Eintracht-Verteidiger Marco Russ beim Pressegespräch.
Marco Russ Bild © Imago

Nach überstandener Krebserkrankung ist Eintracht-Verteidiger Marco Russ auf dem Trainingsplatz schon fast wieder der Alte. Auch ein Comeback auf dem Platz hat er im Visier. Nur, wo soll er überhaupt spielen?

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Wenn man Marco Russ im Training der Eintracht in Abu Dhabi beobachtet, dann könnte man meinen, es hätte die vergangenen sieben Monate nicht gegeben. Denn nach seiner überstandenen Krebserkrankung mischt der Frankfurter Routinier in den Trainingsspielen ordentlich mit. Enorm ehrgeizig gibt er Kommandos, schimpft, wenn etwas nicht klappt und ist bei den meisten Albernheiten mit dabei.

Marco Russ, soviel ist sicher, ist nach der Horror-Diagnose vor den Relegationsspielen gegen Nürnberg wieder zurück im Training der Eintracht. Geht es nach dem 31-Jährigen, soll es irgendwann in der Rückrunde auch ein Comeback im Trikot der Frankfurter geben. "Ja, irgendwann. Ich denke schon, dass ich eine Alternative sein kann", sagte Russ am Dienstag in Abu Dhabi. Einen Zeitplan für die Rückkehr in die Mannschaft gebe es aber noch nicht.

Die Eintracht-Spieler Russ und Meier im Trainingszweikampf.
Voller Einsatz im Training: Marco Russ im Duell mit Alex Meier Bild © Imago

Noch nicht auf dem Level des Teams

Zumindest den Januar und den Februar habe er noch eingeplant, um wieder auf das Niveau des Teams zu gelangen. Russ weiß selbst, dass es bis dahin noch ein ordentlicher Weg ist. "Ich muss erst einmal auf das Level kommen, das die Mannschaft hat. Ohne das brauche ich nicht an irgendwas zu denken. Davon bin ich noch weit entfernt."

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Krebsdiagnose

Bei Marco Russ war im Mai 2016 vor den Relegationsspielen gegen den 1. FC Nürnberg eine Hodenkrebs-Erkrankung diagnostiziert worden. Russ musste operiert werden und zwei Chemobehandlungen über sich ergehen lassen. Beim Vorbereitungsauftakt der Eintracht am 3. Januar stand er wieder auf dem Platz und trainiert seither voll mit.

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Um möglichst schnell wieder in Form zu kommen, macht Russ nach seiner Rückkehr beinahe alle Einheiten mit. "Das passiert aber alles in Absprache mit dem Trainerteam. Und ich höre auf meinen Körper." Zwar habe er durchaus muskuläre Probleme, "aber es ist alles im Rahmen. Das gehört zum Trainingslager." Anpassungsbedarf gibt es aber nicht nur im konditionellen Bereich, sondern auch in punkto Taktik. "Wir spielen ja anders in dieser Saison, da habe ich ja noch gar nicht mitgespielt. Die anderen hatten schon länger Zeit, das einzustudieren."

Russ will spielen, aber wo?

Es stellt sich insgesamt die Frage, wo der 31-Jährige Platz findet im System Kovac. In der Innenverteidigung sind David Abraham und Jesus Vallejo gesetzt. Angesichts von nur zwölf Gegentoren und auch mit Blick auf die Qualitäten der beiden beim Spielaufbau und in Sachen Geschwindigkeit, wird es hier schwer für Russ. Aber auch im defensiven Mittefeld – wo Russ früher ja auch spielte – haben sich Omar Mascarell und Szabolcs Huszti als feste Größen etabliert. 

Keine leichte Aufgabe für Trainer Niko Kovac. Allerdings hat sich der Kroate in solchen Fällen ja durchaus als kreativ erwiesen. Denn dass Makoto Hasebe plötzlich als Libero aufblüht, hätte vor einem halben Jahr in Frankfurt auch niemand gedacht.

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