Marco Fabián im Kopfballduell mit Berlins Vladimir Darida
Augen zu und durch: Marco Fabián im Kopfballduell mit Berlins Vladimir Darida Bild © Imago

Keine Tore, keine Punkte, kaum Mutmacher: Eintracht Frankfurt hat am Mittwoch bei Hertha BSC verloren. Ein Traumtor von Mitchell Weiser ebnete den Berlinern den Weg zum Sieg. Über eine Szene werden die Fans der Hessen aber wohl noch länger diskutieren.

Sechs Spiele ohne Sieg, drei Spiele ohne eigenen Treffer: Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt musste am Mittwochabend die nächste Niederlage hinnehmen. Die Mannschaft von Trainer Armin Veh verlor bei Champions-League-Anwärter Hertha BSC mit 0:2 (0:0). Mitchell Weiser per Traumtor (63.) und Salomon Kalou (78.) erzielten die Berliner Treffer. Weil Werder Bremen zeitgleich einen 4:1-Auswärtserfolg in Leverkusen feierte, kehrt die Eintracht auf dem Abstiegs-Relegationsplatz aus der Hauptstadt zurück.

Erste Szene, erster Aufreger

Bereits nach vier Minuten erlebte die Partie ihren ersten großen Aufreger. Marco Fabián hatte Vladimir Darida beim Spielaufbau ordentlich unter Druck gesetzt und ihm den Ball abgenommen. Der Berliner wusste sich nicht besser zu helfen, er zog an Fabiáns Trikot und brachte den Mexikaner dadurch zu Fall. Schiedsrichter Knut Kircher entschied auf Freistoß – und zeigte Darida die Gelbe Karte.

Eine umstrittene Entscheidung. Denn: Fabiáns Weg zum Tor wäre frei gewesen. Anthony Brooks und Niklas Stark standen in diesem Moment zwar auf derselben Höhe, für ein entscheidendes Eingreifen allerdings auch zu weit weg. Für eine Rote Karte gegen Darida hätte es also genügend Argumente gegeben.

Eintracht bemüht, aber ohne Fortune

Der Rest der ersten Halbzeit ist schnell erzählt. Die Eintracht versuchte, das Mittelfeld durch ein schnelles Umschaltspiel zu überbrücken. Vor allem die Rechtsaußen-Achse aus Makoto Hasebe und Stefan Aigner war daran immer wieder beteiligt. Weil aber die Berliner Defensive spätestens an der eigenen Strafraumgrenze den Gürtel enger schnallte, blieben Torchancen über weite Strecken Mangelware.

Kapitän Marco Russ probierte es mit einem Fernschuss (20.), Fabiáns Mix aus Flanke und Schuss landete abgefälscht bei BSC-Keeper Rune Jarstein und auch den nächsten Schuss des Frankfurters lenkte der Schlussmann über die Querlatte (34.). Auf der anderen Seite vergab Vedad Ibisevic die besten Möglichkeiten, als er zwei Mal (15., 40.) an Eintracht-Torwart Lukas Hradecky scheiterte.

Weiser mit dem Dosenöffner

Nur kurz nach dem Seitenwechsel hatten die Fans beider Lager den Torschrei auf den Lippen. Zunächst hätten die Hausherren in Führung gehen können, aber Ibisevics langes Bein verpasste die Hereingabe von Marvin Plattenhardt um den entscheidenden Zentimeter (48.). Frankfurts Innenverteidiger David Abraham hatte den Stürmer in diesem Moment überhaupt nicht im Blick. Eine Minute später war es abermals Fabián, der mit einem schönen Schuss ins lange Toreck Jarstein zur nächsten guten Aktion zwang.

Nach einer guten Stunde platzte dann der Torknoten - aus hessischer Sicht allerdings auf der falschen Seite. Einen Querpass von Kalou verwertete Weiser mit einem saftigen und für Hradecky unhaltbaren Drehschuss unter die Querlatte (63.). Und es sollte noch schlimmer kommen.

Zambrano begleitet Kalou zum Tor

Nachdem der eingewechselte Sonny Kittel mit seinem Kopfball den Ausgleich um Haaresbreite verpasst hatte (71.), sorgten die Berliner sieben Minuten später für die Entscheidung. Wieder war es Kalou, der den Ball mit schnellen Schritten Richtung Eintracht-Gehäuse transportierte. Frankfurts Abwehrchef Carlos Zambrano schaute ihm dabei zu, ging überhaupt nicht in den Zweikampf und sorgte so für eine freie Bahn. Der Ivorer bedankte sich und schob zum 2:0 ein. Ein Spielstand, an dem sich bis zum Abpfiff nichts mehr ändern sollte.

Weitere Informationen

Hertha BSC - Eintracht Frankfurt 2:0 (0:0)

Berlin: Jarstein - Pekarik, Stark, Brooks, Plattenhardt - Weiser, Darida (81. Stocker), Skjelbred, Haraguchi (68. Cigerci) - Kalou (90. Mittelstädt), Ibisevic                              

Frankfurt: Hradecky - Hasebe, Zambrano, Abraham, Oczipka - Stendera (79. Waldschmidt), Russ - Aigner, Fabián, Huszti (71. Kittel) - Seferovic                 

Tore: 1:0 Weiser (63.), 2:0 Kalou (78.)                  
Gelbe Karten: Weiser, Darida, Stocker - Stendera, Aigner
                                      
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)  
Zuschauer: 36.608      

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134 Kommentare

  • Ich kann das Gerede von BH nicht mehr hören, spätestens seit den Spielen in Aue und Ingolstadt hätte man wach werden müssen.

    Aussagen Hübner (mit meinem Kommentar):

    - Die Mannschaft ist toll, der Trainer ist toll - alles super, aber woran klemmt's dann?


    - die Mannschaft hat genügend Qualität

    (dann kann's doch nur am Trainer liegen)

    - wir vertrauen der Mannschaft

    (reine Selbstbeweihräucherung)

    - die Fans sollen bitte nicht pfeiffen

    (Eingeständnis, dass die Mannschaft verunsichert ist - und nicht stabil / hier widerspricht er sich selbst)

    - seit ich hier bin, war die Eintracht nie auf einem Abstiegsplatz

    (seit gestern hat sich diese Aussage überholt)



    Ich sehe im Moment keinen anderen Verein, der in der Tabelle hinter uns bleiben sollte.

    Die Flaschen werden auch von den 3 nächsten extrem wichitgen Heimspielen keines gewinnen.


    Momentan wird derselbe Angsthasenfußball wie beim letzten Abstieg.

  • Armin Veh hat diese Mannschaft in den vergangenen 9 Monaten komplett runtergewirtschaftet. Wie bereits bei seinen vorhergehenden Stationen, auch vor zwei Jahren in Frankfurt, hat Veh deutlich gezeigt, dass er keine Antworten auf die Herausforderungen des modernen Fußballs besitzt. Wie ein roter Faden ziehen sich Aufstellungsfehler durch die Saison. Wahllos gewählte Neuzugänge in der Winterpause haben bereits die ganze Hilf- und Konzeptlosigkeit der Verantwortlichen verdeutlicht. Solange ein schwerfälliger, ungelenker Marco Russ mit einer miserablen Technik durch das Mittelfeld stampfen darf, ist keine Besserung in Sicht. Das System Meier ist nicht tauglich. Die überforderten und leider ahnungslosen Funktionäre, begleiten diesen Niedergang in falscher Loyalität zu Ihrem (Rotwein-) Kumpel Veh mit verzweifelter Passivität und inhaltsleeren Phrasen. Macht Alex Schur zum Trainer und stellt die jungen Leute auf. Wenn wir schon absteigen müssen, dann lieber so.

  • Was soll sich jetzt noch ändern ? Seit Jahren das gleiche langweilige Gefasel, in diesem Verein habe ich noch nie Struktur oder Planung gesehen. Alles Zufall. Woche für Woche das gleiche Gesülze. Diese Mannschaft haben Veh und Hübner zusammengestellt und gekauft. Nach welchen Kriterien ? Frage an den Vorstand und Aufsichtsrat: Wann wird Herr Hübner endlich in Frage gestellt bzw. in die Wüste geschickt ? Wenn ich mir nur betrachte wie sogenannte Fußballer wie Oczypka und allen voran Russ da rumstolpern, wird mir übel. Da werden Spielern ( Gacinovic, Medojevic, Injowski ) gute Trainingsleistungen attestiert, bekommen mal kurze Spielzeiten, im nächsten Augenblick sind sie schon wieder außen vor. Können Sie das erklären Herr Veh ? Wie Severovic da rumstolpert ist eine Frechheit für jeden der sich diesen Mist ansieht und dem sein Herz an diesem Verein hängt. Liebe Herren im Vorstand und Aufsichtsrat, muss es nicht peinlich sein das uns der Nachbarverein Mainz 05 um Längen überholt hat.

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