Axel Hellmann mit Handy
Eintracht-Vorstand Axel Hellmann will sich bei den Amerikanern einiges in Sachen Digitalisierung abschauen. Bild © Imago

Bei Eintracht Frankfurt werden im USA-Trainingslager nicht nur die sportlichen Grundlagen für die neue Saison gelegt. Die Hessen putzen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch zahlreiche Klinken. Vorstand Axel Hellmann nimmt die Strapazen gern in Kauf.

Audiobeitrag
Eintracht USA Seattle

Sie können das Audio zur privaten Nutzung hier herunterladen oder im Systemplayer öffnen.

Audio

Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht positioniert sich auf dem US-amerikanischen Markt

Ende des Audiobeitrags

Wer gedacht hätte, dass die Profifußballer der Eintracht bei ihrem Vier-Städte-Trip quer durch die USA einen strapaziösen Reiseplan haben, sollte sich die Route von Vorstandsmitglied Axel Hellmann mal genauer anschauen. Sechs Städte in sieben Tagen bereist Hellmann mit einer Vereinsdelegation und einem amerikanischen Repräsentanten. Dabei werden die Frankfurter bei insgesamt zehn Unternehmen vorstellig, wie Hellmann bei einem Zwischenstopp in San José erklärte, wo der Bundesligist gerade ein Testspiel gegen die ortsansässigen Earthquakes mit 1:4 verloren hat.

Da hatte Hellmann gerade einen Abstecher ins Silicon Valley hinter sich gebracht, dem Teil der USA, der wohl am besten zum Slogan des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten passt. In der Heimat von Facebook, Apple und Co. stand für Hellmann der Besuch eines führenden Digitalunternehmens an. Dabei ging es nicht nur darum, Einblick in die Geschäftsprozesse des Unternehmens zu bekommen, wie der frühere Finanzvorstand berichtete, sondern auch im Namen von Eintracht Frankfurt einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.

Vorbild Premier League: Mannschaft zieht als Botschafter mit

"Der Hunger der Amerikaner nach deutschem Fußball ist sehr, sehr groß", sagte Hellmann, der unter anderem in San Francisco und New York seine Visitenkarte hinterlässt. Gleichzeitig habe der Fußball in den Staaten noch großes Entwicklungspotenzial. Und in diese Lücke wollen die Frankfurter hineinstoßen, auch wenn es anstrengend für alle Beteiligten wird. "Wer hier den längsten Atem hat, der wird auf lange Sicht auch das meiste Geld verdienen", sagte Hellmann. "Wir können keine besseren Botschafter schicken als unsere Fußballmannschaft. Die Profimannschaft zieht bei solchen Vernetzungen am besten, deswegen müssen wir sie einsetzen."

Zitat
„Da dürfen wir auch nicht klagen über Flugzeiten oder irgendwelche Anstrengungen.“ Zitat von Axel Hellmann
Zitat Ende

Doch zwischen Flügen, Check-ins und Händeschütteln geht wichtige Trainingszeit verloren, auch wenn Hellmann das nicht als Kritikpunkt gelten lässt. "Dass es Reisestrapazen gibt, ist auch klar. Aber wenn man sich die Premier-League-Clubs anschaut, die sind erheblich mehr unterwegs." Sollte die Eintracht die Lücke zu den Vermarktungsweltmeistern von der Insel verkleinern wollen, müssten Abstriche in Kauf genommen werden, so Hellmann: "Da dürfen wir auch nicht klagen über Flugzeiten oder irgendwelche Anstrengungen, sondern das ist für mich Teil des Jobs."

Hellmann kündigt weitere Partnerschaften an

Die Frankfurter, in der Vergangenheit gern gesehener Gast in Abu Dhabi, sehen sich auf dem richtigen Weg zum Global Player. Die Vorbereitungs-Tour durch die Vereinigten Staaten soll in dieser Hinsicht nur einen Meilenstein auf dem Weg des frisch gekürten Social-Media-Meisters der Bundesliga darstellen.

Weitere Informationen

Einen Beitrag zum Thema sehen Sie am Sonntag ab 19.30 Uhr auch in der hessenschau des hr-fernsehens.

Ende der weiteren Informationen

Und auch wenn die Hellmannsche Marketing-Strategie langfristig angelegt ist, so seien auch kurzfristig weitere erfolgreiche Abschlüsse nach dem Hauptsponsoren-Deal mit dem US-Jobvermittler Indeed zu erwarten. So kündigte das Vorstandsmitglied an: "Ich kann sagen, es wird nach Indeed noch der eine oder andere amerikanische Partner in den nächsten Wochen dazu kommen."

Das könnte Sie auch interessieren