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Sandro Wagner (r.) hatte die Lilien in Führung gebracht. Bild © Imago

Wieder geführt, wieder spät den Ausgleich kassiert: Der SV Darmstadt 98 hat am Samstag weitere wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt liegen gelassen. Beim VfL Wolfsburg mussten die wacker kämpfenden Lilien erst in der Nachspielzeit den Gegentreffer zum 1:1-Endstand hinnehmen.

Was für ein Pech! Ein Last-Minute-Treffer von Andre Schürrle hat den Traum des SV Darmstadt 98 von einem greifbar nahen Sieg beim VfL Wolfsburg zerstört. Nachdem Sandro Wagner den Bundesliga-Aufsteiger erst spät in Führung (82.) gebracht hatte, egalisierten die Niedersachsen mit der letzten Aktion durch ihren Nationalspieler. Damit liegen die seit sieben Spielen sieglosen Lilien nur noch hauchdünn vor der Abstiegszone.

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Gut 26.000 Zuschauer sahen forsch beginnende Darmstädter, die zunächst ihr Heil in der Offensive suchten. Das frühe Attackieren hätte sich beinahe schon nach wenigen Minuten bezahlt gemacht. Zunächst wurde ein Schuss von Marcel Heller im Strafraum von einem Wolfsburger Bein abgeblockt. Und auch die anschließende Ecke wurde richtig gefährlich, als Slobodan Rajkovic das Leder per Direktabnahme nur knapp am Pfosten vorbeisetzte.

Wölfe kommen schwer in die Gänge

Vom aktuellen Champions-League-Viertelfinalisten war in der Anfangsviertelstunde – abgesehen von einem harmlosen Schuss von Schürrle – nicht viel zu sehen. Die in der Liga schwächelnden Niedersachsen fanden zunächst keine Mittel gegen die kompakt verteidigenden Lilien, die nach Ballgewinnen immer wieder schnell umschalteten. Zu unpräzise war bis dahin das Spiel der Wolfsburger, die sich aber mit zunehmender Spieldauer ein Übergewicht erarbeiten konnten.

Fast folgerichtig kamen die Hausherren nun auch zu ersten zwingenden Möglichkeiten. Erst verzog Daniel Caligiuri (27.) im Strafraum nur knapp, sechs Minuten später zirkelte Schürrle einen Freistoß nur um Zentimeter am Torgestänge vorbei. Kurz vor der Pause war es erneut der Weltmeister, der einen Kopfball aus spitzem Winkel über den Querbalken setzte. Zuvor war Caligiuri mit Leistenproblemen vorzeitig vom Feld gegangen.

Lilien nach der Pause in der Defensive

Lilien-Trainer Dirk Schuster konnte mit der Nullnummer nach 45 Minuten vollauf zufrieden sein. Denn seine Mannschaft zeigte in der Offensive immer wieder gute Aktionen, auch wenn der anfängliche Schwung gegen Ende der ersten Halbzeit etwas abgeflaut war. Dafür überzeugte der SV98 einmal mehr durch solide Abwehrarbeit, die dann vor allem in Halbzeit zwei gefragt war.

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Dirk Schuster, Trainer SV Darmstadt 98.

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Denn die Niedersachsen, die im Kampf um die erneute Europacup-Teilnahme unbedingt einen Dreier benötigten, erhöhten mit Wiederbeginn die Schlagzahl. Doch die Lilien hielten dem immer stärker werdenden Druck des Gegners stand. Vielmehr hatte Darmstadt nach zwei Schüssen von Schürrle (63.,65.) die große Chance auf den Führungstreffer. Bedient von Jerome Gondorf scheiterte Mario Vrancic (67.) aus kurzer Distanz am wachsamen Dante, der den Ball für Keeper Koen Casteels klären konnte.

Erst trifft Wagner, dann Schürrle

In der Schlussphase gerieten die Gäste immer mehr in Bedrängnis. Wolfsburg drückte mit Macht auf das 1:0, aber die Lilien hielten weiter mit viel Kampf dagegen. Und dann kam die 82 Minute: Nach einem Ballgewinn schaltete der kurz zuvor eingewechselte Jan Rosenthal blitzschnell um, bediente den rechts durchgebrochenen Marcel Heller, der quer in den Strafraum passte, wo Wagner nur noch einschieben musste. Ein Bilderbuch-Konter! Doch in der Nachspielzeit sorgte Schürrle mit einem Distanzschuss noch für den Ausgleich der Wölfe. Bitter für Darmstadt, das wie schon zuletzt gegen Augsburg (2:2) den späten Ausgleichstreffer hinnehmen musste.

Weitere Informationen

VfL Wolfsburg - SV Darmstadt 98 1:1 (0:0) 

Wolfsburg: Casteels - Vierinha (79. Henrique), Knoche, Dante, Schäfer - Gustavo - Guilavogui (72. Putaro), Arnold - Caligiuri (38. Träsch) - Kruse, Schürrle 

Darmstadt: Mathenia - Jungwirth, Sulu, Rajkovic, Caldirola - Niemeyer, Gondorf - Rausch (87. Kempe), Heller  (90. Gorka) - Vrancic (81. Rosenthal) - Wagner

Tore: 0:1 Wagner (82.), 1:1 Schürrle (90.)
Gelbe Karten: Schürrle / Gondorf 

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer: 26.422

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9 Kommentare

  • Kleine Randbemerkung: Die Eintracht wird keine "giftigen Fans" mit nach Darmstadt bringen - zumindest nicht mit ins Stadion.

  • @hessenfussballer: 100% Zustimmung!

    @ Peter Schmidt: Falsch. Frankfurt reist aufgrund ihrer Zündelein beim Hinspiel ohne Fans an!
    Niemeyer sah allerdings wirklich nicht gut aus beim Gegentreffer! In der 92ten Minute darf man so einen Schuss nicht zulassen.

    @ Frank Hofmann: Die einzigen zweitklassigen Teams die ich heute gesehen habe waren Hannover und Frankfurt.
    (Zu Bremen etc kann ich nichts sagen, da ich nur die Lilien und Eintracht in voller länge gesehen habe)

  • Nicht nur der HR schreibt uns "nieder" ... lieber Frank, wir sind demütig - und wenn man das Spiel gesehen hat, hat ( ! ) man gesehen, dass wir eine hervorragende Abwehrarbeit mit teilweise hammermäßigem Pressing gespielt haben. Und ja: "Wolfsburg" sollte auch demütig sein noch einen Punkt gegen uns geholt zu haben.
    Viele (Du auch?) verstehen anscheinend unser Spiel nicht .. und "zweitklassig" ist eine Frechheit !!!!!!!!!!!
    Dein Gejammer möchte ich hören, wenn wir wirklich mal unter den letzten 3 stehen... Am besten aufhören zu posten ;-) ........

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