Sead Mehic Oliver Reck Helmut Spahn
Hand in Hand in die OFC-Zukunft (von links): Technischer Direktor Sead Mehic, Oliver Reck und Vereinspräsident Helmut Spahn Bild © Imago

Der langjährige Bundesliga-Torwart Oliver Reck ist neuer Trainer von Kickers Offenbach. Dort hatte vor mehr als 30 Jahren auch seine erfolgreiche Spieler-Karriere begonnen. Zuletzt war der gebürtige Frankfurter als Trainer bei Zweitligist Düsseldorf aktiv.

Der frühere Nationaltorwart Oliver Reck ist als Trainer zu seinem ersten Proficlub Kickers Offenbach zurückgekehrt. Der Traditionsverein aus der Regionalliga Südwest verpflichtete den langjährigen Schlussmann von Werder Bremen und Schalke 04 am Mittwoch als Nachfolger von Rico Schmitt. Reck unterschrieb auf dem Bieberer Berg einen Zweieinhalbjahres-Vertrag bis 2018 und soll die Kickers perspektivisch zumindest wieder in die 3. Liga zurückführen.

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"Der OFC spielt schon seit ein paar Jahren in der Regionalliga. Da wollen wir natürlich heraustreten. Aber das schafft man mit Taten und nicht mit Sprüchen", meinte der 50-Jährige nach seiner Rückkehr in die alte Heimat. "Kickers Offenbach war mein Sprungbrett. Aber meine Karriere als Fußballer ist vorbei. Ich habe eine neue Karriere als Trainer begonnen." Trotzdem erzählte Reck von einem Telefonat, das er am Vorabend mit der OFC-Legende Hermann Nuber geführt habe. "Der sagte zu mir: Der Junge ist wieder zu Hause."

Deutscher Meister, Pokalsieger, Europameister

Reck wurde in Frankfurt geboren, begann seine Profikarriere aber von 1982 bis 1985 bei den Kickers. Mit Werder Bremen wurde er danach zweimal deutscher Meister und Europapokalsieger der Pokalsieger, mit Schalke 04 gewann er zweimal den DFB-Pokal. Auch wenn er nur bei einem Länderspiel selbst im Tor stand, gehörte er zum Kader der deutschen Nationalmannschaft, die 1996 Europameister wurde.

Als Trainer arbeitete Reck zuletzt in der 2. Bundesliga für den MSV Duisburg und Fortuna Düsseldorf. "Dort bin ich jedes Mal in brenzligen Situationen eingesprungen. Ich war immer nur der Notnagel", erzählte er am Mittwoch. "Jetzt ist es eine ganz andere Situation. Jetzt spüre ich das Vertrauen des Präsidiums und des ganzen Umfelds. Mit diesem Faustpfand lässt sich ganz anders arbeiten."

Der Umbruch beim OFC geht weiter

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Die Verpflichtung von Reck ist der vorläufige Höhepunkt eines großen Umbruchs, den die neue OFC-Führung um Präsident Helmut Spahn und den Technischen Direktor Sead Mehic seit mehreren Wochen vorantreibt. So trennte sich der Verein in den vergangenen Tagen von Geschäftsführer David Fischer und zuletzt auch von Trainer Rico Schmitt.

"Die Entscheidungen waren nicht für jeden nachzuvollziehen. Aber uns geht es nur um den OFC", sagte Mehic. Nach dem ersten Gespräch mit Reck habe man gedacht: "Kannst du bitte sofort unterschreiben? Wir wollen hier etwas aufbauen - mit jungen Spielern aus der Region."

"Protzen wäre falsch"

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Nuber: Reck hat ein "Kickers-Herz"

OFC-Legende Hermann Nuber kann mit Oliver Reck als neuem Kickers-Trainer sehr gut Leben. "Er hat ein Kickers-Herz", sagte Nuber dem hr-sport. Auf den neuen Coach warte sehr viel Arbeit. Dass Oliver Reck die Jugend fördern will, "ist ein gutes Zeichen." Nuber spielte zwischen 1953 und 1971 nur für den OFC.

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Reck hat die schwierige Aufgabe, gleichzeitig den Kader umzubauen und das große Ziel Drittliga-Aufstieg anzuvisieren. "Wir stehen jetzt neun Punkte hinter Platz zwei. Theoretisch ist der Aufstieg also noch möglich", sagte er. "Aber wir wollen erst einmal von Spiel zu Spiel schauen. Jetzt mit großen Sprüchen zu protzen, wäre der falsche Weg."

Sein Vorgänger Schmitt hatte in Offenbach nach der Insolvenz und dem Zwangsabstieg in die vierte Liga zunächst große Erfolge. Zuletzt wurde ihm aber vorgehalten, zu wenig auf die Spieler aus dem eigenen Nachwuchs zu bauen. Sein Nachfolger kann sich mit diesem Konzept offenbar voll identifizieren.

Vorbild Darmstadt 98

"Man kann auch mit bescheidenen Mitteln viel erreichen. Das hat ein Verein ein paar Kilometer weiter südlich gerade vorgemacht", sagte Reck in Anspielung auf den Bundesliga-Aufsteiger SV Darmstadt 98. "Es ist wichtig, Jungs aus dem eigenen Bereich und der Umgebung zu fordern und fördern. Schlussendlich ist der OFC ein Ausbildungsverein. Ich bin ja auch aus der Jugend des OFC gekommen."

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