Wagner und Milosevic im Disput
Szene aus dem Hinspiel: Wagner (li.) und Darmstadts Alexander Milosevic Bild © Imago

Sandro Wagner trifft am Samstag mit Hoffenheim auf seinen Ex-Verein Darmstadt 98. Punkte will der Torjäger den Lilien zwar nicht schenken, aber positive Gedanken hat er mit Blick auf den SV98 immer noch.

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Sandro Wagner polarisiert. Für die gegnerischen Anhänger ist der bullige Torjäger von Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim wegen seines eigenwilligen Auftretens oftmals nur eins: die pure Provokation, was meist mit gellenden Pfiffen und unschönen Gesängen an die Adresse des 1,94-Meter-Hünen quittiert wird.

Nur die Spiele gegen seinen Ex-Club Darmstadt 98 empfindet Wagner in Sachen Atmosphäre als viel angenehmer. "Das ist schließlich der einzige Gegner, dessen Fans mich mögen", meinte der 29-Jährige augenzwinkernd und voller Vorfreude auf das besondere Duell am Samstag in der Rhein-Neckar-Arena (15.30 Uhr).

Sandro Wagner, das Alpha-Tier

Natürlich bekommt Wagner bei den Lilien keine stehenden Ovationen, aber so richtig übel haben es die 98er ihm nicht genommen, dass er im vorigen Sommer für eine Ablöse von rund 2,9 Millionen Euro in den Kraichgau wechselte. Die meisten Darmstädter Anhänger haben ein feines Gespür und wissen: Den Klassenerhalt in der vergangenen Saison haben sie nicht zuletzt Wagner zu verdanken, der damals 14 Treffer schoss - mehr als ein Drittel aller Tore der Südhessen (38 Treffer).

Gnade kennt das Alpha-Tier trotz aller Sympathien für seinen ehemaligen Club vom Böllenfalltor aber nicht. "Ich sehe das professionell. Mein aktueller Arbeitgeber ist die TSG, die Punkte bleiben am Samstag hier", sagte der ehemalige U21-Nationalspieler der Bild - lässt aber keinen Zweifel, dass sein Herz auch noch für die Lilien schlägt: "Ich wünsche ihnen trotzdem, dass es für den Klassenerhalt reicht."

Ein Kandidat für die Nationalelf?

Nach einer Rot-Sperre von zwei Spielen kehrt Wagner wieder zurück in die Startelf des Tabellenfünften. Hoffenheims Coach Julian Nagelsmann hat seinen Toptorjäger nach einer Niederlage und einem Sieg schon vermisst. "Es ist immer ein ganz blödes Gefühl, draußen zu sitzen", sagte Wagner zu seiner unfreiwilligen Auszeit: "Vor allem, wenn man fit ist und einen guten Lauf hat."

Und wenn man sich für höhere Aufgaben empfehlen will - zum Beispiel für einen Einsatz in der Nationalmannschaft beim Confed Cup im Sommer. "Ich kann es nur beeinflussen, indem ich in einer der besten Ligen der Welt einer der besten Stürmer bin und oben in der Torschützenliste stehe. Dafür arbeite ich hart", meinte Wagner in der Fußball Bild.

Löw: "Durchaus denkbar"

Bundestrainer Joachim Löw hatte ihm Hoffnung auf eine baldige Nominierung gemacht: "Das ist durchaus denkbar", antwortete Löw jüngst auf die Frage nach einer etwaigen Berufung des Hoffenheimers in den A-Kader des Weltmeisters.

Mit zehn Treffern ist der kopfballstarke Wagner, der in der Saison 2007/08 als Jungprofi zu vier Einsätzen für Rekordmeister Bayern München gekommen war, in der Torjägerliste der laufenden Bundesliga-Runde der zweitbeste deutsche Schütze hinter Timo Werner von RB Leipzig (elf Treffer).

Vertrag bis 2019

Wie lange Wagner der Bundesliga noch treu bleiben wird, steht allerdings in den Sternen. Sein Vertrag im Kraichgau läuft zwar noch bis 2019. Doch Hoffenheims Nummer 14 ist eine ehrliche Haut und sagt: "Ich kann und will nichts versprechen." Er versuche, die TSG bis zum Sommer "nach Europa zu schießen".

Schon im vergangenen Jahr hätte der gebürtige Münchner, der schon bei insgesamt sieben Vereinen unter Vertrag stand, kurz vor einem Wechsel ins Ausland gestanden. Auch jetzt lockt die Insel wieder. West Bromwich Albion und Swansea City buhlen um Wagner. In der Premier League nämlich lieben sie diese robusten Jungs, die so schön polarisieren.

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