Luca Waldschmidt Eintracht Frankfurt
Der Stammplatz von Luca Waldschmidt ist in dieser Saison meist die Ersatzbank. Bild © Rhode/Storch

Er will, aber er darf nicht: Luca Waldschmidt ist heiß darauf, der Frankfurter Eintracht im Abstiegskampf zu helfen und mehr zu spielen. Sollte es mit der Karriere wider Erwarten nicht klappen, hat er aber auch einen Plan B in der Tasche.

Neuer Trainer, neues Glück? Niko Kovac versprach bei seinem Amtsantritt bei Eintracht Frankfurt allen Ersatzspielern eine faire Chance auf mehr Einsatzzeiten und weckte damit auch bei Youngster Luca Waldschmidt neue Hoffnung. In Mönchengladbach saß der 19-Jährige, der in der Partie zuvor gegen Ingolstadt (1:1) nach seiner Einwechslung für ordentlich Dampf gesorgt hatte, allerdings wieder 90 Minuten auf der Bank. "Ein bisschen nervt das schon", sagte Waldschmidt am Montag im hr-heimspiel!. "Am liebsten möchte ich natürlich immer spielen."

Bei den Fans hoch im Kurs

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In dieser Spielzeit durfte sich das Eintracht-Eigengewächs lediglich zehnmal das Frankfurter Trikot überstreifen und dabei genau 200 Minuten Bundesliga-Luft schnuppern. Zu wenig, geht es nach Waldschmidt. Deutlich zu wenig, geht es nach den Anhängern, die sich vor der Partie am Niederrhein für einen Startelf-Einsatz des Offensiv-Akteurs ausgesprochen hatten. "Es ist schön, die Unterstützung der Fans zu spüren", so Waldschmidt. "Ich würde mich natürlich gerne beweisen und etwas reißen, aber ich muss geduldig sein."

In der Situation des 19-Jährigen ist Geduld sicher ein guter Ratgeber, im Abstiegskampf sind hingegen andere Tugenden gefordert. Das Team von Coach Kovac trennt nur noch ein Tor von einem direkten Abstiegsplatz, im nächsten Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen das abgeschlagene Tabellenschlusslicht Hannover 96 muss die Serie von acht sieglosen Spielen in Folge endlich gestoppt werden. Von Panik ist derzeit aber trotzdem noch nichts zu spüren, wie Waldschmidt versicherte. "Der Trainer hat uns direkt in seiner ersten Besprechung gesagt, dass beim Fußball immer der Spaß das Wichtigste ist. Deswegen gehen wir positiv an die Sache ran."

Der Kopf will, die Beine nicht immer

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Die Zielvorgabe für das Aufeinandertreffen mit Ex-Trainer Thomas Schaaf und dem Team aus Niedersachsen sei aber dennoch unmissverständlich. "Wir müssen besser spielen und gewinnen", so Waldschmidt in aller Deutlichkeit. Das jedoch sei in der derzeitigen Phase deutlich leichter gesagt als getan. Die Mannschaft versuche zwar, alle negativen Gedanken abzuschalten und optimistisch zu bleiben. Im Abstiegskampf lasse sich aber leider "nicht alles wegdrücken".

Aus diesem Grund sei Kovac nicht nur in seiner Rolle als Übungsleiter, sondern auch als Psychologe gefordert. Eine Aufgabe, die er ebenso akribisch erledigt wie die taktische Vorbereitung. "Er redet sehr viel mit uns und probiert seine Ideen umzusetzen", lobte Waldschmidt. Selbst während der Spiele sei der 44-Jährige ständig aktiv. "Er versucht immer zu korrigieren und uns aufzubauen. Gegen Hannover muss es einfach klappen."

Klassenbuch statt Klassenerhalt?

Ob es tatsächlich mit einem dreifachen Punktgewinn klappt, ist aber wohl ebenso unsicher wie ein Einsatz von Waldschmidt. Torjäger Alex Meier steht vor seiner Rückkehr in die erste Elf, die Planstellen im Angriff werden dadurch noch weniger. "Ich lasse mich nicht hängen und biete mich weiter an", so Waldschmidt, der für den Fall der Fälle sogar noch einen Plan B – und das Abitur – in der Tasche hat: "Meine Mama ist Lehrerin, das gefällt mir auch ganz gut."

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