Bad Wildungen
VfL-Geschäftsführer Wolfgang Ochs hält die Auszeichnung hoch. Bild © picture-alliance/dpa

Für seine Flüchtlingsarbeit ist der VfL Bad Wildungen am Dienstag in Berlin geehrt worden. Der Sportverein aus Nordhessen bekam den "Großen Stern des Sports" in Gold überreicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte den Verein für seine integrative Arbeit mit Flüchtlingen und Asylsuchenden. "Diese Arbeit muss ans Tageslicht, damit die Menschen sie sehen und sie in der Gesellschaft anerkannt wird", sagte die CDU-Politikern in Berlin. Der Geschäftsführer des VfL Bad Wildungen, Wolfgang Ochs, nahm den Geldpreis von 10.000 Euro entgegen.

Der nordhessische Verein setzte sich im Finale gegen den TSV Georgsdorf (Weser-Ems) und den FC Süderelbe (Hamburg) durch. Insgesamt erhielten 17 Sportvereine aus ganz Deutschland einen Preis für ihr gesellschaftliches Engagement. Sie hatten sich zuvor in dem dreistufigen Wettbewerb auf der Lokal- und Landesebene mit dem "Großen Stern des Sports" in Bronze und Silber durchgesetzt und für das Bundesfinale qualifiziert.

Dank an die vielen Ehrenamtler

Der VfL Bad Wildungen hatte sich mit der Initiative "Kennen- und verstehen lernen - Flüchtlinge willkommen im Sportverein" für die "Sterne des Sports" beworben. Seit 2014 geht der Verein aktiv auf Flüchtlinge zu und bietet ihnen eine kostenfreie Mitgliedschaft an. "Ohne das Engagement unserer ehrenamtlichen Trainer und Bürger wäre das Projekt nicht denkbar gewesen", dankte VfL-Geschäftsführer Ochs.

Videobeitrag

Video

zum Video Hessischer Sportverein wird ausgezeichnet

Ende des Videobeitrags

Das Flüchtlingsthema sei Anstoß gewesen für die Initiative, erklärte Ochs. Rund 800 Flüchtlinge leben derzeit im 17.000 Einwohner-Städtchen Bad Wildungen. Die Unterbringung der Flüchtlinge teilweise auf engem Raum habe er als"beklemmend" empfunden", so Ochs: "Deshalb wollte man gegen diese Situation etwas tun." Sport sei der einfachste Weg, zueinander zu finden.

"Der Sport spricht alle Sprachen"

Präsident Alfons Hörmann vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), Mitinitiator des Preises, unterstrich die Bedeutung der Vereine für die Integration. "Der Sport spricht alle Sprachen", sagte Hörmann. Kaum rolle irgendwo ein Ball aufs Feld, beginne Kommunikation. Das werde immer wichtiger. "Das letzte Jahr hat gezeigt, dass der Sport und die Vereine für viele neue Bürger zur Heimat geworden ist", betonte der 55-Jährige.

Der DOSB und die Volksbanken und Raiffeisenbanken schreiben die "Sterne des Sports" seit 2004 jährlich aus. Durch die Prämierungen auf Orts-, Landes- und Bundesebene flossen den teilnehmenden Vereinen bisher mehr als fünf Millionen Euro zugunsten ihres gesellschaftlichen Engagements zu. Bereits in den nächsten Wochen startet auf lokaler Ebene die Ausschreibung für die "Sterne des Sports" 2016.

Das könnte Sie auch interessieren