Nico Oprée und Carter Proft liefern sich auf dem Eis eine Schlägerei.
21. August 2015: Während eines Vorbereitungsspiels (!) liefern sich Frankfurts Nico Oprée (li.) und Kassels Carter Proft eine Schlägerei auf dem Eis. Bild © Imago

Erst Frankfurt, dann Bad Nauheim: Für die Kassel Huskies stehen am Wochenende gleich zwei Hessenderbys auf dem Spielplan. Bei den Kurstädtern hofft man auf die Hilfe der Fans, um einem Spieler einen neuen Vertrag vorlegen zu können.

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Derby ist anders. Derby ist hitzig, Derby ist emotional, Derby ist umkämpft. In der Deutschen Eishockey Liga 2 kommt es an diesem Wochenende zu gleich zwei Nachbarschaftsduellen. Am Freitag (19.30 Uhr) empfangen die Kassel Huskies die Löwen Frankfurt zum Klassiker, am Sonntag (18.30 Uhr) tritt der ECK bei den Roten Teufeln in Bad Nauheim an. Die Frage, wer die Nummer eins in Eishockey-Hessen ist, wird innerhalb von nur 47 Stunden zwei Mal beantwortet.

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Eishockey im "heimspiel!"

Eine ausführliche Zusammenfassung des Hessenderbys zwischen den Kassel Huskies und den Löwen Frankfurt sehen Sie am Samstag ab 17.30 Uhr im "heimspiel!" des hr-fernsehens.

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"Mich motiviert es zusätzlich, wenn wir ausgepfiffen werden, sobald wir das Eis in Kassel betreten. Bei Derbys kribbelt es immer mehr", beschreibt Löwen-Verteidiger Henry Martens die Stimmung rund um das ewige Duell mit den Nordhessen. Als Tabellendritter liegen die Frankfurter aktuell fünf Punkte vor den Huskies (Rang fünf), Bad Nauheim ist mit 24 Zählern Neunter. Zudem sind die Löwen seit vier Spielen ungeschlagen, die bislang letzte Niederlage ist fast einen Monat alt. Kassiert haben sie sie aber in einem Derby - 0:1 bei den Roten Teufeln.

Kassel knabbert an Null-Punkte-Wochenende

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"Seit unserem Sieg in Kassel zum Ligauftakt haben sich die Huskies stetig verbessert und ein tolles erstes Viertel der Saison hingelegt", analysiert Frankfurts Trainer Tim Kehler den bisherigen Rundenverlauf der Huskies. Nach dem 3:1-Erfolg am ersten Spieltag hat sich seine Mannschaft wie erwartet in der Spitzengruppe der zweiten Liga festgesetzt, der ECK hingegen kämpfte sich erst nach und nach an die obere Tabellenregion heran.

Nach einem Null-Punkte-Wochenende mit zwei 2:5-Pleiten in Dresden und gegen Bremerhaven brennt Kassel nun auf die nächsten Siege - genauso wie Frankfurt. "Die Huskies sind ein kampfstarkes Team", so Kehler weiter. "Wir freuen uns auf eine tolle Derby-Atmosphäre und einen heißen Fight."

Bad Nauheim liegt auf Kurs Saisonziel

Ähnlich umschreibt man die Vorfreude auch beim EC Bad Nauheim. Die Oberhessen stehen nach 16 Spieltagen auf Rang neun. Einem Pre-Playoff-Platz also, der zur Teilnahme an der Qualifikation für die Endrunde berechtigen würde. Genau das ist das erklärte Saisonziel der Roten Teufel.

"Wir haben bis Mitte Januar satte 20 Spiele zu absolvieren und somit eine wichtige Phase vor uns, in der die Weichen gestellt werden", erklärt Geschäftsführer Andreas Ortwein. "Dort können wir uns einfach nicht viel erlauben, wollen wir weiter um die Playoffs mitspielen." Der ECBN plant deshalb, einen Leistungsträger längerfristig an den Verein zu binden - sieht sich dabei aber mit finanziellen Schwierigkeiten konfrontiert.

3.750 Zuschauer sollen kommen

Henri Laurila, Verteidiger aus Finnland, besitzt in Bad Nauheim einen vom 15. Oktober bis 30. November 2015 befristeten Kontrakt. "Henri hat mich sportlich voll überzeugt und ich würde ihn gerne bis Saisonende behalten", sagt Trainer Petri Kujala über den 35 Jahre alten Routinier. Das Problem: "Einem Vertrag bis Saisonende für Laurila können wir nicht ohne verbindliche, zusätzliche Einnahmen zustimmen", so Finanzbeirat Alexander Zippel.

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„Es gilt in den nächsten Tagen, mit den Sponsoren zu sprechen.“ Zitat von ECBN-Finanzbeirat Alexander Zippel
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"Wir hatten bislang keine Zuschauer über dem kalkulierten Schnitt, um diese Zusatzinvestition abzusichern. Es gilt in den nächsten Tagen, mit den Sponsoren zu sprechen", erklärt Zippel weiter. Darüber hinaus holt der Verein die Fans ins Boot und setzt sich selbst eine ambitionierte Hürde. Kommen am Sonntag 3.750 Zuschauer zum Heimspiel gegen Kassel, will der ECBN Laurila mit einem neuen, bis Saisonende laufenden Vertrag ausstatten. So lautet das Versprechen von Geschäftsführer Ortwein.

Saftige Geldstrafe gegen die Huskies

In Kassel dürfte man an derlei Themen nur wenig Interesse haben. Die beiden jüngsten Niederlagen Ende Oktober und Anfang November haben eine Siegesserie von zuvor fünf Spielen jäh unterbunden. Den Kontakt an die Beletage der DEL2 mussten die Huskies damit etwas abreißen lassen. Hinzu kommt eine happige Geldstrafe von mindestens 5.000 Euro, nachdem es im letzten Spiel gegen Bremerhaven Auseinandersetzungen und zahlreiche unsportliche Szenen gegeben hatte. Jetzt stehen dem Team von Trainer Rico Rossi gleich zwei wichtige Partien ins Haus.

"Das ist sicherlich ein besonderes Wochenende, aber auch eine riesige Herausforderung", sagte er. "Frankfurt ist ein Topteam und ein Meisterschaftskandidat. Bad Nauheim hat momentan einen guten Lauf und auch Ambitionen." Am Sonntagabend gibt es neue Antworten auf die Frage: Wer ist die Nummer eins in Eishockey-Hessen?

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