Kovac-Ansprache beim Eintracht-Training
Den "Matchball" verwandeln: Nicht mehr und nicht weniger fordert Niko Kovac. Bild © Rhode/Storch

Den Abstiegskampf abhaken und auf einen Europacup-Platz schielen: Mit einem Erfolg gegen den FC Augsburg kann Eintracht Frankfurt beides möglich machen. Bei einer Niederlage droht das große Zittern.

Auch nach zehn Bundesliga-Spielen ohne Sieg hat Niko Kovac seinen Optimismus nicht verloren. "Man muss positiv bleiben und nicht das Negative hervorheben", sagte der 45 Jahre alte Cheftrainer von Eintracht Frankfurt vor der wegweisenden Partie am Samstag (15.30 Uhr) gegen den FC Augsburg. Mit einem Erfolg könnten die Hessen den Abstiegskampf abhaken und sogar noch auf einen Europacup-Platz schielen. Bei einer Niederlage dürfte angesichts des schweren Restprogramms dagegen das große Zittern beginnen.

"Es geht auf die Zielgeraden und oben wie unten um die Wurst", sagte Kovac, der ein "intensives Spiel" erwartet. Sechs Punkte entfernt liegen die Augsburger, die zuletzt gegen den 1. FC Köln (2:1) gewannen, auf Relegationsplatz 16. "Wir sind uns der Wichtigkeit des Spiels bewusst und wollen den ersten Matchball verwandeln", meinte der Coach. Wohlwissend, dass es danach erheblich schwerer wird, noch Punkte in der Liga einzufahren.

"Haben noch mehrere Matchbälle"

Schließlich muss die Eintracht danach zum Überflieger 1899 Hoffenheim. Anschließend stehen das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg sowie das Rhein-Main-Derby beim FSV Mainz 05 an, bevor zum Saisonfinale der Tabellenzweite RB Leipzig erwartet wird. "Wir haben zwar noch mehrere Matchbälle, aber wollen nichts dem Zufall überlassen", meinte Kovac.

Deshalb will er keine Gedanken an das Halbfinale im DFB-Pokal am Dienstag bei Borussia Mönchengladbach oder den nächsten Liga-Gegner Hoffenheim verschwenden. "Ich bin überzeugt, dass wir das Spiel gegen Augsburg gewinnen. Dann haben wir nichts mehr mit da unten zu tun." Nach einem Dreier am Samstag wäre auch die Europa League wieder in Reichweite: Drei Zähler trennt die Eintracht vom 6. Platz.

Kovac fordert Trendwende

Nach der starken Hinrunde mit 29 Punkten und 22 Toren ist die Bilanz der zweiten Halbserie mit neun Zählern und nur sieben Toren ziemlich mies. "Wir erleben das absolute Gegenteil der Hinrunde", sagte Kovac. "Es wird nach Punkten abgerechnet, und wir sind in der Bringschuld."

Allerdings muss er auch im Saisonendspurt mit Personalproblemen kämpfen. Nach Abwehrchef Makoto Hasebe wird wohl auch Verteidiger Jesus Vallejo bis zum Ende der Spielzeit ausfallen. Der Leihspieler von Real Madrid zog sich eine Oberschenkelverletzung zu.

Sorgen um Vallejo

Da der 20-jährige Spanier bereits mehrfach Muskelverletzungen erlitten hat, soll er gründlich durchgecheckt und geklärt werden, ob es eine Ursache für diese Häufigkeit gibt. "Er ist ein junger Spieler und diese Verletzungen sind nicht normal. Wir wollen ihn mal richtig scannen lassen", kündigte Kovac an. Ist das ein Indiz dafür, dass der gut eingeschlagene Vallejo weiter in Frankfurt bleibt? "Das ist Fürsorgepflicht, egal, ob er bleibt oder nicht", so Kovac.

Wieder fit sind die zuletzt angeschlagenen Branimir Hrgota und Omar Mascarell. "Beide stehen zur Verfügung", sagte Kovac. Nach dem Ausfall von Vallejo muss er wieder neu überlegen, wie er seine Abwehr formiert, die in der Rückrunde schon 18 Gegentore zuließ. "Wir drehen und wenden wieder, um unser Gesicht nicht zu verlieren", sagte Kovac, für den die Frage nach Dreier- oder Viererkette weniger zentral ist als das Prinzipielle: "Wichtig ist unabhängig vom System, dass wir aggressiv nach vorne spielen und den Gegner unter Druck setzen."

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am samstag, 21.4.2017, 17 Uhr

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