Alfons Hörmann beim Neujahrsempfang des DOSB
DOSB-Boss Hörmann Bild © Imago

WM-Vergabe, Leichtathletik-Skandal und nun auch noch Wetten beim Tennis: Zahlreiche Skandale erschüttern den Spitzensport. Entsprechend gedämpft war die Stimmung beim Neujahresempfang des Olympischen Sportbundes in Frankfurt. Doch der DOSB will nicht tatenlos zuschauen.

Mahnende Worte statt der üblichen Lobeshymnen: Beim Neujahrsempfang des Deutschen Olympischen Sportbundes mussten sich die Funktionäre deutliche Worte von Hessens Innen- und Sportminister Peter Beuth anhören. "Die Autonomie, die stets wie ein Schutzschild gegenüber der Politik emporgehalten wurde, ist vielfach für Manipulation im großen Stil missbraucht worden", sagte der CDU-Politiker am Montag im Frankfurter Römer.

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DOSB -Neujahrsempfang

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Die Integrität des Sports werde von der ganzen Gesellschaft beobachtet. "Ich erwarte schonungslose Aufklärung", sagte Beuth auch mit Blick auf die ungeklärten Vorgänge im Deutschen Fußball-Bund (DFB) rund um die Vergabe der WM 2006.

DOSB verspricht Neustrukturierung

Beim DOSB hat man die Zeichen der Zeit offenbar erkannt: "Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass wir so viel und so intensiv Hilfe von außen benötigen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann. Er sieht als Chef der Dachorganisation des Sports nicht nur den DFB-Skandal, sondern auch die massiven Korruptionsfälle beim Fußball-Weltverband FIFA und Leichtathletik-Weltverband IAAF.

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Petkovic fordert höhere Preisgelder

Auch Darmstadts Tennis-Ass Andrea Petkovic hat auf die Berichte über den Wettskandal reagiert. Gerade bei kleinen Turnieren verdiene man zu wenig Geld, so die 28-Jährige. "Da ist der Anreiz größer, das zu machen." Die Herren-Organisation ATP müsse daher entweder Wetten auf kleinere Turniere unterbinden oder das Preisgeld erhöhen. Verwundert zeigte sich "Petko", dass auch Spitzenspieler betroffen sein sollen. "Denn da verdient man eigentlich genug Geld“, sagte die 28-Jährige nach ihrer Niederlage in der ersten Runde der Australian Open.

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Auch die am Montag aufgekommenen Medienberichte über einen möglichen Wettskandal im Tennis hinterließen ihre Spuren in Frankfurt. Hörmann sprach von einem "weiteren Schlag in die Magengrube". Der über 27 Millionen Mitglieder starke DOSB unterziehe sich derzeit einer umfangreichen externen Analyse ("Machen wir auch alles richtig?"), und wolle sich nach den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro neu strukturieren nach der Devise: "Mehr Gestaltung, weniger Verwaltung", meinte Hörmann.

Beuth betont Flüchtlingsarbeit

Minister Beuth betonte in Frankfurt aber auch, dass die Sportverbände deshalb die Unterstützung der Politik hätten, "weil sie bei der Integration von Flüchtlingen unfassbar viel leisten". Nach Angaben Hörmanns sind etwa 60 Prozent der Sportvereine in der Integrationsarbeit tätig.

Zur Belegung zahlreicher Sporthallen als Flüchtlingsunterkünfte erklärte er: "Der Sport steht hier im Notfall zur Verfügung. Dauerhaft benötigen wir die Sporthallen aber auch, um aktive Integration umzusetzen."

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