Tomas Oral schaut kritisch
Tomas Oral schaut kritisch Bild © Imago

Der FSV Frankfurt verliert an einem Tag gleich zweimal: erst das Auswärtsspiel bei Union Berlin, dann den Trainer. Tomas Oral wird den Zweitligisten am Saisonende verlassen.

Tomas Oral ist ein Mann, der auch unkonventionelle Methoden nicht scheut. Als der 42-Jährige im vergangenen Mai beim FSV Frankfurt einsprang, um auf den letzten Drücker den Verbleib in der zweiten Liga zu sichern, schickte er seine Spieler erst einmal in die Waschanlage. Jeder musste durch. Die schlechten Gedanken sollten einfach abgewaschen, einfach weggespült werden. So die Idee.

Vertragsangebot abgelehnt

Zehn Monate später hat Tomas Oral beim FSV Frankfurt erneut überrascht. Wieder ging es darum, mit alten Dingen abzuschließen. Nur an anderer Stelle. Und ohne Waschanlage. Tomas Oral, so viel ist mittlerweile sicher, wird den Verein, den er einst in den Profifußball führte, für den sein Herz schlägt und den er zuletzt erfolgreich rettete, schon bald wieder verlassen. Ein Angebot zur Verlängerung seines am Saisonende auslaufenden Vertrags wird der Trainer nicht annehmen. Im Sommer trennen sich die Wege. "Das ist natürlich sehr schade“, bestätigt Geschäftsführer Clemens Krüger dem hr-sport den baldigen Trainer-Abgang. Nicht nur für ihn war es ein völlig vermaledeiter Samstag.

Rückendeckung im Abstiegskampf

In Krügers Heimatstadt war der FSV Frankfurt zuvor bei Union Berlin böse unter die Räder gekommen, hatte auch in der Höhe verdient mit 0:4 verloren und sich ungewollt zurückgemeldet im Abstiegskampf. Das einst so komfortable Polster ist aufgebraucht, für den Fußballsportverein geht es um die Existenz in der zweiten Liga. Mal wieder.

Krüger ist sich sicher, dass die Bornheimer auch diese schwierige Phase überstehen werden – und zwar gemeinsam mit Oral. "Er hat unsere volle Unterstützung“, sagt Krüger. Dass der Abgang des Trainers zum Saisonende feststeht, ändere daran nichts.

FSV-Boss Krüger: "Es ging um Details"

Warum Oral das Angebot des Zweitligisten nicht angenommen hat, bleibt indes offen. Es sei ihm nicht um "andere Voraussetzungen oder Planungen" gegangen, erzählt Krüger. "Es geht um reine Vertragsdetails.“ Umso erstaunlicher, dass sich beide Seiten nicht einigen konnten. Angeblich liegen Oral Angebote anderer Clubs vor.

Krüger betont, dass die Planungen für die neue Saison unter dem baldigen Abgang des Trainers nicht leiden werden. "Das läuft ganz normal weiter." Nur nach einem neuen Coach müsse man sich eben umschauen. "Aber das ist kein Thema für jetzt, sondern für später.“ Momentan hat der FSV ganz andere Sorgen.

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