Tumulte in Mannheim nach dem Abpfiff
Nach dem Spiel zwischen Waldhof und dem OFC kommt es zu Tumulten. Bild © Twitter/@OFC_offiziell

Drei OFC-Spieler, eine handfeste Auseinandersetzung und jede Menge böses Blut: Einen Tag nach dem skandalösen Ende eines Regionalliga-Spiels erhebt Mannheim plötzlich schwere Vorwürfe gegen Offenbach. Der Konter folgt prompt.

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Eigentlich war alles ebenso unschön wie klar: Drei verletzte Spieler der Offenbacher Kickers sollen am Rande des Regionalliga-Spiels bei Waldhof Mannheim (1:2) von gegnerischen Fans auf der Tribüne tätlich angegriffen und verletzt worden sein. Nach der Partie kam es zu Tumulten, die OFC-Profis mussten vom Sicherheitspersonal geschützt und in die Kabinen begleitet werden. Die Hessen kündigten umgehend Konsequenzen vor dem Sportgericht an, Waldhof distanzierte sich von den Vorfällen und entschuldigte sich. Einen Tag später ist jedoch alles anders.

OFC-Spieler soll Zuschauer geschlagen haben

Nach ausführlichem Studium der Videobilder und Gesprächen mit mehreren Zeugen schieben die Mannheimer den Schwarzen Peter jetzt zurück nach Offenbach. Die Darstellung des OFC sei irreführend, Schuld an der Eskalation seien die Spieler gewesen, die "samt Begleitung auf der Haupttribüne" saßen, aber "nicht klar als Spieler des OFC zu erkennen" waren. Einer der Profis, der namentlich nicht genannt wird, soll mit Provokationen die Stimmung angeheizt und sich schon während der Partie verbale Auseinandersetzungen mit dem Mannheimer Publikum geliefert haben.

Nach Schlusspfiff sei die Situation dann eskaliert, der Schuldige: erneut der Offenbacher Akteur. Dazu heißt es wörtlich: "Der OFC-Spieler hat laut mehreren Zeugenaussagen einem Zuschauer 'Komm doch her!' zugerufen. In der Folge kam es zu einem Gerangel zwischen beiden Personen, in dessen Folge sowohl der Spieler als auch der Zuschauer über die Sitzreihen stürzten. Auf Videoaufnahmen ist dann deutlich sichtbar, wie der Spieler auf dem am Boden liegenden Mann kniet und auf diesen einschlägt."

Der OFC bezieht Stellung zur Stellungnahme

Im Anschluss sollen dann auch weitere OFC-Profis handgreiflich geworden sein, es ist von Faustschlägen gegen Zuschauer und Ordner die Rede. Harter Tobak, der nur wenig später auch die OFC-Verantwortlichen auf den Plan rief.

Stellungnahme zur Stellungnahme ist da: https://t.co/z7Ix3TEmeR OFC widerspricht der Darstellung von @svw07 #SVWOFC #nurderofc

"Der Darstellung von Waldhof Mannheim wird vollumfänglich widersprochen! Die Realität wird hier komplett auf den Kopf gestellt und ad absurdum geführt", heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Der SVW verharmlose Gewalt und Ausschreitungen. Das "Ermittlungsergebnis", das nach so kurzer Zeit veröffentlicht wurde, sei "äußerst befremdlich".

Der OFC streitet nicht ab, dass sich "Spieler in dieser Situation gewehrt haben". Den Auslöser für den Eklat sehen die Offenbacher aber weiter klar auf Seiten der Gastgeber. Es sei "schlichtweg falsch, dass die Initiierung der Auseinandersetzung bei den Spielern des OFCs verortet wird. […] Die Anwendung von physischer Gewalt ging ganz klar von Mannheimer Fans aus".

Vetter "mehrere Stufen nach unten gestoßen"

Nach Darstellung des OFC hätten die Spieler Daniel Endres, Maik Vetter und Robin Scheu die Partie gemeinsam mit Lebenspartnerinnen, Freunden und Mitarbeitern der Geschäftsstelle auf der Tribüne verfolgt, seien dabei aber immer wieder verbalen Beschimpfungen ausgesetzt gewesen. Nach dem Abpfiff soll es dann zu gewalttätigen Übergriffen gekommen sein. "So wurde der Spieler Maik Vetter durch einen Mannheimer Fan von hinten mehrere Tribünenstufen nach unten gestoßen. Hier von einem 'Gerangel' zu sprechen, bagatellisiert die Situation in völlig unangebrachter Weise", heißt es.

Letztlich ginge es nicht um falsche Schuldzuweisungen, sondern um "eine seriöse Ermittlung und Aufarbeitung der Vorkommnisse". Fortsetzung folgt.

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