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Eintracht-Trainer Armin Veh Bild © Imago

Vor dem Spiel gegen Schalke 04 am Sonntag sucht Eintracht-Trainer Armin Veh den Schulterschluss mit den Fans. Schließlich ist seine Mannschaft einmal mehr auf die Unterstützung der Anhänger angewiesen. Das weiß auch Veh und ist deshalb voll des Lobes.

Es lief schon einmal besser bei der Frankfurter Eintracht. Sportlich rangiert der Club gefährlich nah am Tabellenkeller, lieferte in den vergangenen Spielen bisweilen erschreckend schwache Vorstellungen und auch im Umfeld der Eintracht herrscht spätestens seit dem torlosen Remis gegen den Hamburger SV am vergangenen Wochenende miserable Stimmung. Alles nicht gerade Dinge, die bei einem Trainer für gute Stimmung sorgen. Anders ist das bei Eintracht-Coach Armin Veh, der sich am Freitag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Schalke 04 am Sonntag (19.30 Uhr) betont locker gab, aufgeräumt und gut gelaunt wirkte. "Wir müssen wieder dahin kommen, dass wir eine gewisse Lockerheit haben. Denn wenn wir die nicht haben, verkrampfen wir zu sehr", sagte Veh, der zuletzt in der Kritik stand, sichtlich entspannt.

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Auf dem Platz wirkte seine Mannschaft zuletzt wie ein Gegenentwurf von alldem, was Veh vor der Partie gegen die Knappen forderte – verkrampft, verkopft und irgendwie immer auch einen Schritt zu spät. Die Fans quittierten eben jene Auftritte zunächst vorsichtig, nach dem Spiel gegen den HSV dann lautstark mit Pfiffen und Veh ließ sich zur Aussage hinreißen: "Dann sollen sie halt zu Hause bleiben". Geholfen hat er damit weder sich selbst, noch seiner Mannschaft, die am Sonntag gegen Schalke einmal mehr auf die Unterstützung der Fans angewiesen ist.

"Kein eiskalter Engel"

Das scheint auch ihm inzwischen klar zu sein und so bemühte sich Veh am Freitag, die Fans zu versöhnen. "Ich sage seit Jahren, dass wir wirklich geile Fans haben. Und das werde ich auch noch in zehn Jahren sagen", betonte er. "Aber ich habe auch Emotionen." In eben jenen Emotionen sei er gar nicht so weit entfernt von den Fans. Auch er sei mit vielen Dingen nicht zufrieden. "Ich bin dann nicht dreimal chemisch gereinigt und überlege mir jeden Satz, sondern sage dann auch mal etwas", gestand Veh. Dass die Anhänger bei der Eintracht das Wichtigste seien, ist auch dem Coach klar. "Trainer und Spieler gehen irgendwann, Fans bleiben."

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Wann Veh selbst die Eintracht verlässt, war in dieser Woche bereits spekuliert worden. In einem Bericht der Sport-Bild hatte der Coach lesen müssen, dass er sich am Saisonende eine neue Herausforderung suchen müsse. Die Eintracht-Verantwortlichen bemühten sich nach Kräften, den Artikel zu dementieren. An Veh sind die Spekulationen dennoch nicht spurlos vorüber gegangen. "Ich bin ja kein eiskalter Engel", sagte Veh. "Natürlich lässt man etwas an sich heran, allerdings geht man damit anders um als noch vor 15 Jahren."

Fokus Abstiegskampf

Wie der Coach damals Gerüchte verarbeitete, ist nicht überliefert, heute zieht es Veh vor, Spekulationen nicht zu kommentieren. "Ich konzentriere mich darauf, dass wir drinbleiben", sagte er. "Das ist meine oberste Priorität. Da verschwende ich meine ganze Konzentration und Leidenschaft drauf." So richtet sich sein Fokus nun auf Schalke 04 und damit einen Gegner, bei dem die Stimmung dieser Tage nicht besser ist als im Frankfurter Umfeld.

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Bei der 0:3-Niederlage der Knappen gegen Schtajor Donezk und dem damit verbundenen Ausscheiden aus der Europa League am Donnerstag, verhöhnten die Schalker Fans ihre Mannschaft. Das Team von Trainer André Breitenreiter musste nicht nur ein gellendes Pfeifkonzert, sondern auch Applaus für die Gäste aus Donezk über sich ergehen lassen. Breitenreiter selbst zeigte sich von den Anhängern im Anschluss enttäuscht. Das ist etwas, was man ja auch bei der Eintracht kennt.

Seferovic darf auf Startelf hoffen

Vielleicht wollte Veh deshalb gar nicht so sehr über die Situation der Schalker sprechen oder gar beurteilen, was das Aus in der Europa League für die Partie am Sonntag bedeutet. "Es ist wichtig, dass wir uns auf uns konzentrieren", gab Veh zu bedenken, der mit den wiedergenesenen Szabolcs Huszti und Marc Stendera planen kann. Ob es für Yanni Regäsel reicht, ist dagegen noch offen. "Er fängt heute wieder an ein bisschen zu laufen, aber er hat die ganze Woche im Bett gelegen", so Veh. Chancen auf einen Platz in der Startelf darf sich Haris Seferovic ausrechnen. "Er hat gut trainiert", sagte der Coach. Ob Seferovic tatsächlich von Beginn an ran darf und wie gut der Schulterschluss mit den Fans gelingt, wird sich erst am Sonntagabend zeigen.

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