Veh
Trainer Armin Veh und seine Eintracht stehen gegen Schalke gehörig unter Druck. Bild © Rhode/Storch

Angeschlagene Spieler, Ärger mit den Fans und die Abstiegsgefahr: Eintracht-Trainer Armin Veh hat vor dem Schalke-Heimspiel am Sonntag einige Baustellen zu beackern. Dabei soll sich die Mannschaft auf das Wesentliche konzentrieren und nicht sprechen.

Das Schmuddelwetter passte am Dienstag zur allgemeinen Gemütslage rund um die kriselnde Frankfurter Eintracht. Bei Schneeregen und gefühlten Temperaturen um den Gefrierpunkt setzte das kickende Personal des abstiegsgefährdeten Fußball-Bundesligisten seine Vorbereitung auf das Heimspiel am Sonntag (19.30 Uhr) gegen Schalke 04 fort. Dabei musste Trainer Armin Veh auf ein Quartett verzichten.

Während Marc Stendera (Wade) und Szabolcs Huszti (Oberschenkel) im Bauch der Frankfurter Arena auf dem Ergometer strampelten, fehlte Youngster Luca Waldschmidt nach wie vor krankheitsbedingt. Und auch Rechtsverteidiger Yanni Regäsel musste wegen eines Infekts passen. Dafür meldete sich der zuletzt gesundheitlich angeschlagene Makoto Hasebe zurück, wenngleich der Allrounder das volle Programm nicht mitmachen konnte. Abseits des Geschehens drehte Rekonvaleszent Luc Castaignos wieder seine Runden, der freilich noch keine Option für Sonntag ist.

Seferovic drängt sich auf

Dafür aber allemal Haris Seferovic, der nach der Einheit gemeinsam mit Alex Meier noch einige Bälle auf das Tor drosch. Der Angreifer war bei der enttäuschenden Nullnummer gegen Hamburg nach der Pause eingewechselt worden und sorgte für Schwung in der bis dahin kaum existierenden Offensive. Veh wollte sich nicht in die Karten blicken lassen, ob er den zwischenzeitlich in Ungnade gefallenen Schweizer wieder eine Chance von Beginn an geben wird.

Sicher ist jedenfalls, dass Verteidiger Bastian Oczipka nach abgesessener Gelb-Sperre in den Kader zurückkehrt. Gegen den HSV hatte ihn Allrounder Hasebe links hinten vertreten. Möglicherweise auch gegen Schalke? "Wir werden am Donnerstag ein paar Dinge probieren", sagte Veh. Schließlich müsse immer alles passen, wenn man Änderungen vornimmt.

"Besser, ich sag nichts"

Der Coach ist zweifellos auf der Suche nach der abhanden gekommenen Balance in seiner Mannschaft, die durch die ausbleibenden Erfolge gehörig verunsichert ist. Dass die sich zuspitzende Krise auch am Trainer selbst nicht spurlos vorbeigeht, verdeutlichte nicht zuletzt seine unbedachte Fan-Schelte nach dem HSV-Spiel.

Vielleicht präsentierte sich Veh auch deshalb am Dienstag entsprechend schmallippig. Manchmal sei es besser im Leben, weniger zu sagen. "Besser, ich sag nichts", erklärte Veh vieldeutig. Zuvor hatte er bei einer Frage nach der Rolle von Mijat Gacinovic abgeblockt. Aber nicht, weil er sauer sei, schob er eilig hinterher und verschwand in Richtung Kabine.

Eintracht schottet sich ab

Der 55-Jährige gibt sich also zumindest nach außen hin gefasst und versucht vielmehr, den Fokus auf die Begegnung gegen Schalke zu lenken. Wie bereits in der vergangenen Woche wird sich die Eintracht nach der öffentlichen Einheit am Mittwoch ab Donnerstag wieder abschotten und Geheimtraining absolvieren. Denn schließlich müssen die Hessen gegen Schalke unbedingt punkten. Ansonsten dürfte es für Veh, der bei den Fans massiv in die Kritik geraten ist, richtig ungemütlich werden.

Das könnte Sie auch interessieren