Timothy Chandler beim Testspiel in Seattle
Timothy Chandler ist ein gefragter Mann in den USA. Bild © picture-alliance/dpa

Make Eintracht Frankfurt Great Again: US-Nationalspieler Timothy Chandler lebt den amerikanischen Traum und nutzt die Zeit im Trainingslager, um endlich mal richtig viel zu quasseln.

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Für die meisten Profis von Eintracht Frankfurt ist die US-Tour eine erholsame Abwechslung vom Alltag in Hessen. In Seattle, San Francisco oder San José bekommt das Team von Trainer Niko Kovac in der Öffentlichkeit kaum mehr Beachtung als jeder andere Otto-Normal-Tourist. Foto-Anfragen oder Autogrammwünsche halten sich in Grenzen, für Selfie-Junkies gibt es an der amerikanischen Westküste definitiv attraktivere Motive als die angestrengten Gesichter der Frankfurter Berufsfußballer.

Nur einer muss immer wieder in Mobiltelefone grinsen und seine Unterschrift auf Gegenstände unterschiedlichster Art kritzeln: US-Nationalspieler Timothy Chandler.

Chandler gibt auch verbal alles

Der in Frankfurt geborene Sohn eines US-Soldaten ist selbst im Fußballmuffel-Land USA durchaus bekannt. "Es gibt hier schon Fans, die mich aus der Nationalmannschaft kennen", sagte der 27-Jährige im Gespräch mit dem hr-sport. "Ich freue mich über jeden, der hier meinen Namen ruft."

Für Chandler, der in der Jugendabteilung der Eintracht zum Profi reifte und über den Umweg 1.FC Nürnberg im Frankfurter Bundesliga-Team landete, ist die zwölftägige Rundreise in den Vereinigten Staaten deshalb der wohl schönste Saisonstart seiner Karriere. Der gelernte Rechtsverteidiger muss zwar auch außerhalb des Trainingsplatzes einige Zusatz-Kilometer schrubben und immer wieder bei offiziellen Sponsoren-Terminen in die Kamera lächeln. Für ihn aber alles kein Problem. "Ich mache das gerne, weil ich sowieso gerne spreche", so die Eintracht-Quasselstrippe. "Ich bin froh über diese Extra-Schichten."

Den Spirit mit nach Deutschland nehmen

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Neben den positiven Nebeneffekten für Chandlers Sprachorgan soll der US-Trip aber auch die Mannschaft voranbringen. Trotz der vielen Flüge und Zeitumstellungen arbeitet das Team hart an den körperlichen und taktischen Voraussetzungen für die kommende Bundesliga-Saison und integriert dabei auch noch die zahlreichen Neuzugänge. "Das ist hier eine tolle Erfahrung für alle", so Chandler. "Wir sind schon jetzt als Mannschaft zusammengewachsen."

Frei nach dem Beziehungsmotto – wenn es im Urlaub klappt, funktioniert auch der Alltag – hofft Chandler auf langfristige Auswirkungen der US-Harmonie auf das Bundesliga-Geschäft. "Wir verstehen uns gut und haben Qualität im Team." Jetzt gelte es, gut zu trainieren, den besonderen Spirit im Gepäck mit nach Europa zu nehmen und nach dem kurzen Techtelmechtel mit den amerikanischen Fans wieder die heimischen Anhänger zu beglücken.

Erst USA, dann noch einmal Berlin

"Wir wollen im Pokal und der Liga so weit wie möglich nach vorne", so Chandler, der insgeheim von einer Wiederholung des Pokalfinal-Traums hofft. "Es geht darum, unseren Fans einen schönen Fußball zu bieten und nicht so viele Kopf- und Herzschmerzen zu bereiten."

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