Refugees Welcome FSV Frankfurt
Refugees Welcome - und das nicht nur beim FSV Frankfurt. Bild © Imago

Kostenloses Training, Eintrittskarten, Sportklamotten: Die hessischen Profivereine engagieren sich tatkräftig für die zahlreichen Flüchtlinge in Hessen. Die Angebote sind dabei ebenso vielfältig wie unterschiedlich.

Durch Hessen rollt derzeit eine Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft. Am Frankfurter Bahnhof wurden Flüchtlinge mit Applaus begrüßt, in Darmstadt gab es zwischenzeitlich mehr Spenden als benötigt, in Fulda versorgten Freiwillige mitten in der Nacht Flüchtlinge in einem durchfahrenden Zug mit Lebensmitteln und Wasser. Und auch der Profisport zeigt sich großzügig. Von Fußball bis Basketball, von der Bundesliga zur Regionalliga – überall wird geholfen.

Doch wer macht was? Was wurde schon getan? Und was ist noch in Planung? Eine Übersicht.

Skyliners

Der Basketball-Bundesligist geht in Sachen soziales Engagement wieder einmal vorneweg. Ab Oktober bieten die Skyliners aus Frankfurt, die traditionell viel an Schulen und Behinderteneinrichtungen aktiv sind, vier zusätzliche Basketball-AGs für Flüchtlinge an. In wöchentlichen Trainingseinheiten werden Jugendliche und Erwachsene von erfahrenen Coaches trainiert und mit den notwendigen Sportutensilien ausgestattet.

Gießen 46ers

Ähnliche Projekte hat sich auch der BBL-Neuling Gießen 46ers auf die Fahne geschrieben. Die Mittelhessen führen momentan intensive Gespräche mit dem Caritasverband, um herauszufinden, wo Hilfe benötigt wird. Von Trainingseinheiten über Freikarten bis hin zu Sachspenden ist alles möglich, wie Pressesprecher Sascha Schneider dem hr-sport verriet. "Wir wollen einen qualitativen Beitrag leisten", sagte er. "Deswegen haben wir uns von der Caritas professionelle Hilfe geholt." Die ersten Maßnahmen sollen schon bald gestartet werden.

HSG Wetzlar

Auch beim Handball-Nachbarn aus Wetzlar wird etwas getan. In Zusammenarbeit mit den Betreuern des ortsansässigen Flüchtlingsheims wurden und werden zu den Heimspielen gegen die Berliner Füchse und Hannover-Burgdorf (9. September) jeweils 100 Asylsuchende in die Rittal Arena eingeladen. Weitere Aktionen sollen folgen.

MT Melsungen

Freikarten wird es wohl auch bei der MT Melsungen geben. Die Nordhessen stehen in intensivem Kontakt zum Flugplatz Calden, wo eine Zeltstadt für Flüchtlinge erbaut wurde – und führen Gespräche über Hilfsmöglichkeiten. Spätestens im Dezember wird es eine große Spendenaktion geben, an der auch die Spieler des Bundesliga-Teams teilnehmen werden.

Weitere Informationen

Sie wollen Flüchtlingen helfen? Auf einer interaktiven Karte können Sie seit Montag sehen, wo gerade was gebraucht wird. Die Aktion "People like me. Gemeinsam für Flüchtlinge" von hr3 und YOU FM. [mehr]

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1.FFC Frankfurt

Von Handball zum Fußball: Der FFC Frankfurt steckt derzeit noch in den Planungen. Statt einmaliger Events schwebt den Verantwortlichen des Champions-League-Siegers nachhaltige Einbindung der Flüchtlinge in den Verein vor. Die Ideenentwicklung dafür soll schon bald abgeschlossen sein.

KSV Hessen Kassel

Geholfen wird auch im viertklassigen Fußball. Regionalligist Hessen Kassel hat sich dabei etwas Besonderes ausgedacht und wird sich vor allem um unbegleitete Jugendliche kümmern. Ab dieser Woche wird es wöchentlich zwei Trainingseinheiten für die alleine nach Deutschland gekommenen Heranwachsenden geben. Trikots, Fußballschuhe und Bälle werden natürlich gestellt, wie Geschäftsstellenleiter Torsten Pfennig bestätigt. "Der Zuspruch ist schon jetzt sehr groß", sagte er.

Kickers Offenbach

Geistlichen Beistand gibt es derweil beim OFC. Die Kickers kooperieren eng mit dem von Pfarrer Matthias Loesch betreuten Flüchtlingswohnheim in Neu-Isenburg und laden regelmäßig Flüchtlinge zu Heimspielen an den Bieberer Berg ein. "Wir wollen die Flüchtlinge für ein paar Stunden auf andere Gedanken bringen", so Geschäftsführer David Fischer. Im ständigen Austausch mit Loesch sollen in naher Zukunft weitere Maßnahmen eingeleitet werden.

TSV Steinbach

Auch der Aufsteiger will Flüchtlinge künftig vom Alltag in den Unterkünften ablenken und zu Heimspielen einladen. "Wir wissen auch, dass das keine langfristige Hilfe ist", sagte Geschäftsführer Matthias Georg. Die Flüchtlingsheime in der Umgebung, wie beispielsweise in Burbach und Wetzlar, seien hoffnungslos überfüllt. Das Angebot des TSV soll deshalb ein erster Schritt sein. Künftig will der Club auch überlegen, ob man die Flüchtlinge fußballerisch einbinden und beispielsweise ein Fördertraining anbieten könne.

SV Wehen Wiesbaden

Der Drittligist aus der Landeshauptstadt nutzte das weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Wilhelmstraßenfest, um Sachspenden für die Geflüchteten zu sammeln. Der SVWW konnte so von Klamotten über Fußbälle bis hin zu Fahrrädern jede Menge nützliche Gegenstände an umliegende Heime übergeben. Zusätzlich werden immer wieder Freikarten für Partien in der Brita-Arena verteilt.

FSV Frankfurt

Einladungen zu Heimspielen spricht regelmäßig auch der FSV Frankfurt aus. Die Bornheimer begrüßten bereits im vergangenen Dezember beim Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim 200 Flüchtlinge im Frankfurter Volksbank Stadion. Gegen Union Berlin im Mai kamen sogar 250, gegen Heidenheim werden am 2. Oktober weitere 200 erwartet. Zudem unterstützen die FSV-Fans aktiv die Kampagne "Second Fan Shirt" des Bündnisses aktiver Fußballfans (BAFF), das alte Fanartikel entgegennimmt, verkauft und den Gewinn zu 100 Prozent an Flüchtlingsinitiativen weitergibt.

SV Darmstadt 98

Der Bundesliga-Aufsteiger aus Darmstadt engagiert sich schon seit längerer Zeit für Flüchtlinge. Bereits seit April gibt es einen wöchentlichen Integrationskick mit Fans und Mitarbeitern der Geschäftsstelle, das Fan-Projekt veranstaltet gemeinsame Abende, zu Heimspielen werden immer wieder einige in den Block eingeladen. In Zukunft soll es einen Gesundheitstag sowie eine öffentliche Stellenbörse für Vertriebene geben.

Eintracht Frankfurt

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zum Video Bruchhagen: "Wir wollen und werden etwas tun"

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Auch die Frankfurter Eintracht will sich für Flüchtlinge engagieren und hat dafür einen ganz anderen Weg gewählt. Der Bundesligist hat sich mit einem Schreiben an Ministerpräsident Volker Bouffier und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann gewandt. "Wir bitten hier um konzertierte Anleitung, was wir tun können. Wir wollen etwas tun und wir werden etwas tun", sagte Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen dem hr-sport. Es mache aber keinen Sinn Aktionen "nach eigenem Gusto" anzugehen. Deshalb habe sich der Verein mit der Bitte um einen Leitfaden an Stadt und Land gewandt.

Löwen Frankfurt

Helfen will auch der DEL2-Club. Die Löwen hatten bereits beim Härtetest am Sonntag zwölf Flüchtlinge zu Gast, wollten mit Rücksicht auf das ohnehin schon beachtliche Leid der Menschen allerdings eine zusätzliche mediale Aufmerksamkeit vermeiden. Solche Einladungen wollen die Frankfurter auch in der anstehenden DEL2-Saison aussprechen. Neben Flüchtlingen sollen dann auch die vielen freiwilligen Helfer die Möglichkeit bekommen, Spiele zu besuchen. Auch vom Projekt Löwenherzen, bei dem Fans und Förderer Dauerkarten kaufen und sie für einen sozialen Zweck zur Verfügung stellen, sollen künftig auch Flüchtlinge profitieren.

Kassel Huskies

Beim nordhessischen Eishockey-Club plant man derzeit dagegen keine Unterstützung für die Flüchtlinge. Sämtliche Ressourcen würden für den DEL2-Auftakt am Freitag benötigt. "Das wird künftig aber ein Thema werden", sagte Steffen König vom Medienteam der Huskies. Gerade mit Blick auf die Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung Gießen in Calden werde man sich bei den Kasselern Gedanken machen.

EC Bad Nauheim

Auch bei den "Roten Teufeln" sind die Menschen, die in Hessen Zuflucht suchen ein Thema. Die Verantwortlichen des Clubs wollen sich noch in dieser Woche zusammensetzen und über mögliche Aktionen beraten. Neben der Sammlung von Hilfsgütern will der Verein auch "mit den Menschen in Kontakt treten", wie Geschäftsführer Andreas Ortwein dem hr-sport sagte. Ein Weg könne das Einladen von Flüchtlingen zu Partien des DEL2-Clubs sein.

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