Jubel bei der DHB-Auswahl
Finale! Deutschlands Handball-Helden bejubeln den Einzug ins Endspiel. Bild © Imago

Das EM-Wunder der deutschen Handballer geht weiter. Nach einem Krimi gegen Norwegen, das zwischenzeitlich Protest eingelegt hatte, steht die junge Mannschaft in Polen im Endspiel. Der Wetzlarer Torwart Andreas Wolff ist siegessicher.

Wild jubelnd warf sich der sonst so kühle Bundestrainer Dagur Sigurdsson in die Arme von Teammanager Oliver Roggisch, Deutschlands neue Handball-Helden hüpften glückstrunken durch die Halle. Dank eines Treffers von Nachrücker Kai Häfner in letzter Sekunde kämpfte sich das junge Team am Freitag in Krakau mit dem dramatischen 34:33 (27:27, 14:13) nach Verlängerung gegen Norwegen ins EM-Finale. Gegner dort am Sonntag (17.30 Uhr) ist Spanien.

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Vier Spieler aus Hessen

Im EM-Kader der deutschen Mannschaft stehen vier Spieler, die sonst für einen hessischen Verein aktiv sind: Andreas Wolff, Jannik Kohlbacher, Steffen Fäth (alle HSG Wetzlar) sowie Johannes Sellin (MT Melsungen).

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Damit ist die DHB-Auswahl nur noch einen Sieg vom ersten Titel seit dem WM-Triumph 2007 entfernt. Schon jetzt ist die direkte Qualifikation für die WM 2017 in Frankreich perfekt, beim Titelgewinn wäre auch das Olympia-Ticket für Rio gelöst.

Kampfansage von Wetzlars Keeper Wolff

"Jeder hier will Europameister werden", sagte Andreas Wolff nach der Partie im ZDF. Der Torhüter, der noch bis Sommer bei der HSG Wetzlar unter Vertrag steht, hielt das deutsche Team vor allem in der ersten Halbzeit mit zahlreichen Paraden im Spiel. "Jeder hat an sich geglaubt, wir haben ein tolles Team. Jetzt gewinnen wir auch das letzte Spiel."

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Norwegen legte zwischenzeitlich Protest gegen die Wertung ein, zog diesen aber am Samstag wieder zurück. Alles Wichtige zur Handball-EM bei sportschau.de.

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Dank einer Zwei-Mann-Überzahl konnte sich der WM-Siebte zur Mitte der ersten Hälfte bis auf 9:5 absetzen. Grundlage dafür war eine exzellente Deckung, in der Abwehrriese Finn Lemke und die anderen Zwei-Meter-Männer neben ihm Schwerstarbeit verrichteten. Die Norweger bewiesen aber, dass sie nicht umsonst erstmals in der Geschichte ihres Verbandes im Halbfinale standen.

Ein Spielverlauf wie eine Achterbahnfahrt

Nervenstark hielten sie Anschluss. Allerdings verpasste es die DHB-Sieben auch durch einige leichtfertig vergebene Chancen, den klaren Vorsprung zu wahren. 14:13 hieß es zur Pause. In Hälfte zwei machte sich die DHB-Auswahl jedoch das Leben weiter durch leichte Ballverluste schwer. So konnten die Norweger sogar in Unterzahl mit 17:16 in Führung gehen. Beim Stand von 17:19 drohte der deutschen Mannschaft die Partie kurz zu entgleiten.

Aber auch die Norweger konnten lange nicht an ihre bemerkenswerten Leistungen der vergangenen Tage anknüpfen und verpassten es, sich entscheidend abzusetzen. Sogar eine 27:25-Führung genügte nicht, Rune Dahmke rettete die deutsche Mannschaft mit einem Treffer acht Sekunden vor Schluss in die Verlängerung. Dort zeigte das DHB-Team dann erneut seine Willensstärke, erkämpfte sich die Führung und gab diesen Vorteil nicht mehr her.

Wetzlarer Fäth sucht nach Worten

"Es ist einfach unglaublich", suchte Rückraum-Ass Steffen Fäth (ebenfalls HSG Wetzlar) im ZDF nach den passenden Worten. "Ich bin sowas von glücklich, dass wir es geschafft haben. Am Ende war es ein Herzschlagfinale. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen."

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