäßmuskelzerrung zwar auf den zuletzt stark aufspielenden Torjäger Javier Hernandez – besser bekannt als Chicharito – verzichten, für Schuster ist das aber nicht unbedingt ein Vorteil. "Ohne ihn wird Leverkusen schwerer auszurechnen sein, weil die Last auf mehreren Schultern verteilt ist", sagte der Lilien-Coach. So sei bereits in den vergangenen Spielen der Ex-Dortmunder Kevin Kampl zum Schlüsselspieler geworden. "Über ihn geht momentan alles", so Schuster. "Er ist in einer sehr guten Form."

Hinspiel als Blaupause

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Dirk Schuster

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Das aber sind die Darmstädter auch und so macht sich der Lilien-Coach vor der Partie begründete Hoffnungen auf einen Punktgewinn seiner Mannschaft. "Leverkusen ist sehr spielstark. Das war auch schon im Hinspiel ihr Ansatz", sagte er. "Aber wir haben defensiv konzentriert gearbeitet und viele Räume zugestellt." Mit ihrer offensiven Ausrichtung hätte die Werkself aber auch den Darmstädtern selbst Räume eröffnet – ein Spiel, das den Lilien entgegenkommt und das sie bisher vor allem auswärts nutzen konnten. "Vielleicht liegt uns die Außenseiterrolle auswärts ein bisschen mehr", so Schuster.

Viele Teams agierten dann nach dem Motto: "Wenn man zu Hause nicht gegen Darmstadt gewinnt, gegen wen will man sonst noch gewinnen?" Seine Mannschaft gehe deshalb mit einer gewissen Unbekümmertheit in die Partien. Diese Leichtigkeit will der Trainer nun auch ans heimische Böllenfalltor holen. "Wir müssen Leverkusen kämpferisch beeindrucken und darüber hinaus die spielerische Komponente verwirklichen", betonte Schuster. Helfen sollen dabei auch György Garics, der zuletzt an Knieproblemen laborierte, und nach überstandener Mittelfußprellung Konstantin Rausch.

Kein Vergleich, aber Hoffnung

Wenn es nach dem Coach geht, liegt die von den Lilien so geschätzte Außenseiterrolle auch diesmal wieder bei seiner Mannschaft. "Es steht uns nicht zu uns mit Leverkusen, Schalke, Dortmund oder Bayern zu vergleichen. Wir können uns mit ihnen messen, im Wettkampf. Aber die Vereine und die Mannschaften zu vergleichen, das ist wie Äpfel mit Birnen. Das macht keinen Sinn", sagte er. Vielleicht ist genau diese Gewissheit der erste Schritt auf dem Weg zum zweiten Heimsieg.

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