Didavi trifft gegen Frankfurt.
Daniel Didavi trifft zum zwischenzeitlichen 2:0 für Stuttgart. Bild © Imago

Für die Frankfurter Eintracht wird es im Tabellenkeller der Bundesliga wieder ein bisschen ungemütlicher. In einem wilden Fußballspiel unterlagen die Hessen am Samstag dem VfB Stuttgart.

Es war mal wieder Zeit für Spektakel bei der Eintracht. Sechs Tore und zwei Platzverweise setzte es im Spiel gegen den VfB Stuttgart. Jubeln durften am Ende aber nur die Gäste: Frankfurt verlor am Samstag mit 2:4 (0:2) und gerät im Abstiegskampf nun wieder stärker unter Druck. Mit 21 Punkten steht die Elf von Armin Veh auf Platz 14, kann aber am Sonntag noch von Darmstadt verdrängt werden. Stuttgart kletterte durch den Sieg auf Rang elf (24 Punkte).

Vor 42.000 Zuschauern trafen Christian Gentner (27. Minute), Daniel Didavi (45.+1), Georg Niedermeier (65.) und Filip Kostic (76./Foulelfmeter) für Stuttgart. Alexander Meier (52.) und Szabolcs Huszti (90.) verkürzten jeweils für die Eintracht. Beide Mannschaften beendeten das Spiel zu zehnt, nachdem Didavi (67.) und Carlos Zambrano (75.) Gelb-Rot gesehen hatten.

"Ich mache meiner Mannschaft gar keinen Vorwurf. Sie hat gefighted bis zum Schluss und gut gespielt", sagte Trainer Veh. Aber letztlich seien "fast alle Dinge gegen uns gelaufen". Damit spielte der 55-Jährige auf einen verweigerten Strafstoß in der ersten Hälfte an. "Wir hätten einen Elfmeter kriegen müssen", so Veh: "Einen klaren."

Eintracht mit Neuzugang Regäsel

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Alex Meier

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Eine knappe halbe Stunde hielten sich die Teams noch zurück, danach wurde es wild in Frankfurt. Die Eintracht hätte in der 26. Minute in Führung gehen müssen, als Meier nach einer Flanke von Debütant Yanni Regäsel freistehend neben das Tor köpfte. Beinahe im direkten Gegenzug gab es die Quittung: Lukas Rupp steckte auf Gentner durch, und der Stuttgarter Kapitän ließ Lukas Hradecky keine Chance (27.).

Doch es wurde nur noch bitterer aus Sicht der Hausherren. Nachdem Meier in der 28. Minute zu Recht wegen Abseits zurückgepfiffen worden war, übersah Schiedsrichter Peter Sippel wenig später ein klares Handspiel von Gentner im eigenen Strafraum. Die Eintracht hätte einen Elfmeter kriegen müssen (37.).

Fehlentscheidung - 0:2 statt 1:1

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Russ zur Niederlage gegen Gladbach

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zum Audio Russ: "Klares Handspiel!"

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Statt des möglichen Ausgleichs setzte es das 0:2. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff unterlief der bis dato bärenstarke Hradecky einen Eckball, Didavi staubte aus kurzer Distanz ab (45.+1) – ein äußerst unglücklicher, wenn auch nicht unverdienter Rückstand aus Sicht der Eintracht, die den VfB mit einigen Ballverlusten zu gefährlichen Kontern einlud.

Trainer Veh reagierte zur Pause, nahm mit Kaan Ayhan einen Innenverteidiger raus und brachte mit Neuzugang Änis Ben-Hatira einen weiteren Offensivspieler. Doch das nächste Ausrufezeichen setzte ein anderer Ex-Berliner: Regäsel fand mit einer punktgenauen Flanke Stefan Aigner, der im ersten Versuch scheiterte. Diesmal war Meier zur Stelle und schob zum 1:2-Anschluss ein (52.).

Meier verpasst, Zambrano fliegt

Der Torjäger entwickelte sich nun zum Alleinunterhalter im Angriffspiel der Hessen. Doch es fehlte ihm das Glück: Zunächst rettete Gentner gegen Meiers Schuss für seinen geschlagenen Keeper (55.), dann scheiterte Meier per Kopf am Aluminium (69.). Zu diesem Zeitpunkt führte Stuttgart bereits mit 3:1, nachdem Niedermeier eine Gentner-Flanke eingenickt hatte (65.).

Als kurz darauf Didavi mit Gelb-Rot vom Platz gestellt wurde (67.), keimte noch einmal Hoffnung auf. Doch ein Foul von Zambrano im eigenen Strafraum sorgte für personellen Gleichstand. Der Peruaner ging ebenfalls zum Duschen, Kostic erhöhte vom Punkt auf 4:1 für die Gäste (76.). Der eingewechselte Artem Kravets traf für Stuttgart noch einmal die Latte (79.), der Schlusspunkt gehörte dem Frankfurter Huszti (90.). Sein Treffer nach Eckball von Marco Fabián kam freilich zu spät.

Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 2:4 (0:2)

Frankfurt: Hradecky - Regäsel (73. Gacinovic), Ayhan (46. Ben-Hatira), Zambrano, Oczipka - Stendera, Russ - Aigner (78.Medojevic), Fabian, Huszti - Meier

Stutgart: Tyton - Großkreutz, Schwaab, Niedermeier, Insua - Serey Dié - Rupp (81.Klein), Gentner, Didavi, Kostic (81.Klein) - Werner (64. Kravets)

Tore: 0:1 Gentner (27.), 0:2 Didavi (45.), 1:2 Meier (52.), 1:3 Niedermeier (65.), 1:4 Kostic (76./FE), 2:4 Huszti (90.)

Gelbe Karten: Oczipka /Großkreutz
Gelb-rote Karten: Didavi (67. Wdh.Foulspiel), Zambrano (75. Wdh.Foulspiel) 

Schiedsrichter: Sippel (München)
Zuschauer: 42.000

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47 Kommentare

  • Man könnte es auch aufgrund der vielen hier aufgeführten Kritiken zur teilweise (präkären? ?) Situation einfacher ausdrücken: " Wie der (die) Herr(en), so´s Gescherr".

  • alle Absteiger werden immer gelobt für .... waren besser, hatten Pech mit Chancen, Schiri oder dem Luftdruck im Ball.

    Eintracht Fans akzeptiert es , die SGE ist unteres Bundesliga Niveau. Wenn sich 2 oder 3 schlechtere finden lassen ist es gut, wenn nicht geht es in die Releagtion oder gleich in Lioag 2.

  • Was wollen wir erwarten? Die Eintracht ist seit Jahren eine Zweitliga-Mannschaft. Es werden nur Spieler verpflichtet, die entweder aus der 2. Liga kommen (Inui, Zambrano, Aigner) oder aus der 1. Liga (Oczipka, Schwegler, Djakpa, Anderson, Abraham, Kaan Ayhan, Ben Hatira, Regäsel), dann haben sie nur auf der Bank gesessen und waren ohne Spielpraxis, d.h. sie stehen immer auf der Kippe zum 2.-Liga-Niveau. Auch Stefan Reinartz wirkte bisher wie ein Auslaufmodell ohne Perspektive. Trapp und Chandler kamen von einem Absteiger. Selbst Trapp hatte in Kaiserslautern seinen Stammplatz verloren. - Es versteht sich von selbst, dass man sich in der Tabelle mit zweitklassigen Spielern nicht nach oben orientieren kann. Deshalb ist das Geschäftsmodell der Eintracht nicht tauglich für die Bundesliga. Die älteren Herren haben im Verein Strukturen geschaffen, die seit Jahren dafür sorgen, dass langweiliger Rumpelfussball gespielt wird ohne Begabung und Kreativität. Leider keine Wende in Sicht.

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