Felix Magath
Felix Magath Bild © Imago

Armin Veh ist weg, ein neuer Trainer für Eintracht Frankfurt noch nicht gefunden. An Spekulationen will sich Ex-Coach Felix Magath nicht beteiligen – klare Meinungen hat er dennoch: über den Sinn von Trainerentlassungen, die Qualitäten von Alexander Schur und eine Eintracht, die sich selbst im Weg steht.

Zwischen 1999 und 2001 war Felix Magath Trainer von Eintracht Frankfurt. In diese Zeit fällt ein Last-Minute-Klassenerhalt im Jahr 2000. 16 Jahre später sind seine Ansichten und Einschätzungen bei vielen Fußball-Fans hoch angesehen. Am Montag äußerte sich Magath im hr-heimspiel! zu zahlreichen Themen rund um die erneut abstiegsbedrohte Eintracht.  

Felix Magath über …

… Trainer als Sündenböcke:

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zum Video Magath: "Gesamtverantwortung des Vereins"

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"Wir haben die Situation, dass der Trainer immer als der Schuldige hingestellt wird. Dann wird ein neuer gesucht. Und dann geht es mit dem Neuen eine Zeit lang gut. Dann wird es wieder nix – und dann wird wieder ein Neuer gesucht. So geht es in einer Tour weiter. Ich warte auf den Tag, an dem endlich mal einer auf die Idee kommt, zu fragen, ob das alles so richtig ist oder ob man vielleicht nicht mal woanders suchen muss, ob das nicht andere Ursachen hat."

… die Qualitäten von Alexander Schur:

"Als Spieler war er ein Vorbild, weil er ein sehr mannschaftsdienlicher Spieler war, der immer mit totalem Einsatz für seinen Verein gearbeitet hat. Wenn er genau diese Dinge auch als Trainer einbringt, dann ist ihm das auch zuzutrauen. Nur glaube ich, dass man im Trainerberuf in Situationen wie dieser besser ein bisschen Erfahrung mitbringt. Inwieweit die Erfahrung als Amateurtrainer ausreicht, kann ich nicht sagen."

… den Abgang von Vorstandsboss Heribert Bruchhagen im Sommer:

"Das ist auch keine komfortable Situation. Der Fußballverein wird heute gerne mit Unternehmen verglichen. Aber wenn in der Wirtschaft klar ist, dass ein Vorstand entlassen werden soll, dann ist eigentlich auch klar, dass ein neuer kommt. Ich weiß nicht, was Heribert Bruchhagen noch bestimmen will, darf, muss – oder was jetzt von Bruno Hübner entschieden wird. Diese Gemengelage schafft die Situation, dass Entscheidungen nicht ganz klar rüberkommen. So etwas spürt eine Mannschaft auch. Das trägt dazu bei, dass die Eintracht in dieser Saison bisher unter ihren Möglichkeiten geblieben ist."

… eine Eintracht, die sich selbst im Weg steht:

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zum Video Magath: "Eintracht ist mit sich selbst beschäftigt"

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"Die Spieler bekommen immer mit, wie es im und um den Verein aussieht. Wenn man sich wie bei der Eintracht gerne mit sich selbst beschäftigt und im Verein Probleme kreiert, dann hat man gar nicht die Kraft, sich gegen die Konkurrenz zu erwehren. Es wäre viel notwendiger, dass sich ein Verein einig ist – so wie der SV Darmstadt."

… die Winter-Einkäufe der Eintracht:

"Wäre ich in der Verantwortung gewesen, ich hätte nicht dazu geraten, im Januar fünf neue Spieler zu holen. Ich hätte mich auf einen oder zwei beschränkt."

… Armin Veh:

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zum Video Magath: "Er hat es nicht mehr ausgestrahlt"

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"Er hat leider nicht mehr so einen guten Eindruck gemacht, er hat es nicht mehr ausgestrahlt. Man hat zum Schluss nicht mehr den Eindruck gehabt, dass er mit aller Macht dagegen kämpft. Deshalb war es möglicherweise eine richtige Entscheidung, sich von Armin Veh zu trennen."

… fehlende Führungsspieler:

"Wenn ein Spieler da wäre, dann würde die Eintracht nicht auf dieser Position stehen. Ich glaube nicht, dass in der jetzigen Mannschaft einer ist, der in der Lage ist, die Truppe zu einen."

… die Aufgaben des neuen Eintracht-Trainers:

"Er muss im Grunde sofort Erfolg haben. Er hat Spieler, die in dieser Liga konkurrenzfähig sind und gar nicht auf dieser Position stehen dürften. Relegation wäre nicht so schön, aber immer noch eine gute Chance, die Klasse zu halten."

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