Kaan Ayhan, Szabolcs Huszti und Marco Fabian
Kaan Ayhan, Szabolcs Huszti und Marco Fabian (von links) Bild © Imago

Eintracht Frankfurt hat den Dreikönigstag vorverlegt. Am Sonntag präsentierte der Bundesligist zwar keine Könige, dafür aber die angekündigten drei Neuzugänge. Neben dem Abstiegskampf steht jeder von ihnen vor einer ganz persönlichen Herausforderung.

In bester Pep-Guardiola-Manier hat sich Szabolcs Huszti den Fans von Eintracht Frankfurt vorgestellt. "Guten Tag. Entschuldigung, mein Deutsch ist nicht so gut. Aber hoffentlich werden mich alle verstehen", übte sich der Neuzugang vom chinesischen Erstligisten Changchun Yatai am Sonntag in vornehmem Understatement. Während der ersten Pressekonferenz der Eintracht im Jahr 2016 präsentierte der Fußball-Bundesligist neben Huszti auch die mexikanische Neuerwerbung Marco Fabian sowie den wenige Minuten zuvor ausgeliehenen Verteidiger Kaan Ayhan.

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Kaan Ayhan, Szabolcs Huszti, Bruno Hübner und Marco Fabian

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"Wir haben die Hinrunde eingehend analysiert und auch auf die vielen Verletzungen reagiert und die Problemzonen behoben", sagte Sportdirektor Bruno Hübner, der seine Winterpausen-Einkaufsliste damit zu den Akten legen kann. Drei Neuzugänge, zwei für die Offensive und einen für die Abwehr, hatte der Manager vor nicht einmal einem Monat angekündigt. Wichtigstes Kriterium: Alle sollen am Montag mit der Mannschaft ins neuntägige Trainingslager in Abu Dhabi reisen. Hat geklappt. Nach einer enttäuschenden Hinserie geht jetzt der Blick nach vorne.

Eintracht-Sparschwein wird nicht geschlachtet

"Wir wollen relativ schnell die notwendigen Punkte holen, um mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun zu haben", sagte Hübner. Auch Vorstandsboss Heribert Bruchhagen ist nach der Aufarbeitung der acht Niederlagen sowie angesichts der Neuzugänge zuversichtlich: "Ich bin optimistisch, dass wir eine gute Rolle spielen werden." Dass sich die Eintracht trotz personeller Aufrüstung finanziell nicht übernimmt, versicherte sein Sportdirektor. "Wir bewegen uns im Etatplan durch den Verkauf von Vaclav Kadlec nach Dänemark und die Gehaltseinsparungen bei den verletzten Spielern", so Hübner.

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Kaan Ayhan

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Die Verpflichtung von Ayhan hatte sich zwar seit knapp zwei Wochen angebahnt, war aber erst am Sonntag offiziell über die Bühne gegangen. Der gebürtige Gelsenkirchener kommt auf Leihbasis von Ligakonkurrent FC Schalke 04. Der 21 Jahre alte Abwehrspieler verlässt damit erstmals seinen Heimatclub. Aus Gründen. "Es ist der richtige Zeitpunkt, die Karriere steht im Vordergrund", sagte Ayhan. Unter Trainer André Breitenreiter kam er in der Hinrunde nur auf einen Kurzeinsatz für S04, in der Europa League waren es immerhin vier Partien. "Ich bin nicht gekommen, um noch einmal die gleiche Rolle wie auf Schalke zu spielen. Mein Anspruch ist es, zu spielen."

Harte Arbeit, neue Impulse

Die Ansprüche von und an Fabian dürften unterdessen etwas größer sein. Der variabel einsetzbare Mexikaner (Olympia-Gold 2012 in London) soll dem offensiven Mittelfeld von Trainer Armin Veh neue Impulse verschaffen. "Es war immer mein Traum, in Europa zu spielen", sagte Fabian, an dem in den vergangenen Jahren einige Clubs aus Europa interessiert waren. "Ich will hart arbeiten, um mich hier durchzusetzen."

Hart arbeiten - ein Plan, den auch der frühere Hannoveraner Huszti verfolgt. Nach 25 Spielen in der chinesischen Super League (sechs Tore, fünf Vorlagen) will sich der Ungar nun noch einmal in der Bundesliga beweisen. Einer "der besten Ligen der Welt", wie er selbst sagt. "China kann da nicht mithalten, auch wenn da gute Spieler aktiv sind. Ich will noch einmal zeigen, dass ich auf höchstem Niveau mithalten kann." Ayhan, Fabian, Huszti - kurz vor dem Dreikönigstag am 6. Januar erscheinen sie wie die heiligen drei Neuzugänge. Die Hoffnung, dass sie die Eintracht vor dem Abstiegskampf bewahren, ist riesig.

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