Sebastian Kienle
Sebastian Kienle feiert seinen dritten Sieg in Frankfurt. Bild © Imago

Sebastian Kienle hat sich erneut zum Ironman-Champion in Frankfurt gekrönt. Der 33-Jährige wurde seiner Favoritenrolle gerecht - seine Fabelzeit hatte aber einen kleinen Schönheitsfehler. Auch bei den Frauen ging es auf Rekordjagd.

Videobeitrag

Video

zum Video Zieleinlauf: Kienle triumphiert auf dem Römerberg

Ende des Videobeitrags

Der Titelverteidiger gab sich keine Blöße: In 7:41:42 Stunden feierte Sebastian Kienle am Sonntag den Sieg beim Ironman in Frankfurt und krönte sich damit zum Europameister. Der 33-Jährige aus dem badischen Mühlacker stellte bei seinem dritten Triumph in Frankfurt nach 2014 und 2016 einen neuen Streckenrekord (bisher 7:49:48) auf, musste dabei allerdings einen kleinen Schönheitsfehler in Kauf nehmen: Wegen einer Baustelle in Friedberg war die Radstrecke dieses Jahr "nur" 177 statt 180 Kilometer lang.

Hochgerechnet hätte es aber wohl auch auf der regulären Distanz zum Rekord gereicht. Wie schon im Vorjahr verwies Kienle den Freiburger Andreas Böcherer (7:46:07) auf den zweiten Platz. Dritter wurde der Schwede Patrik Nilsson (7:50:16) vor dem Russen Ivan Tutukim (7:51:57). Patrick Lange aus Bad Wildungen landete auf Rang sechs (7:52:07). Bei den Frauen triumphierte die Australierin Sarah Crowley, die in 8:47:58 Stunden ebenfalls die bisherige Frankfurt-Bestmarke von 8:51:00 Stunden unterbot.

Erst Wojt, dann Böcherer, dann Kienle

Der "längste Tag des Jahres" hatte bereits um 6:30 Uhr am Langener Waldsee begonnen. Nach 3,8 Kilometern Schwimmen war erwartungsgemäß der Frankfurter Lukasz Wojt als Erster an Land gegangen. Die angestrebte Schwimm-Bestmarke von Jan Sibbersen aus dem Jahr 2004 verfehlte Wojt in 45:44 Minuten jedoch um fast dreieinhalb Minuten.

Videobeitrag

Video

zum Video Kienle: "Die Angst hat mich angetrieben"

Ende des Videobeitrags

Die Favoriten um Lange und Böcherer folgten in Schlagdistanz. Kienle ging mit einem kleinen Rückstand auf die Radstrecke. In der Folge machte der Hawaii-Sieger von 2014 aber Sekunde um Sekunde gut. Während Böcherer nach den verkürzten 180 Kilometern als Führender die Laufstrecke am Frankfurter Mainufer erreichte, war Kienle bereits wenige Sekunden dahinter. Schon nach gut zwei Kilometern kam es auf der abschließenden Marathonstrecke zum Führungswechsel.

Videobeitrag

Video

zum Video Lange: "Hab nicht geglaubt, dass ich es schaffe"

Ende des Videobeitrags

Dort gab sich Kienle keine Blöße mehr. Einsam lief der 33-Jährige bis zum Ziel auf dem Römerberg vorneweg. Lokalmatador Lange, der als Dritter auf die Laufdistanz gegangen war, hatte dort immer wieder mit leichten Problemen zu kämpfen und verpasste letztlich knapp das Podest.

Crowley überholt Charles

Bei der Frauen-Konkurrenz setzte sich die Australierin Sarah Crowley nach starker Aufholjagd durch. Lange Zeit hatte die Britin Lucy Charles wie die sichere Siegerin ausgesehen. Nach einer ganz starken Schwimmzeit von rund 48 Minuten war Charles auch als Erste in den abschließenden Marathon gestartet. Dort verließen die 23-Jährige aber allmählich ihre Kräfte.

Die elf Jahre ältere Crowley holte immer weiter auf und übernahm schließlich die Führung. Im Ziel hatte die Australierin nach 8:47:58 Stunden stolze 3:52 Minuten Vorsprung auf Charles. Die Belgierin Alexandra Tondeur hatte als Dritte schon 11:57 Minuten Rückstand. Beste Deutsche wurde Sonja Tajsich in 9:07:48 Stunden.

Das könnte Sie auch interessieren