Arne Gabius
Arne Gabius will sich in Frankfurt in die Geschichtsbücher laufen. Bild © picture-alliance/dpa

Arne Gabius strotzt vor dem Frankfurt-Marathon vor Selbstbewusstsein und lässt keinen Zweifel am Erreichen seiner hohen Ziele. Im Gespräch mit dem hr-sport spricht er über sein unglaubliches Trainingspensum und einen Sonntag auf der Couch.

hessenschau.de: Sie laufen unglaubliche 260 Kilometer in der Woche. Wie ist das möglich?

Arne Gabius: Ich versuche auch bei diesen doch sehr hohen Umfängen immer Spaß zu haben. Im diesem Jahr fiel mir das zwar deutlich schwerer als noch im vergangenen, aber man schafft es. Wichtig ist, dass man viel schläft, genügend Kraft sammelt und auf die Ernährung achtet. Natürlich geht es mir auch mal schlecht. Aber dann gehe ich laufen – und wenn ich wiederkomme, bin ich ein anderer Mensch.

hessenschau.de: Kennen Sie eigentlich dieses Sonntags-Gefühl, wenn es draußen regnet und kalt ist, einfach mal auf der warmen Couch bleiben zu wollen? Oder gibt es so etwas im Leben von Arne Gabius nicht?

Gabius: Natürlich gibt es diese Momente, in denen ich den Ofen anmache und einen Tee trinke. Aber ich weiß dann auch, dass das Holz im Ofen ja ein paar Stunden brennt. Also gehe ich raus und freue mich, dass es schön warm ist, wenn ich zurück bin.

hessenschau.de: Freuen Sie sich eigentlich auch auf den Marathon an sich – oder fürchten Sie sich ein wenig vor der harten Arbeit?

Gabius: Die richtig harte Zeit mit vielen langen Läufen liegt hinter mir. Nach 13 Wochen intensiver Vorbereitung wächst die Vorfreude täglich an, von mir aus kann es jetzt gerne losgehen. In den letzten Tagen vor dem Wettkampf gehe ich zwar auch noch zehn bis zwölfmal die Woche laufen, aber es gibt keine Tempoläufe mehr. Die eigentliche Arbeit ist also getan, deswegen freue ich mich natürlich sehr auf den Marathon in Frankfurt.

hessenschau.de: Über Ihre riesigen Umfänge in der Vorbereitung haben wir ja schon gesprochen. Was ist neben den Läufen noch wichtig?

Gabius: Durch das viele Training bin ich oft müde. Deswegen halte ich täglich einen Mittagsschlaf und versuche auch nachts mindestens neun Stunden zu schlafen. Zudem gehe ich zweimal in der Woche für jeweils eine Stunde zur Physiotherapie, um die Gelenke und Muskulatur in Ordnung zu bringen. Das ist alles mit enorm viel Arbeit verbunden – diese wird sich aber auszahlen. Da bin ich mir sicher.

hessenschau.de: Auszahlen würde bedeuten, dass Sie einen neuen deutschen Rekord aufstellen. Dieses Ziel vertreten sie offensiv nach außen. Wie schätzen Sie ihre Chancen ein, das wirklich zu schaffen?

Gabius: Ich bin davon überzeugt, dass ich das packe. Ich muss mich im Vergleich zum vergangenen Jahr lediglich um 45 Sekunden verbessern. Und man darf nicht vergessen, dass das damals mein allererster Marathon war und ich das sehr vorsichtig angegangen bin. Dieses Jahr werde ich hingegen offensiv an den Start gehen und angreifen. Deswegen sage ich ganz klar: Ich schaffe das.

hessenschau.de: Was sagen Ihre Kollegen zu diesem ehrgeizigen Vorhaben, den seit 1988 bestehenden Rekord von 2:08:47 Stunden brechen zu wollen?

Gabius: Ich habe meine Jungs aus Kenia gefragt, was sie dazu sagen. Ihre Antwort war, dass ich locker die 2:06 Stunden schaffe. Diese Selbstverständlichkeit stimmt mich zusätzlich optimistisch. Ob Sie Recht haben und was für eine Zeit letztlich rausspringt, werden wir am 25. Oktober um kurz nach 12 Uhr wissen.

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