Rhode Hellmann
Eintracht-Vorstand Axel Hellmann Bild © Rhode/Storch

Fünf Spieltage dauert die aktuelle Saison noch. Fünf Spieltage, die nicht nur für die sportliche, sondern auch für die finanzielle Zukunft von Eintracht Frankfurt entscheidend werden.

Drei Punkte zum internationalen Geschäft, sechs Punkte zum Relegationsplatz: Vor dem Spiel gegen Augsburg am Samstag ist für Eintracht Frankfurt in dieser Saison trotz der schwachen Rückrunde noch alles drin. Doch für die Hessen geht es nicht nur um Europa League oder Klassenerhalt, jeder Tabellenrang zählt – zumindest mit Blick auf die finanziellen Möglichkeiten in der kommenden Spielzeit.

Das liegt an den TV-Geldern der Deutschen Fußball Liga (DFL). Ab kommender Saison vergibt die DFL jedes Jahr 1,16 Milliarden Euro an die Bundesligisten. Auch wenn sich die Bewertungen etwas geändert haben, Hauptkriterium für die Verteilung bleiben die Tabellen-Platzierungen der vergangenen fünf Jahre. Je besser ein Club in dieser Zeit abschnitt, desto mehr Geld gibt es.

Augsburg-Partie richtungsweisend

Die Situation der Eintracht ist dabei durchaus kompliziert. Denn im Mittelfeld der Fernsehgeld-Tabelle ringen gleich sieben Clubs um die Plätze. "Es kann passieren, dass wir 13. werden in der TV-Tabelle mit Blick aufs nächste Jahr. Es kann aber auch sein, dass wir Achter werden. Es ist alles drin", analysiert Eintracht-Vorstand Axel Hellmann. Da jeder Platz zweieinhalb Millionen Euro wert sei, wird schnell klar, um wieviel Geld es dabei geht.

Der Blick richtet sich dabei nicht nur auf das eigene Abschneiden. "Der Erfolg von Hoffenheim in der Tabelle tut uns etwa weh", erklärt Hellmann. Ebenso schmerzhaft wäre es, würde sich Mainz weiter nach oben kämpfen. Auch deshalb ist das Spiel gegen Augsburg wichtig: Denn der kommende Gegner gehört ebenfalls zu den direkten Konkurrenten im Geld-Ranking. Beendet die Eintracht die Saison weniger als sechs Plätze vor dem FCA, rutscht man in der TV-Geld-Tabelle ab. Mehr als einen Rang hinter Köln hätte die gleichen Folgen.

Der Traum von Europa

Unabhängig von allen Fernsehgeldern würde das Erreichen des Europapokals den Frankfurtern finanziell gut tun. "Eine Europa League-Teilnahme ist für uns natürlich ganz entscheidend", macht Hellmann deutlich, "wir gehören als Bundesliga-Mittelstand zu den Clubs, die daraus entscheidende Vorteile ziehen." So kämen etwa zusätzliche Zuschauereinnahmen im meist gut gefüllten Frankfurter Stadion dazu. Und auch die Sponsoren dürften sich über zusätzliche Präsenz freuen.

Ähnliches gilt für den DFB-Pokal. "Das oberste Ziel wäre für mich, das Pokalfinale zu erreichen. Was das Renommee angeht, ist es unübertroffen", sagt Hellmann. Allein die Teilnahme würde die Aufmerksamkeit von Publikum auf der ganzen Welt auf die Eintracht ziehen, erklärt er. Aufmerksamkeit, die dem Verein auch in Form einer Millionen-Prämie zuteil würde.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am samstag, 22.4.2017, 17 Uhr

Das könnte Sie auch interessieren