Marc Stendera
Marc Stendera genießt die Zeit in Abu Dhabi. Bild © Rhode/Storch

Ob als Kämpfer, Dirigent oder Wortführer: Marc Stendera beherrscht in jungen Jahren beinahe alle Facetten des Bundesliga-Fußballs. Bei Eintracht Frankfurt hat er sich zum heimlichen Leader gemausert. Und kann sich vorstellen, diese Rolle auch noch lange einzunehmen.

Vor einem Monat, als die Eintracht kollektiv am Boden lag, da stand immerhin einer: Marc Stendera durfte getrost als einziger Frankfurter Lichtblick einer tristen Vorstellung gegen Darmstadt 98 (0:1) bezeichnet werden. Während etablierte Spieler wie Carlos Zambrano, Marco Russ oder Makoto Hasebe mehr mit sich als dem Gegner zu kämpfen hatten, kurbelte der junge Mittelfeldspieler das Spiel der Eintracht an, trug die Bälle nach vorn und ging keinem Infight aus dem Weg. Und selbst als Fans nach Abpfiff den Platz zu stürmen drohten, war Stendera mit sanfter Zunge zur Stelle.

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"Es kann nicht sein, dass ein 19-Jähriger die Mannschaft anführt", schimpfte Armin Veh damals nach dem Derbydebakel. Seine Tirade richtete sich freilich nicht gegen den mittlerweile 20-jährigen Stendera, der Trainer wollte vielmehr andere Führungskräfte wie eben Zambrano, Stefan Reinartz oder den gegen die Lilien gesperrten Alexander Meier aufrütteln.

"Die Mannschaft hat sich hinterfragt"

Stendera darf seit dieser Saison getrost als heimlicher Chef des hessischen Bundesligisten bezeichnet werden. Ob aus der Tiefe des defensiven Mittelfelds oder auf der "Zehn", der U21-Nationalspieler ist Fixpunkt im Spiel der Eintracht. Eine Rolle, die für ihn trotz seines jungen Alters selbstverständlich ist. "Klar versuche ich auf dem Platz Verantwortung zu übernehmen", sagte er dem hr-sport. "Das ist mein Spiel."

Nach dem 0:1 gegen Darmstadt tat sich Stendera auch als Wortführer hervor. Dass er offen die Einstellung mancher Spieler infrage stellte ("Wir müssen zeigen, dass wir einen A... in der Hose haben"), kam sicherlich nicht bei jedem im Team gut an. Doch es zeigt auch das Selbstbewusstsein des Standardspezialisten, der im Trainingslager betonte: "Die Mannschaft hat sich in der Winterpause hinterfragt. Jeder merkt, dass wir immer 100 Prozent geben müssen."

Eintracht kann per Option bis 2018 verlängern

Es versteht sich von selbst, dass Stenderas Leistungen auch bei anderen Bundesligisten Begehrlichkeiten wecken dürften. Doch noch ist das Thema (zum Glück für die Eintracht) nicht aktuell: Der 20-Jährige ist mit einem Vertrag bis 2017 ausgestattet, zudem kann der Verein per Option bis 2018 verlängern. "Für mich zählt erstmal, dass wir eine gute Rückrunde spielen. Alles, was dann kommt, werden wir sehen", schob der Spielmacher das Thema noch von sich weg.

In der hessischen Heimat fühle er sich pudelwohl, versicherte Stendera, "und es spricht nichts dagegen, dass ich hier auch noch länger bleibe". Gleichzeitig müsse er als Fußballer seine Ziele stets hinterfragen. "Aber der Zeitpunkt ist noch nicht da, sich große Gedanken darüber zu machen." Das dürfte Fans und Verantwortliche ein wenig beruhigen. Außerdem, so der Frankfurter Kronprinz, müsse er seine Leistung ohnehin erst über Jahre bestätigen. Dass er das drauf hat, steht außer Frage.

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