Der Eintracht-Adler spiegelt sich in einem Fenster.
Die Eintracht steckt in der Krise. Bild © Rhode/Storch (Archiv)

Der Abstieg der Eintracht rückt näher – und alle schauen nur zu. In Frankfurt regieren Lethargie und Führungsschwäche. Konsequenzen sind dringend notwendig, wenn es nicht schon zu spät ist.

Philipp Hofmeister
hr-Reporter Philipp Hofmeister Bild © hr

In der erfolgreichen US-Serie "True Detective" heißt es: Die Zeit ist ein flacher Kreis. Was damit gemeint ist: der Lauf der Dinge wiederholt sich, immer und immer wieder. Es sei denn, man tut etwas dagegen. Eintracht Frankfurt schickt sich gerade an, fünf Jahre nach einem ziemlich vermeidbaren Abstieg einen noch unnötigeren Abstieg hinzulegen: Sehenden Auges in den Abgrund.

Veh hat Fehler gemacht, aber nicht nur er

Es einzig am Trainer festzumachen, wäre zu kurz gedacht. Ja, Armin Veh hat Fehler gemacht. Elementare handwerkliche Fehler. Beginnend bei fragwürdigen Personalentscheidungen bis hin zur nicht existenten Handschrift auf dem Platz. All das ist Trainersache.

Allerdings hat ihm Sportdirektor Bruno Hübner auch eine Mannschaft zusammengestellt, deren offensichtliche Defizite seit geraumer Zeit schlicht ignoriert oder weggelächelt werden. Ohne konstant formstarke Außenbahnspieler und mit einem derart gravierenden Tempodefizit im Mittelfeld bekommt man zwangsweise Probleme. Korrigiert wurde genau daran nichts. Nicht mal in der Winterpause, trotz stolzer fünf Neuzugänge.

Können die Verantwortlichen überhaupt noch etwas ändern?

Was uns zur Führungsetage bei Eintracht Frankfurt bringt. Zu den Verantwortungsträgern, denen dieser Klub angeblich so sehr am Herzen liegt. Wäre das der Fall, dann hätten sie längst handeln müssen. Eigentlich schon zur Winterpause, als der schleichende Niedergang dieser Mannschaft bereits in vollem Gange war. Allerspätestens aber nach dem Heimspiel gegen Hamburg, als so ziemlich jedem klar wurde, dass dieses Team in dieser Verfassung kein Spiel mehr gewinnen würde. Selbst diese Erkenntnis löste die Lethargie nicht. Das ist nicht nur mutlos, sondern vor allem grob fahrlässig.

Die Führungsschwäche bei Eintracht Frankfurt ist omnipräsent. Und sie muss personelle Konsequenzen haben, in welcher Form auch immer. Obwohl es dafür eigentlich schon zu spät ist. Und man heute, zehn Spieltage vor Saisonende (!) gefühlt schon abgestiegen ist – auch wenn man noch nicht mal auf einem direkten Abstiegsplatz steht. Eigentlich unglaublich. Allerdings sprechen wir über Eintracht Frankfurt. Über den Klub, bei dem die Zeit manchmal ein extrem flacher Kreis ist.

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Ihre Kommentare Wie kann die Eintracht noch gerettet werden?

72 Kommentare

  • Vor dem Spiel haben die Meister der Durchhalteparolen noch von 33 möglichen Punkten gesprochen. Nun sind es noch 30 und es werden von Spiel zu Spiel weniger. Die recht sichere Abwehr hält dem Druck des Gegners nicht über 90 min. Stand, wenn keine Entlastung aus dem nicht vorhandenen Mittelfeld und aus dem noch weniger existierenden Angriff kommt.
    Alles gegeben wie A.V. so schön nach dem Hertha-Spiel gesagt hat wird zum Schluss nicht reichen. Hoffentlich merkt endlich jemand der Verantwortlichen, dass A.V. die Mannschaft nicht mehr erreicht. Spätestens nach der nächsten Pleite gegen Ingolstadt sollte es einen neuen Trainer geben.

  • Ich würde sofort Peter Neururer als Feuerwehrmann bis Saisonende holen ! Wenn ich die Körpersprache von Armin Veh sehe da frage ich mich mit was er die Mannschaft noch begeistern oder Motivieren kann ! Zur neuen Saison dann einen kompletten Neuanfang starten mit einem jungen und hungrigen Trainer, gerne Alex Schur , Fjørtoft als Teammanager und Metzelder als Vorstandsvorsitzender!

  • Ich würde den Erfolgstrainer Stepanovic holen. Der bekommt doch überall eine Bühne obwohl er 1996 mit der Eintracht abgestiegen ist und die Mannschaft anschließend auf den 17. !!!!!! Platz der 2.Liga geführt hat bis man ihn endlich vom Hof gejagt hat. Herr Steubing sie können doch gut mit ihm (RW Frankfurt).

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