Collage: Heuer Fernandes, Großkreutz und Sulu
Daniel Heuer Fernandes, Kevin Großkreutz und Aytac Sulu (v.l.) Bild © Imago

Und jährlich grüßt das Murmeltier: Der Kader von Darmstadt 98 verändert sich auch im Jahr 2017 an vielen Ecken und Enden. Doch diesmal genießen die Lilien einen großen Vorteil.

An Veränderungen haben sie sich beim SV Darmstadt 98 längst gewöhnt. Völlig egal, ob nach einem Aufstieg in die zweite oder die erste Liga, ob nach einem Bundesliga-Klassenerhalt oder wie jetzt zur Rückkehr ins Unterhaus – das sportliche Erscheinungsbild der Lilien erhält in jedem Sommer ein Update. Doch im Vergleich zu den vergangenen Jahren, in denen die Ligenzugehörigkeit stets erst am Ende einer Saison geklärt war, konnte der personelle Umbruch diesmal ein halbes Jahr früher eingeleitet werden. Ein Vorteil.

Während der Winterpause – und damit gut vier Monate vor dem endgültigen Abstieg – verpflichtete der Tabellenletzte mit Torsten Frings einen Trainer und mit Patrick Banggaard, Wilson Kamavuaka sowie Markus Steinhöfer Spieler für die damals schon sehr wahrscheinliche Zweitliga-Zukunft. Während der aktuellen Sommerpause nimmt der neue Kader immer mehr Gestalt an.

Großkreutz prominentester Neuzugang

Leistungsträger wie Michael Esser (Hannover 96), Jérôme Gondorf (Werder Bremen) oder Mario Vrancic (Norwich City) gehen, dafür kommen mit Julian von Haacke (Nijmegen) oder Jamie Maclaren (Brisbane Roar) neue Hoffnungsträger. Über allem thront der Königstransfer von Weltmeister Kevin Großkreutz.

Bleibt die Frage: Wie könnte sie aussehen, die Aufstellung der Südhessen? Mit Blick auf gültige Verträge und ein idealerweise leeres Lazarett deutet sich nach aktuellem Stand ein Mix aus Routiniers und Neuzugängen an:

Mögliche Aufstellung Darmstadt 98
Bild © hessenschau.de

Im Tor deutet vieles darauf hin, dass Daniel Heuer Fernandes nach dem Esser-Abgang die neue Nummer eins wird. Bereits im vergangenen Sommer hatten sich beide ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Stammplatz geliefert. Als Esser dann wegen eines Muskelbündelrisses und später wegen einer Oberschenkelzerrung ausfiel, ließ Heuer Fernandes seine Fähigkeiten aufblitzen.

Die Viererkette, die vor allem in der Hinrunde nicht das sonst so starke Defensivbollwerk darstellte und sich zuletzt aber stabilisierte, könnte eine zu drei Vierteln eingespielte Viererkette sein. Banggaard, Fabian Holland und Kapitän Aytac Sulu, dessen Ausstiegsklausel-Frist offenbar verstrichen ist, gehörten am Saisonende zum Inventar. Auch Steinhöfer war als rechter Außenverteidiger schon Teil dieser Combo.

Im Mittelfeld bahnt sich der angesprochene Mix aus Routiniers und frischen Kräften am deutlichsten an. Defensiv könnten Kamavuaka und Peter Niemeyer das zentrale Pärchen bilden, wobei Hamit Altintop bei einer Vertragsverlängerung sicherlich erste Wahl wäre. Auch offensiv sind noch nicht alle Fragen geklärt.

Collage: Maclaren und von Haacke
Jamie Maclaren (li.) und Julian von Haacke Bild © Imago

Von Haacke steht ebenfalls für die Sechser-Position zur Verfügung, könnte unter Frings aber auch etwas weiter vorne agieren. In diesem Fall wäre Großkreutz eine Option für die linke Außenbahn, Rechtsaußen-Allrounder Sandro Sirigu würde offensiver spielen als zuletzt.

Im Sturm steht mit Terrence Boyd, Maclaren und Roman Bezjak ein Trio fix zur Verfügung. Bezjak kehrt nach seiner Leihe vom kroatischen Club HNK Rijeka zurück. Außerdem haben die Lilien ihre Hoffnungen, Felix Platte weiter an den Verein binden zu können, noch nicht gänzlich begraben.

Fazit: Sechs Wochen vor Saisonbeginn weist der Kader von Darmstadt 98 zwar noch einige Baustellen, dafür aber auch schon einige Möglichkeiten vor. Genug Zeit also für weitere Anpassungen, ehe der erste Zweitliga-Ball seit dem 24. Mai 2015 durchs Stadion am Böllenfalltor rollt.

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